Trauerbewältigung: Strategien und ihre Konsequenzen

20 Juni, 2020
Die Strategien, die du nutzt, um mit deiner Trauer umzugehen, werden dir entweder dabei helfen, den Verlust zu überwinden, oder sie können genau dies erschweren. Lies im Folgenden weiter, um mehr darüber zu erfahren!
 

Jeder hat oder wird irgendwann in seinem Leben einen Verlust erleben. Egal, ob es sich um den Tod eines geliebten Menschen, eine Trennung, eine Entlassung oder einen Umzug handelt, es geht immer darum, etwas zu verlieren, das wirklich wichtig war. Die Trauer ist nach jeder Art von Verlust präsent. Es ist ein Prozess, in dem du mit deinen Emotionen umgehen und dein Leben neu ausrichten musst. Dennoch hat jeder von uns unterschiedliche Strategien zur Trauerbewältigung.

Für manche Menschen ist es einfach, ihre neue Realität zu akzeptieren und sich an diese Situation anzupassen. Für andere dagegen fühlt es sich so an, als würde ihre Welt zusammenbrechen. Verwirrung, Schmerz und Wut quälen sie und rauben ihnen jegliches Glück.

Die Tatsache, dass jeder Mensch eine andere Strategie zur Trauerbewältigung hat, erklärt diese Unterschiede. Wenn du der Meinung bist, dass deine Bewältigungsstrategie nicht funktioniert, kannst du einige Maßnahmen ergreifen, um diesen Prozess zu ändern.

 
Menschen folgen verschiedenen Strategien zur Trauerbewältigung

Strategien zur Trauerbewältigung

Die Bewältigung ist definiert als eine Reihe von kognitiven und verhaltensmäßigen Anstrengungen. Sie werden in Gang gesetzt, um mit internen oder externen Anforderungen umzugehen und auf diese zu reagieren. Eine Situation, die einen Menschen überfordert, führt zu Stress. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem die Bewältigungsstrategien ins Spiel kommen, um sich an diese Forderungen anzupassen.

Trauer ist ohne Zweifel eine sehr überwältigende Erfahrung, die uns dazu bringt, auf unsere Bewältigungsmechanismen zurückzugreifen. Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es jedoch viele verschiedene Strategien zur Trauerbewältigung.

Problemorientierte Strategien zur Trauerbewältigung

In diesem Fall konzentrieren sich alle deine Ressourcen auf das Problem, das gelöst werden muss. Es gibt drei problemorientierte Bewältigungsstrategien:

 
  • Reflexiv. Du analysierst und reflektierst die Situation und dich selbst und planst, wie du vorankommen kannst.
  • Reaktiv. Du führst Impulsive und unkontrollierte Aktivitäten durch, angetrieben von deinen verzerrten Gedanken.
  • Unterdrückend. In diesem Fall leugnest du, was passiert ist, und vermeidest es, dich der Realität zu stellen.

In der Regel bringen dich reflexive Strategien einer Lösung näher. Reaktive und unterdrückende Strategien werden es dir dagegen viel schwerer machen, dich mit deiner Trauer auseinanderzusetzen.

Wenn du eine Bewältigungsstrategie anwendest, die sich auf die Problemlösung konzentriert, identifizierst du dadurch die Stresssituation und bewertest ihre Bedeutung. Außerdem analysierst du auf diese Weise die Ursachen und nimmst an Verhaltensweisen teil, die zu Änderungen führen.

Emotionale Bewältigung

Diese Strategie besteht darin, deine Energie auf die Emotionen zu konzentrieren, die das Problem verursacht, nicht auf das Problem selbst. Einerseits gibt es die emotionale Verarbeitung, bei der du die erlebten Emotionen erkennst und verstehst. Andererseits gibt es einen emotionalen Ausdruck, der darin besteht, diese Gefühle freizusetzen und mit sich selbst oder anderen zu teilen.

 

Die emotionale Bewältigung kann auch in die drei oben genannten Kategorien unterteilt werden:

  • Reflexiv. Die reflexive Bewältigung beinhaltet die Analyse deiner Gefühle.
  • Reaktiv. Die reaktive Bewältigung beinhaltet das impulsive und unkontrollierte Ausdrücken ihrer Gefühle.
  • Unterdrückend. Schließlich beinhaltet die unterdrückende Bewältigung das Vermeiden deiner Gefühle insgesamt.
Die Trauer ist ein individueller Prozess

Die Konsequenzen von Strategien zur Trauerbewältigung

Beide Strategien, die wir in diesem Artikel erwähnt haben, sind Wege, um mit Verlusten umzugehen. Wenn du sie sorgfältig analysierst, kannst du leicht diejenigen erkennen, auf die du in Zeiten von Stress zurückgreifst. Jede dieser Strategien hat unterschiedliche Konsequenzen. Sie werden bestimmen, wie schnell du mit deiner Trauer umgehst und wie effektiv der Prozess ist.

 

Menschen, die sich normalerweise auf reaktive Verhaltensweisen einlassen, erleben mit größerer Wahrscheinlichkeit einen komplizierten Trauerprozess. Es ist auch wahrscheinlicher, dass sie ängstliche und depressive Symptome aufzeigen. Reaktive Strategien mögen zunächst von Vorteil sein, da Wut dir ein Gefühl der Stärke geben kann. Im Laufe der Zeit ist diese Emotion aber ein Hindernis, um sich deiner richtigen Trauer zu stellen.

Andererseits werden diejenigen, die sich für den emotionalen Ausdruck und reflexive Strategien entscheiden, nach einem Verlust mehr Wachstum und positive persönliche Veränderung erfahren. Diese Strategien helfen dir:

  • Lösungen zu finden,
  • Unterstützung von deinem sozialen Umfeld zu erhalten und
  • deine Gefühle angemessen auszudrücken.

Der beste Weg, mit Trauer umzugehen, besteht darin, deine Emotionen auf angemessene Weise zu erkennen, auszudrücken und freizugeben. Darüber hinaus ist es ebenfalls hilfreich, eine mentale Klarheit aufrecht zu erhalten und sich auf die Problemlösung zu konzentrieren. Wenn du das Problem dagegen leugnest, es vermeidest oder impulsiv reagierst, wird dies dein Leiden nur verstärken.

 
  • Bustos Caro, A. C. (2011). Cuando se acaba el amor: Estrategias de afrontamiento, duelo por pérdidas amorosas y crecimiento postraumático en estudiantes universitarios (Bachelor’s thesis, Quito: USFQ, 2011).
  • Bermejo, J. C., Magaña, M., Villacieros, M., Carabias, R., & Serrano, I. (2012). Estrategias de afrontamiento y resiliencia como factores mediadores de duelo complicado. Revista de psicoterapia22(88), 85-95.