Das Kübler-Ross-Modell für die fünf Stufen der Trauer

· 3. Oktober 2018

Die wohl bekannteste Theorie darüber, wie wir mit dem Tod umgehen, ist das Modell von Elisabeth Kübler-Ross mit seinen fünf Stufen der Trauer. Dieses Modell beschreibt fünf verschiedene Stadien, die Menschen durchlaufen, wenn sie mit dem Tod konfrontiert werden, sei es ihr eigener oder der eines geliebten Menschen. Leider wurden die Studien von Kübler-Ross häufig falsch interpretiert, wahrscheinlich weil sie nicht von allen Lesern gut verstanden wurden.

Im Jahr 1969 hat die Psychologin Elizabeth Kübler-Ross einige Studien über sterbende Patienten durchgeführt. Sie wollte herausfinden, welche Faktoren ins Spiel kommen, wenn wir uns mit dem Tod konfrontiert sehen. Nach einer langen Forschungszeit wurde der Wissenschaftlerin klar, dass ihre Patienten alle sehr ähnliche Stadien durchliefen. Sie begann daraufhin, ihre Theorie der Stufen der Trauer zu entwickeln.

In diesem Artikel werden wir versuchen, die Theorie der Stadien der Trauer zu beleuchten. Zu Beginn werden wir jede Stufe erklären. Danach werden wir ein darüber reflektieren, was hinter ihnen steckt und was sie bedeuten.

Frau steht mit Kummer am Meer

Die Stufen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross

Die Stadien der Trauer beinhalten die Einstellungen, die Menschen annehmen, wenn sie dem Tod gegenüberstehen. Sie beschreiben, was unser Verstand tut, während er versucht, das Problem zu lösen. Aber da es sich nicht um ein Problem handelt, das wir lösen können, laufen unsere Emotionen Amok, bis wir einen Zustand der Akzeptanz erreichen.

  • Verweigerung. Diese Phase geht damit einher, den Tod zu leugnen oder zu ignorieren, wenn er nahe ist. Die Leugnung mag vollständig oder partiell erfolgen. Leugnen bedeutet im Grunde, dass unser Ego eine defensive Haltung einnimmt. Unser Verstand versucht, einen Weg zu finden, unser Wohlbefinden zu erhalten, obwohl dies eine Situation ist, in der er machtlos ist.
  • Zorn. Wut ist eine Emotion, die entsteht, wenn wir uns einem Hindernis stellen müssen. Nachdem wir schreckliche Nachrichten erhalten haben, ist es üblich, dass unser Körper versucht, diesen durch Wut zu lösen. Sie kann viele Ziele haben, einschließlich uns selbst, unserer Ärzte oder sogar Gott.
  • Verhandlung. Sobald wir erkennen, dass Wut das Problem nicht lösen kann, wird es zur Verhandlung kommen. Wir bitten das Schicksal oder irgendeine Göttlichkeit, dass der Tod ausbleiben möge. Es ist üblich, dass Menschen „fügsam“ werden, weil sie hoffen, dass sie länger leben dürften, wenn sie nur gute Menschen seien. Zum Beispiel folgen medizinischen Anweisungen bis ins letzte Detail oder gestehen längst verjährte Verbrechen.
  • Depression. Die Depression tritt meist dann auf, wenn sich die grundlegende Krankheit verschlimmert oder die schreckliche Realität das Bewusstsein erreicht. Wir fallen dann in die Depression, weil wir uns zutiefst machtlos fühlen. Die damit einhergehende tiefe Traurigkeit bedeutet gleichzeitig, dass wir weniger Ressourcen an ein unlösbares Problem verschwenden.
  • Annahme. Sobald wir das Gefühl der Ohnmacht hinter uns gelassen haben, bewegen wir uns zu einem viel weniger intensiven, neutralerem Geisteszustand. Aber das heißt nicht, dass wir keine Momente der Schwäche mehr erleben würden. Wenn wir in der Annahmephase sind, verinnerlichen wir alles, was passiert ist, heben den Kopf und schauen in die Zukunft. Wir können auch beginnen, die Bedeutung des Verlustes positiv zu interpretieren, ohne jemanden dafür verantwortlich zu machen.
Mann schaut voller Kummer aus dem Fenster

Beweise für die Theorie und was sie bedeutet

Die Kübler-Ross-Theorie wurde mehrfach kritisiert. Eine gemeinsame, verständliche Aussage dieser Kritiken bezieht sich darauf, wie starr die ursprüngliche Theorie gewesen sei. Gemäß der ersten Version konnten wir erst dann zur nächsten Stufe übergehen, wenn wir eine Etappe durchlaufen hatten, oder wir würden auf der aktuellen stehen bleiben. Es gab keine Flexibilität. Aktuelle Forschungen und persönliche Erfahrungen zeigen jedoch, dass das nicht stimmt. Es ist üblich, dass Menschen die Phasen in anderer Reihenfolge durchlaufen, rückwärtsgehen oder eine Stufe überspringen.

Natürlich ist es so, dass jede Phase eine wichtige Rolle spielt. Die Phasen passen ziemlich gut dazu, wie die meisten ihre Trauer verarbeiten. Aber vielleicht wäre es das Beste, die verschiedenen Geisteszustände als Einstellungen gegenüber dem Verlust zu interpretieren, nicht als Stufen.

Die Kübler-Ross-Theorie ist unvollständig, richtig. Aber sie war ein großer Fortschritt in unserem Verständnis von Trauer und Trauerverarbeitung. Kübler-Ross‘ Forschung hat uns geholfen, ein tieferes Verständnis für die Emotionen zu entwickeln, die wir nach einem Verlust verspüren. So konnten wir trauernde Menschen erstmals gezielt unterstützen, wodurch sich ihre Gefühle normalisierten. Das Modell hat auch Psychologen geholfen, zu erwartenden Verluste zu begegnen, wie beispielsweise bei unheilbaren Krankheiten.