Die 4 Arten des Buddhismus – Welche kennst du?

2. Mai 2019

Der Buddhismus ist nicht wie andere Religionen in Hierarchien der Macht organisiert. Beispielsweise steht in den sogenannten Buchreligionen die Person, welche die Bedeutung der heiligen Texte ehrt und vermitteln soll, ganz oben. Das ist beim Buddhismus nicht der Fall. Weiterhin können wir verschiedene Schulen, Zweige oder Arten des Buddhismus finden, die sich jeweils unterschiedlich organisieren. In diesem Beitrag soll es um die wichtigsten vier Arten des Buddhismus gehen.

Der Buddhismus ist sowohl eine Religion, obwohl die formale Definition des Begriffs ihn nicht vollständig erfasst, als auch eine philosophische Lehre. Rund eine halbe Milliarde Menschen, die sich Buddhisten nennen, teilen seine Traditionen, Überzeugungen und Praktiken und geben sie an nachfolgende Generationen weiter. Wie viele andere östliche Lehren ist auch der Buddhismus in der westlichen Welt in jüngster Zeit immer populärer geworden.

Was zeichnet den Buddhismus aus?

Der Buddhismus entstand in Indien, zwischen dem 6. und 4. Jahrhundert vor Christus. Heute ist er die Religion mit den viertmeisten Anhängern der Welt. Oft wird gesagt, dass es zwei Hauptströmungen gebe: Theravada (oder auch „Der Weg der Ältesten“) und Mahayana (oder auch „Großer Weg“). Es gibt viele Unterschiede zwischen ihnen, aber sie zweigen sich noch weiter auf.

Buddha-Statue unter einem Baum

Im Buddhismus entsprechen die buddhistischen Schriften den heiligen Texten der Buchreligionen. Es geht darum, Weisheit zu kultivieren, Meditation zu praktizieren, auf das Materielle zu verzichten und Freundlichkeit und Mitgefühl unter den Menschen zu fördern. Natürlich gibt es unterschiedliche Varianten, diese buddhistischen Praktiken auszuüben. Manche Buddhisten leben beispielsweise in Klöstern, um dort besonders strenge Rituale zu pflegen. Die meisten Menschen, die diese Religion praktizieren, tun dies jedoch weniger intensiv. Trotzdem unterscheiden sich die philosophischen Prinzipien, denen sie sich verpflichtet fühlen, nicht von denen, denen die Mönche in Klostern folgen.

Das Verständnis des Buddhismus ist ganzheitlich. Mit anderen Worten, die buddhistischen Lehren sind miteinander verbunden und setzen sich zu einem großen Ganzen zusammen. Die Buddhisten betonen wiederum, dass diese Lehren nur eine Anleitung zum Dharma seien. Obwohl es in den westlichen Sprachen keine wörtliche Übersetzung von „Dharma“ gibt, beschreibt man diesen Terminus oft als „Dinge, wie sie sind“.

Die vier Arten des Buddhismus

Entsprechend der Kriterien, die wir anwenden wollen, können wir verschiedene Arten des Buddhismus definieren. Neben Mahayana und Theravada etwa eine dritte Hauptströmung, Vajrayana.

Wie wir die Aufgabe auch angehen, die Zweige des Buddhismus stimmen alle in verschiedenen Aspekten miteinander überein. So sind sie sich hinsichtlich der Geschichte und Anfänge der Doktrin weitgehend einig. Darüber hinaus weisen die verschiedenen Lehren zwar viele Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede auf, die aber nicht leicht zu klassifizieren sind.

1. Traditioneller Buddhismus und moderner Buddhismus

Während der traditionelle Buddhismus althergebrachte Überzeugungen, Traditionen und Praktiken umfasst, gibt es ebenso sehr moderne Interpretationen dieses Systems.

2. Nikaya-Buddhismus

Dem Nikaya-Buddhismus zufolge gebe es 19 Arten des Buddhismus oder 19 Schulen des Nikaya. Von diesen 19 habe nur der Theravada-Buddhismus überlebt. Dieser Zweig des Buddhismus identifiziert den Inhalt des Pali-Kanons, eine Reihe heiliger Texte, als die wahren Sutras.

Die Introspektion spielt im Theravada-Buddhismus eine wichtige Rolle. Individuelle Erfahrungen und kritische Argumente widersetzen sich dem blinden Glauben und verfolgen das Ziel der Befreiung und Erreichung des Nirvanas.

3. Mahayana

Wie bereits erwähnt, ist dies eine der Hauptströmungen des Buddhismus. Im Gegensatz zum Theravada-Buddhismus werden die buddhistischen Schriften hier eher als ein Leitfaden verstanden als eine Lehre im engeren Sinne. Das Ziel ist es, die Wahrheit durch Kritik und Argumentation zu entschlüsseln und die Theorien der Vergangenheit zu hinterfragen. Wir könnten Mahayana mit einer wissenschaftlichen Studie vergleichen. Diese Spielart unterscheidet sich vom Theravada-Buddhismus auch in der Akzeptanz der Sutras.

Der Zen-Buddhismus ist eine der Unterarten der Mahayana-Ströumung. Er sucht die Erfahrung der Weisheit und distanziert sich vom theoretischen und intellektuellen Wissen.

Junger Mönch sitzt vor einer Statue von Buddha

4. Vajrayana-Buddhismus

Auch als „esoterischer Buddhismus“ bezeichnet, entwickelte er sich im Himalaya und ist die Hauptreligion Bhutans und der Mongolei. Diese Richtung des Buddhismus kennt vier Schulen:

  • Nyingma: Diese Schule bezieht sich auf die Reinigung von Körper, Geist und Wort. Es geht darum, die absolute Wahrheit zu fördern.
  • Kagyü: Diese Schule fördert die Transzendenz der konzeptionellen Ausarbeitung, die Vereinfachung von Phänomenen und die Verwirklichung des Pfades.
  • Sakya: Sakya basiert auf der Lamdré-Lehre oder dem „Weg der Frucht“. Das wichtigste Dharma-System dieser Schule ist der „Weg mit seinen Ergebnissen“.
  • Gelug: Das ist eine der wichtigsten Schulen des Buddhismus in Tibet; ihr gehört der Dalai Lama an. Manchmal wird sie auch der Mahayana-Strömung zugeordnet, weil sie bestimmte Sutras mit dieser teilt.

Die verschiedenen Arten des Buddhismus haben unzählige Menschen inspiriert und ermutigen uns dazu, mehr nach innen und weniger nach außen zu schauen.