The Good Place: Das Unvermeidliche akzeptieren lernen

02 Dezember, 2020
Viele Philosophen vertreten die Auffassung, dass der Tod, egal wie erschreckend die Vorstellung davon auch sein mag, dem Leben einen Sinn gibt. Die Fernsehserie "The Good Place" bietet eine interessante Perspektive zu diesem Thema. Lasse dich überraschen!

Wir sind alle Menschen und jeder Mensch lebt und wird irgendwann sterben – so ist es nun einmal. Obwohl sich jeder dieser Tatsache bewusst ist, können dies jedoch nicht alle Menschen akzeptieren. Gibt es eine Möglichkeit, wie du lernen kannst, das Unvermeidliche zu akzeptieren? Die Fernsehserie The Good Place hat sich mit diesem Thema beschäftigt. Wie, davon wollen wir dir in unserem heutigen Artikel erzählen.

Jede Kultur geht mit diesem scheinbaren Dilemma auf unterschiedliche Weise um. In der buddhistischen Tradition beispielsweise lebt und stirbt man zur gleichen Zeit, dies wird als eine einzige Erfahrung betrachtet. Allerdings wird der Tod in vielen anderen Gesellschaften und Kulturen nach wie vor als Tabu betrachtet.

Gibt es etwas Unvermeidlicheres als den Tod? Nein. Wenn du diese Tatsache realisierst, ist das aber kein Grund, dich hilflos oder niedergeschlagen zu fühlen. Stattdessen sollten alle Menschen Ressourcen und Fähigkeiten entwickeln, um die inhärenten Situationen des Lebens bewältigen zu können. Den Tod zu verstehen bedeutet nicht, Trauer zu vermeiden, sondern sich mit einer Tatsache vertraut zu machen, die so natürlich wie das Leben ist.

The Times, eine nationale Tageszeitung aus Großbritannien, bezeichnete den Moralphilosophen Bertrand Williams als den wichtigsten und brillantesten Moralphilosophen seiner Zeit. Er sagte unter anderem, dass wir jede Fähigkeit zur Überraschung verlieren würden, wenn wir unsterblich wären. Es scheint, dass alles befriedigender ist, wenn es ein Ende gibt.

“Für den gut organisierten Geist ist der Tod einfach nur das nächste große Abenteuer.”

-J. K. Rowling-

The Good Place - Mensch im Tunnel zum Licht

Lernen, das Unvermeidliche zu akzeptieren

Was wissen wir eigentlich über den Tod? Nichts oder zumindest so gut wie nichts; vielleicht viele Euphemismen und Periphrasen, vielleicht auch unzählige Metaphern und Allegorien. Dennoch muss jede Philosophie, die sich der vergänglichen Aspekte des Lebens bewusst ist, sich auch mit dem Tod beschäftigen. Allerdings ist dies ein Thema, das viele Menschen ängstigt und quält, weil es sie mit der Endlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert.

Darüber hinaus scheinen viele Menschen zu glauben, dass der Tod das Ende von allem ist. Aber sie erkennen nicht, dass sie jeden Tag sterben. Der spanische Essayist und Dichter Ramón Andrés sagte, dass der Tod im Mittelpunkt steht, weil er unserem Leben einen Sinn geben und es sogar bereichern kann. Aus irgendeinem Grund scheint es der orientalischen Kultur vorbehalten zu sein, unsere Perspektive des Lebens zu überschreiten und den Tod zu akzeptieren.

Es gibt etwas, das wir alle erkennen sollten: die Tatsache, dass der Tod dem Leben der Menschen einen Wert verleiht. Aber dennoch stellen wir uns die Frage, was denn eigentlich nach dem Tod geschehen wird? Obwohl jeder die Antwort auf diese Frage haben möchte, war noch niemand dazu in der Lage, sie wirklich zu beantworten. Vielleicht weil es niemandem gelungen ist, sie korrekt zu formulieren. Daher müssen wir nach wie vor lernen, das Unvermeidliche zu akzeptieren.

Leben und Tod ähneln einer Welle

Die Philosophie betrachtet den Tod auf viele verschiedene Arten. Wir werden geboren, um zu sterben. Das ist eine Tatsache. Allerdings ist es nicht möglich zu wissen, wann oder wie dies geschehen wird. Manche Menschen verbringen viele Jahre ihres Lebens damit, sich darüber Gedanken zu machen.

Jeden Schritt, den ein Mensch im Leben geht, führt ihn auf einen Pfad, der ihn dem Tod ein Stück näher bringt. Aber wählst du diesen Weg zum bevorstehenden Ende oder Anfang? Diese Fragen faszinieren Philosophen und sie diskutieren schon seit sehr langer Zeit über den Sinn des Lebens und des Todes.

Leben und Tod ähneln einer Welle. Wellen entstehen, formieren sich, wachsen und wenn sie die Küste erreichen, verschwindet das Wasser und kehrt ins Meer zurück.

“Der Tod: Es ist überhaupt nichts Schlimmes daran außer dem, was davor kommt – die Angst vor ihm.”

-Seneca der Jüngere-

The Good Place: Das Bewusstsein über den Tod als Sinn des Lebens

Die Fernsehserie The Good Place nutzt in jeder Folge eine andere philosophische Theorie, um essentielle moralische Fragen des menschlichen Lebens aufzuzeigen. Und das, obwohl die Hauptdarsteller in dieser Serie tot sind. The Good Place bringt uns der Frage näher, die wohl am häufigsten im Verlauf der Geschichte der Menschheit gestellt wurde: Was passiert nach dem Tod?

Einige Menschen stellen sich einen Ort vor, an dem sie all ihre Wünsche aufschreiben und diese dann für alle Ewigkeit wahr werden lassen können. Aber was wäre, wenn es Grenzen gäbe? In der Serie The Good Place werden auch derartige Szenarien aufgezeigt. Allerdings führen sie in einen unbefriedigenden Nihilismus.

Die Realität in der Serie ist die, dass sich die großen Geister des Universums seit Jahrhunderten gelangweilt fühlten und allmählich ihr Wissen verloren haben. Sie haben keine Motivation, irgend etwas zu tun, außer Cocktails zu trinken. Aber keine Sorge, wir werden dir nicht das Ende verraten. Wir sagen nur so viel: Das Ende der Serie ist ein Gesang der Versöhnung zwischen Leben und Tod.

The Good Place: Abschließende Gedanken über Leben und Tod

Sterblichkeit gibt dem Leben einen Sinn und die Moral hilft dir auch dabei, diesen Sinn zu lenken. Die Existenz des Todes ermutigt jeden Einzelnen, über die Rolle, die er oder sie in der Welt spielen möchte und auch über die Konsequenzen des eigenen Handelns nachzudenken.

Es ist nicht einfach, das Unvermeidliche zu akzeptieren, so viel steht fest. Aber das Thema Tod ist wichtig und unvermeidlich, weil sich jeder Mensch zu verschiedenen Zeiten in seinem Leben auf die eine oder andere Weise damit auseinandersetzen muss.

“Wir alle werden sterben. Das Ziel ist nicht, für immer zu leben, das Ziel ist es, etwas zu erschaffen, das es wird.”

-Chuck Palahniuk-

Abt, A. C. (2006, August). El hombre ante la Muerte: Una mirada antropológica. In Segundas Jornadas de Psicooncología XII Congreso Argentino de Cancerológia (pp. 11-12).

Jankélévitch, V., & Arranz, M. (2002). La muerte. Valencia: Pre-textos.

Morandín-Ahuerma, F. (2019). Trolleyology:¿ De quién es el dilema del tranvía?. Vox Juris38(1), 203-210.

https://plato.stanford.edu/entries/death/#ImmMis