Unser Name erzählt uns etwas über die Menschen, die ihn uns gegeben haben

11. Februar 2017 en Kuriositäten 130 Geteilt

Unser Name ist das erste, das uns definiert, vor allem als Menschen. Er ist ein Wort und als solches bringt er eine Reihe von Bedeutungen und eine Vielzahl an Assoziationen mit sich. Daneben hatte derjenige, der ihn uns gab, teilweise bewusst, teilweise unterbewusst, im Allgemeinen eine Absicht, als er ihn für uns auswählte.

Fast immer wird ein Name von anderen Menschen vergeben und wird nicht selbst ausgesucht. Und fast immer gibt es eine Geschichte hinter einem Namen, wieso uns dieser und kein anderer gegeben wurde: So hieß unser Großvater oder dieser Name war damals in Mode. Unsere Mutter fand, es war ein klangvoller Name, oder unser Vater suchte ihn aus, weil einflussreiche Menschen diesen Namen tragen.

Unser Name kann auch eine Hommage an eine verstorbene Person oder einen Menschen sein, den unsere Eltern bewundern. Es gibt sogar Eltern, die ihrem Kind jenen Namen geben, um mit ihren Freunden in Wettstreits zu treten oder Menschen aus ihrem sozialen Umfeld zu beeindrucken, oder weil sie einen Heiligen oder einen Gott damit ehren wollen.

„Gewissermaßen ist es schön, den eigenen Namen gedruckt zu sehen; ein Buch ist immer ein Buch, auch wenn es keinen Inhalt hat.“

Lord Byron

Diese Assoziationen, Bedeutungen und Absichten bestimmen auch einen Teil unseres Schicksals. Sie lassen eine hohe oder niedrige Erwartungshaltung an uns entstehen. Sie legen uns ebenfalls auf subtile Art und Weise auf, zu welcher Klasse von Personen wir gehören sollen. Jemandem einen Namen zu geben, kommt dem gleich, für ihn innerhalb einer Weltanschauung einen Ort auszuwählen.

Die Funktionen eines Namens

Der Name eines Menschen hat drei grundlegende Funktionen: Er identifiziert ihn, lässt ihn Teil einer bestimmten Kultur sein und er gibt ihm eine Richtung im Leben vor. Ein Name identifiziert uns, weil er uns für gewöhnlich von anderen in einem ähnlichen Kontext unterscheidet, weshalb wir uns angesprochen fühlen, wenn wir ihn hören. Er lässt uns Teil einer Kultur werden, vor allen Dingen wegen seiner Herkunft und dem Verständnis für diesen Namen seitens all jener, die sein Umfeld bilden, und zweitens wegen unseres Nachnamens, der besagt, zu welcher Familie wir gehören.

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Ein Name deutet auch eine Richtung in unserem Leben an wegen der Erwartungen, Vorstellungen und Motivationen, die unsere Eltern oder die Erwachsenen hatten, die uns unseren Namen gaben. Als man uns unseren Namen gab, gab man uns auch ein Stück weit unser Schicksal mit auf den Weg. Es war das, was diese Menschen fühlten und dachten, als wir geboren wurden, und das spiegelt sich in der Art und Weise wieder, welchen Namen man für uns ausgesucht hat.

Auch wenn deine Namensgeber es vielleicht nicht wussten, haben die meisten Namen ihre eigene Etymologie und deshalb auch ihre eigene Bedeutung. Diese Bedeutung könnte man als „kollektives Unterbewusstes“ bezeichnen. Dabei handelt es sich um etwas, was die Gesellschaft in der Hand hat. Deswegen bestimmt ein Name in gewisser Weise auch die Bedeutung unseres Lebens.

Ein Name und seine Bestimmungen

Je weit verbreiteter ein Name ist, desto weniger Bedingungen stellt man an denjenigen, der ihn trägt. Andererseits, wenn es sich um einen außergewöhnlichen, weniger verbreiteten oder sogar seltsamen Namen handelt, so ist sein Einfluss wesentlich größer. Genauso verhält es sich auch mit dem Namen einer verstorbenen Person oder wenn jemand anders in der Familie den gleichen Namen hat: der Vater, die Mutter oder ein der Familie nahestehender Mensch.

Im Falle von exotischen Namen haben die Eltern meistens gewisse Vorstellungen. Sie wollen mithilfe ihrer Kinder hervorstechen. Sie wissen, dass andere Schwierigkeiten damit haben werden oder sich etwas seltsam fühlen, wenn sie den Namen ihrer Kinder aussprechen, aber das ist genau das, was sie wollen: bei anderen auffallen und anders sein.

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Es gibt so seltene oder außergewöhnliche Namen, die schon lächerlich erscheinen. Für gewöhnlich sind sie das Ergebnis von Unwissenheit oder der Entfremdung der Eltern. In Ecuador beispielsweise tragen einige Kinder den Namen „Eveready“. In Kolumbien gab es einmal den Namen „Usnavy“, weil der Vater dieses Kindes, der im Koreakrieg beim Militär diente, dieses Wort auf einem U.S.-Schiff gesehen hatte.

In diesen Fällen bestimmt der Name, was mit diesen Menschen passieren kann. Eventuell fühlt sich dieser Mensch oft unwohl oder wird zurückgewiesen. Ein Teil unseres Schicksals hängt von unserem Namen ab, den andere für uns ausgesucht haben und den die meisten von uns mit der Zeit schätzen lernen. Vielleicht, weil er uns im Laufe der Jahre immer mehr zugehörig und einfach ein Teil von uns wird.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Chain Ready, Mark Orloff

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