Toxische Persönlichkeiten – Meister der Ironie und des Sarkasmus

29. Dezember 2015 en Psychologie 96 Geteilt

Der dauerhafte Gebrauch der Ironie ist sicher nichts Geniales, und kann in Wirklichkeit ein zweischneidiges Schwert sein, das unser Selbstbewusstsein untergräbt. Sicherlich kann dieses Mittel uns in manchen Gelegenheiten sehr originell erscheinen lassen und diejenigen, gegenüber denen wir Ironie nutzen, können uns ein falsches Bild von subtilem Charme und Sinn für Humor geben.

In der Welt des Kinos, der TV-Serien und sogar der Literatur begegnet uns häufig diese Art von Persönlichkeiten, die gewandt im Umgang mit Ironie und Sarkasmus ist. Aber was steckt in Wirklichkeit hinter diesen Persönlichkeiten? Individualismus, etwas Überhebliches und ein besonderes Talent, die Menschen um sich herum zu verachten.

Der Nutzer der „schlechten Ironie“ pflegt uns Kommentare an den Kopf zu werfen, die in Wirklichkeit nur danach streben, uns bloßzustellen. Und um dies zu erreichen, zögern diese Menschen nicht, uns auf möglichst subtile und persönliche Weise mit Sarkasmus anzugreifen, aber trotzdem bleibt es eine Beleidigung. Hast du in bestimmten Situationen schon diese Art übel gesinnter Sätze gehört? Wir wollen heute darüber reden und auch lernen, wie wir uns dagegen verteidigen können.

Die Grenzen der Ironie

Oft pflegt man zu sagen, dass die beste Art und Weise, das tägliche Glück zu erleben, das Ausleben des Sinns für Humor sei bzw. man sogar über sich selbst lachen soll. Dies ist vielleicht eine Methode, um Dinge zu relativieren und auch um bescheidener zu sein.

Es kommt nie schlecht an, eine Situation mit einem ironischen Spruch aufzulockern. Ironie gilt als geistreiche Fähigkeit und verhilft uns zu einem Lächeln. Das ist die „positive Ironie“. Diese Art der Ironie schadet niemandem und versucht niemanden anzugreifen. Trotzdem dürfen wir nicht über die andere Art hinwegsehen, die „bewusst“ versucht, dem Anderen wehzutun.

Lasst uns an die toxischen Partnerschaften denken, in denen eine Person Kontrolle über die andere ausübt. Der dauerhafte Gebrauch der Ironie oder des Sarkasmus ist eine Form, den Anderen zu dominieren und ihn zu demütigen, seinen Wert zu untergraben, ihn zu demotivieren und ihm Tag für Tag die Kraft zu rauben.

Der argentinische Psychologe Bernardo Stamateas erklärt uns, dass das Mittel der Ironie und des Sarkasmus sehr häufig in den Profilen toxischer Personen vorkommt. Sei es unser Partner, unser Arbeitskollege oder sogar unsere Verwandten, die Absicht ist immer die gleiche: langsam unsere Motivation und unseren eigenen Wert zu untergraben.

„Wenn du dich verkleinerst, wenn du dich mit jedem Mal kleiner und schwächer fühlst, gewinnen die Anderen an Macht und erhalten mehr Kontrolle über deine Person.“

Die großen Meister der übel gesinnten Ironie tragen viele Masken und obwohl es möglich ist, dass sich unter ihnen ein geringes Selbstbewusstsein oder ein Mangel an Selbstsicherheit versteckt, musst du vorsichtig vorgehen, um die Grenzen richtig zu setzen, um zu erreichen, dass sie dich nicht von innen zerstören.

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Wie können wir uns gegen die negative Ironie verteidigen?

Wenn es in deinem persönlichen oder beruflichen Umfeld eine Person gibt, die häufig das Mittel der negativen Ironie nutzt, musst du wissen, dass du so früh wie möglich feste Grenzen setzen musst. Wenn du es nicht tust, wenn du zulässt, dass man dich angreift und verletzt, dann ist es möglich, dass diese toxische „Kunst“ Tag für Tag tiefer greift und dem Anderen somit mehr Macht verleiht.

Ein punktuelles Mittel kann sich leicht in eine Gewohnheit verwandeln und die Gewohnheit in Beherrschung, wenn die Anderen feststellen, dass sie Erfolg haben und uns weiterhin demütigen können. Lass das nicht zu. Erlaube nicht, dass man dich jemals mit dieser Form der Ironie verletzt.

Jetzt erklären wir dir, wie du dich gegen solche Attacken verteidigen kannst:

1. Wir erhalten einen ironischen Kommentar. Was ist das Erste, was wir tun sollten? Überlege und analysiere, was dir gesagt wurde. Überstürze nichts, indem du das Erste aussprichst, was dir in den Kopf kommt. Es gibt Menschen, die sehr gewandt im Sarkasmus sind, sodass es möglich ist, dass gar keine Kritik an deiner Person besteht. Bleib still und bewahre deine Ruhe, während du die dir entgegengebrachten Worte analysierst.

2. Du wurdest attackiert? Wurde dein Selbstbewusstsein verletzt? Was du nicht tun solltest, ist, erneut Ironie zurückzufeuern und damit in das gleiche Spiel einzusteigen. Es ist ein feiges Spiel, in dem Worte nicht direkt und ehrlich gesagt werden. Du bist eine aufrichtige Person und hast es nicht nötig, mit den Worten und mit den Personen zu spielen, um zu sagen, was du denkst.

3. Nun sag mit lauter Stimme, was du der entsprechenden Person sagen wolltest, ohne Ironie zu benutzen. Du nennst mich feige? Du sagst mir, ich sei nicht in der Lage, dies zu tun? Glaubst du, ich bin weniger wert als du? Erkläre den Angriff in all seiner Grausamkeit, damit die andere Person reagiert und die Attacke begründet. Tu dies ruhig und mit Selbstsicherheit und warte auf den Anderen, damit er seine Verhaltensweise rechtfertigen kann.

Die Ironie ist kein theatralisches Szenario und ist für gewöhnlich schädlich. Erlaube niemals, dass man deine Person oder deine Fähigkeiten ins Lächerliche zieht.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Javier H. Lemen und JohnK

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