Versöhnungssex: Leidenschaft nach Wortgefechten

Versöhnungssex wird in Literatur und Film häufig thematisiert. Ist die Welt danach tatsächlich wieder in Ordnung?
Versöhnungssex: Leidenschaft nach Wortgefechten
Sara González Juárez

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Sara González Juárez.

Letzte Aktualisierung: 11. Juli 2023

Versöhnungssex ist ein häufiges Thema in Literatur und Film. Nach einer Auseinandersetzung wird der Streit im Bett geschlichtet und alles ist wieder gut. Manche behaupten sogar, dass dieser Sex besser und leidenschaftlicher ist, als “in normalen Zeiten”. Ist das tatsächlich so?

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Was ist Versöhnungssex?

Beziehungsstreit kann viele Gründe haben, doch nach dem Versöhnungssex ist all dies vergessen. Wir sprechen also von Sex nach einem Streit, der meist besonders intensiv und leidenschaftlich ist. Dies hat auch seine Gründe!

Wut lässt den Hormonspiegel steigen, auch der Herzrhythmus und die Atmung beschleunigen sich. Bei sexueller Erregung gelangen dieselben Prozesse in Bewegung. Wenn also der Streit vorbei und die Wut vorüber ist, empfinden viele Lustgefühle und Appetit auf Sex.

Versöhnungssex ist besonders nach belanglosen Konflikten sehr befreiend. Es entsteht dadurch das Gefühl des Abschlusses, das Problem ist gelöst und die Welt wieder in Ordnung.

Versöhnungssex: Ist er wirklich nützlich?

Ist Versöhnungssex förderlich?

Ist Sex tatsächlich das richtige Mittel, um Streit zu beenden?

Versöhnungssex als Entschuldigung

Sex dient manchen Paaren als Bindungsinstrument, weil nach einem Streit eine emotionale Kluft zwischen den beiden Partnern besteht. Oft ist Stolz ein Stolperstein auf dem Weg zur Versöhnung und Sex kann dabei helfen.

Die negative Konnotation dieser Praxis ist, dass die offizielle Entschuldigung oft übersehen wird, wenn Gefühle der Liebe und Versöhnung aufkommen. Das kann bei manchen Menschen später zu Verbitterung führen.

Versöhnungssex kann die Situation verschlimmern

Sexuelle Beziehungen verlaufen nicht immer gut. Auch wenn niemand etwas dafür kann und es ausreicht, aufzuhören und zu einem anderen Zeitpunkt weiterzumachen, kann diese Situation alles noch schlimmer machen.

Wenn es zur Gewohnheit wird

Wenn Sex nach Konflikten zur Gewohnheit wird, kann die Intensität der geweckten Gefühle dazu führen, dass er als Mittel zur Problemlösung normalisiert wird. Manche Paare streiten sich nur noch, um Sex zu haben, oder haben nur noch Sex, wenn sie sich streiten.

In den meisten Fällen führt das zu angesammelten Problemen, die chronisch werden. Paare können auch in eine ungesunde Dynamik verfallen, beispielsweise wenn Sex dazu dient, negative Gefühle zu verbergen.

Versöhnungssex hilft nicht, zu vergessen

Obwohl es stimmt, dass Leidenschaft im Gegensatz zu den vorherigen Unannehmlichkeiten den Konflikt kurzzeitig vergessen lassen kann, wird er nicht auf magische Weise verschwinden.

Selbst wenn sich die Stimmung beruhigt hat, ist es für viele Menschen unangenehm, wieder zu dem Konflikt zurückzukehren. Das führt oft dazu, dass sich Beziehungsprobleme vertiefen.

Paar nach Versöhnungssex

Sex als Lösung des Problems?

Trotz der negativen Aspekte kann Versöhnungssex ein wirksames Mittel zur Lösung zwischenmenschlicher Konflikte sein. Allerdings sollte dieses Verhalten die Suche nach Lösungen nicht ersetzen. Sex kann Spannungen abbauen und ermöglicht die intime Begegnung, kann jedoch Konflikte nicht aus der Welt schaffen.

Versöhnungssex beruhigt die Fronten und ebnet den Weg für ein ruhiges Gespräch mit positiver Einstellung.

Je nach Kontext hat dieses Verhaltensmuster also positive und negative Seiten. Jedes Paar muss eigene Wege finden, um Probleme zu lösen, mit oder ohne Sex.


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