Transaktionsanalyse und Ego-Zustände

5. Mai 2017 en Psychologie 180 Geteilt

Die Transaktionsanalyse ist Modell der humanistischen psychologischen Bewegung. Sie wurde im 20. Jahrhundert vom Psychiater Eric Berne entwickelt. Mit dieser Theorie über Ego-Zustände können wir soziale Beziehungen und Konflikte, die dort entstehen, besser verstehen. Ein Ego-Zustand ist eine Art, sich zu verhalten, die von Emotionen und der Art, wie wir denken, abhängt. Er hängt demzufolge auch davon ab, wie wir behandelt werden, und bedingt schlussendlich unsere Reaktion auf äußere und innere Stimuli.

Die 3 Zustände des Ichs

  1. Eltern-Ich: Dies ist ein Zustand, in dem jemand nach den von den Eltern (oder einer anderen wichtigen Autoritätsperson aus der Kindheit) erlernten Mustern handelt, spricht oder denkt. Die Eltern haben uns beigebracht, was richtig und was falsch ist, wie wir zu leben und zu fühlen und was wir zu denken haben. All das wurde aufgenommen und so liegt im Inneren eines jeden Menschen das Eltern-Ich verborgen.
    Wenn wir das Glück hatten, fürsorgliche Eltern gehabt zu haben, dann verhalten wir uns im Eltern-Ego-Zustand flexibel, hilfsbereit, schmeichelnd, kooperativ und positiv verstärkend. Je nachdem, wie wir behandelt wurden und werden, kann diese Figur aber auch kritisch, unflexibel, streng, autoritär, wütend, ernst und steif sein, vorschnell urteilen und Schuld zuweisen.
    Das alles hängt von den Mustern ab, die wir in der Kindheit erlernt haben. Dein Eltern-Ego-Zustand ist eine Art Kopie von dem, was du in deiner Kindheit erfahren und gesehen hast.
  2. Erwachsenen-Ich: Das ist der rationalste und realistischste Zustand. Ein Zustand, in dem Informationen analysiert, sortiert und die bestmöglichste Entscheidung getroffen werden, ohne dabei dem Einfluss von Emotionen oder Regeln zu unterliegen. Dieses Ich konzentriert sich auf „das, was getan werden muss“ und nicht auf das, „was du tun möchtest“.
    Der Erwachsene ist jemand, der auf realistische Art und Weise denkt. Es ist jener Zustand, der Konflikte verringert und Wohlbefinden bringt und hilft, die Kommunikation flüssig und positiv zu halten. Die anderen Zustände von Eltern und Kind werden mehr von Emotionen und automatischen Reaktionen beeinflusst.
    Ein Mensch, der aus einem Erwachsenen-Zustand heraus handelt, wird ehrlich, menschlich, respektvoll, empathisch und entscheidungsfreudig erscheinen. Es handelt sich um den rationalsten und effizientesten Zustand, da er auf Logik basiert, ohne dabei zuzulassen, dass Emotionen intelligentes Denken vernebeln.
  3. Kind-Ich: Das ist das Ich, das am stärksten von Sehnsüchten, Impulsen, Träumen, Spontanität, Kreativität und Enthusiasmus geprägt ist. Wir antworten in diesem Zustand, so wie wir es als Kinder getan haben; mit einem hohen Grad von Fantasie und wenig Rationalität. Es ist nicht negativ, diesen Zustand zu zeigen. Unser inneres Kind zu unterdrücken hat negative Konsequenzen. Du musst es rauslassen, fühlen, Spaß haben. Wenn du dich um es kümmerst, statt es zu unterdrücken, dann wird dir das Erwachsenen-Ich dabei helfen, es auf natürliche Art und Weise zu entwickeln. Wenn das Kind-Ich aber eingeschränkt wird oder geschädigt ist, dann zeigt es seine unsichere, sich schämende, ängstliche, grausame und egoistische Seite. Wir alle tragen das Kind, das wir einmal waren, in uns.

Normalerweise können wir all diese Ego-Zustände annehmen und wir wechseln zwischen ihnen, je nachdem, wie wir uns fühlen, wie wir behandelt werden, und je nach der Situation, in der wir uns befinden. Du kannst innerhalb von Sekunden von einem Zustand zum anderen wechseln. Zum Beispiel kann sich jemand in einem balancierten Zustand von Reife und dem Erwachsenen-Ich halten. Wenn ihn aber jemand unangebracht behandelt, wenn es bedroht oder geschimpft wird oder die Kontrolle verliert, dann kann das Erwachsenen-Ich zum Kind-Ich oder gar zum Eltern-Ich werden.

Trotz all dieser Theorie sollten wir nicht nach Perfektion streben. Das Beste ist es, zu versuchen, Konflikte und toxische Beziehungen zu vermeiden, denn wenn es tatsächlich negative Kommunikation gibt, dann ist das so, weil etwas nicht zueinander passt. Wenn wir Unterhaltungen analysieren, dann werden wir erkennen können, aus welchem Zustand jeweils kommuniziert wird. Beispiele dafür: Wenn jemand aus dem Eltern-Ich-Zustand spricht und auf jemandem im Kind-Ich-Zustand trifft, dann wäre das perfekt. Sie ergänzen sich gegenseitig und alles wird natürlich fließen. Wenn allerdings zwei Personen im Eltern-Zustand aufeinandertreffen, dann wird es zu Konflikten kommen, denn beide wollen die Kontrolle übernehmen und Kommandos geben. Zwei Menschen, die sich im Kind-Ich-Zustand befinden, werden keine Probleme miteinander haben. Es wird eine Verbindung geben, bei der es nicht wichtig ist, ob sich beide ergänzen oder nicht. Mit dem Zustand des Erwachsenen-Ich gibt es die wenigsten Probleme. Es kann sich sowohl mit dem Eltern-Ich als auch mit dem Kind-Ich verbinden, da es für ein ideales Umfeld sorgt, in dem keine Konflikte aufkommen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Blisco_O und Lis

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