Von all dem, was du in dir trägst, ist deine innere Einstellung das Wichtigste

6, Mai 2016 en Psychologie 0 Geteilt

Für viele hat das Leben an sich keinen Sinn. Welche Bedeutung unser Alltag hat, liegt daran, wie wir die Dinge betrachten, sie werten und inwieweit wir ihnen erlauben, unser Leben zu beeinflussen. Wir könnten demnach sagen, dass unsere innere Einstellung darüber entscheidet, wie wir unser gesamtes Umfeld wahrnehmen.

Sicherlich bist du in deinem Leben auch schon einmal auf diese Art Menschen gestoßen, die immer in die Defensive gehen, jedes Wort auf die Goldwaage legen und alles nur negativ sehen wollen. Das sind ablehnende Verhaltensweisen, die nicht gerade aufnahmefähig und sogar unreif sind. Ihre Welt ist nichts weiter als ein Tunnel ohne Ausgang.

Unsere Gedanken, Gemütsbewegungen und Zugeständnisse verleihen der Realität einen Sinn. Du bist, was du denkst. Deshalb sind deine innere Einstellung in Bezug auf dein eigenes Leben und die Art und Weise, wie du mit Ereignissen umgehst, so wichtig.

Was hat die innere Einstellung mit unserer Persönlichkeit zu tun?

Die innere Einstellung und die Persönlichkeit sind immer miteinander verbunden. Während sich hingegen  Ersteres ändern, sich öffnen und positiver werden kann, gehen die Wurzeln unserer Persönlichkeit viel tiefer und niemand kann diese von heute auf morgen neu erfinden.

Jeder von uns macht auch mal schlechte Zeiten durch und im Alltag kommen immer mal wieder diese grauen Wolken auf, die wir nicht einfach wegblasen können. Ab und an bleibt uns keine andere Wahl als etwas hinzunehmen, es zu akzeptieren und eine positive und konstruktive Einstellung demgegenüber zu haben, gegen das wir nicht ankämpfen können.

Im Leben gibt es immer graue und schwarze Tage. Deshalb reicht es schon aus, den Regenschirm aufzumachen und darauf zu warten, dass diese Gewitterwolken über unseren Köpfen vorbeiziehen. Wir sollten einfach abwarten. Wenn wir es am wenigsten erwarten, ist der Sturm schon wieder vorbei und der Tag erscheint noch sonniger als zuvor.

Deine Einstellung und die Art und Weise, wie du mit Ereignissen umgehst

Maedchen mit positiver Einstellung

Und wie sieht es mit dir aus? Wie gehst du damit um, wenn es das Leben einmal nicht so gut mit dir meint? Zuerst einmal sollte gesagt sein, dass das, an das wir glauben, aber auch unsere Gefühle die Basis für unsere innere Einstellung sind. Aufgrund dessen und abhängig von unserem Gemütszustand reagieren wir unterschiedlich.

Denke immer daran, dass du die Art, wie du Sachen aufnimmst, kontrollieren kannst. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Tag hängt nicht davon ab, welche Kleidung du trägst oder wie dich andere behandeln. Es ist deine innere Einstellung und diese innere Kraft, die es dir ermöglichen, alles zu begrüßen, was auf dich zukommt.

Die Sozialpsychologie zeigt uns, dass unsere Einstellungen eigentlich auf drei miteinander verbundenen Dimensionen basieren, die wir gern einmal etwas näher betrachten würden:

Kognitive Dimension

Auf welche Art und Weise interpretierst du Dinge, die dir geschehen und die du erlebst? Wie verbindest du sie mit zuvor gemachten Erfahrungen? Wenn ich beispielsweise eine Verabredung habe und mein Partner nicht erscheint, könnte ich dies beispielsweise auf mich beziehen, weil ich denke, dass ich, was Liebesbeziehungen angeht, kein Glück habe, da „mir meine Mutter schon sagte, dass ich niemals heiraten werde“.

Das heißt, wir machen uns verschiedene Zugeständnisse, glauben und vertreten innerlich, was diese negative Einstellung ausmacht. Mit unserer Sichtweise erschaffen wir eine Realität, die diese negative Einstellung aufkommen lässt.

Affektive Dimension

Wenn wir über Gefühle in Bezug auf unsere Einstellung sprechen, könnten wir sagen, dass es drei verschiedene Arten von Menschen gibt. Es gibt diejenigen, wie du jetzt bereits schon ahnen wirst, die immer negativ über alles denken, was sie umgibt. Der Ursprung dessen liegt in bestimmten gemachten Erfahrungen, mit denen sie nicht angemessen umgegangen sind.

Dann gibt es die Menschen, die im Allgemeinen eine positive Einstellung zum Leben haben, und es existieren dann noch jene Personen, die das Leben nehmen, wie es kommt, sie ergreifen keine Partei, reagieren nicht auf Vorkommnisse und gehen nicht mit ihnen um.

Verhaltensmäßige Dimension

In diesem Fall ist es interessant, zu beobachten, wie wir Menschen immer relativ gleich auf ein und dieselbe Sache oder Situation reagieren. Manche wollen stets der Verantwortung aus dem Weg gehen, andere übernehmen immer die Verantwortung für sich und für andere, etc. Das bedeutet, dass jeder Einzelne von uns, und gemäß unserer inneren Einstellung, eine gewisse Grundeinstellung aufzeigt.

Frau tanzt auf Heißluftballons

In deiner Verletzlichkeit findet sich auch Kraft

Es ist nicht einfach und auch nicht zu erwarten, dass wir jeden Tag in unserem Leben eine positive Einstellung bewahren. Wir alle haben auch unsere schwachen Momente und sind deswegen auch nicht mehr oder weniger stark. Wir sind menschliche Wesen und deshalb verletzlich, doch du solltest niemals daran zweifeln, dass sich in deiner Verletzlichkeit auch Kraft finden lässt.

Manchmal muss ich einfach weinen, nicht weil ich schwach bin, sondern weil ich erschöpft bin, stark zu sein. Aber das sind nur ein paar Sekunden und nach dem ich mir Erleichterung verschafft habe, erinnere ich mich daran, dass mir meine Einstellung es erlaubt, mit allem umzugehen und sie nun eine Lebenserfahrung reicher ist.

Wie man dem Leben gegenüber eine positive Einstellung bewahren kann

An einer positiven Einstellung können wir jeden Tag arbeiten. Es ist wie ein Samen, den wir jeden Tag gießen, damit irgendwann eine prachtvolle Blume daraus wird. Und deswegen sollten wir die Kontrolle über die drei zuvor beschriebenen Dimensionen haben. Aus diesem Grund solltest du dir dieser folgenden einfachen Dimensionen stets bewusst sein:

  • Deine emotionale Bindung ist wichtig: Je nachdem, welches Gefühl du einer bestimmten Erfahrung beisteuerst, wird deine spätere Einstellung positiv oder negativ sein.

Beispiel: Ich werde meine Einstellung im Bezug auf Liebesbeziehungen nicht ändern, weil ich zurückgewiesen wurde. Ein „Nein“ schließt mich als Mensch nicht aus. Ein „Nein“ kann dazu führen, dass ich jemanden finde, der zu mir passt.

  • Du musst verstehen, dass du nicht alles kontrollieren kannst: Jeder Mensch hat Grenzen und kann nicht alles in seinem Umfeld kontrollieren. Außerdem kann die Welt nicht immer so sein, wie wir sie gern hätten.

Beispiel: Die Wirtschaftslage und meine soziale Situation stehen gerade nicht wirklich unter einem guten Stern. Aber aus diesem Grund werde ich nicht aufhören, an die Institutionen, mein Land und die Menschen zu glauben. Ich werde anfangen, an mich selbst zu glauben –  die Gesellschaft wird von uns Menschen geformt und ich bin Teil dieser Gesellschaft, ich bin Teil des Wandels.

  • Steigere die Liebe zu dir selbst: Wenn du nicht an dich selbst glaubst, wenn du dich nicht selbst wertschätzt und dir eingestehst, dass du das Recht hast, dich zu irren, zu lernen und glücklich zu sein, wird das niemand anders für dich tun. Du bist der Architekt eines eigenen Schicksals, und deine Einstellung ist der Kompass. Dadurch kannst du immer dann Berge versetzen, wenn du es zulässt, und natürlich immer dann, wenn du daran glaubst.

Tanzendes Paar

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Claudia Tremblay, Mariana Kalacheva