Studie belegt: Die Weihnachtszeit verändert das Gehirn

Weihnachten bedeutet für manche Nostalgie und Kindheitserinnerungen, für andere Einsamkeit und Trauer.
Studie belegt: Die Weihnachtszeit verändert das Gehirn
Sergio De Dios González

Geprüft und freigegeben von dem Psychologen Sergio De Dios González.

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 14. Dezember 2022

Die Weihnachtszeit lädt uns zu Aktivitäten ein, denen wir sonst selten nachgehen. Wir richten es uns zu Hause gemütlich ein, dekorieren alles festlich, und auch draußen sorgen Lichterketten und weihnachtliche Dekorationen für eine besondere Atmosphäre, die unsere Gefühlswelt beeinflusst. Eine Studie informiert uns, dass Weihnachten nicht nur unsere Gewohnheiten, sondern auch unsere Gehirnaktivität verändert. Erfahre heute mehr darüber.

“Ich werde Weihnachten in meinem Herzen ehren und versuchen, es das ganze Jahr hindurch aufzuheben.”

Charles Dickens

Familie zur Weihnachtszeit

Wie die Weihnachtszeit unsere Gehirnaktivität verändert

Ein Wissenschaftlerteam der Universität Kopenhagen hat die Auswirkungen von Weihnachten auf das Gehirn untersucht, indem es mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie die Gehirnaktivität bei Weihnachtsstimmung analysierte.

Die Forscher arbeiteten mit einer Gruppe von Teilnehmern, die seit ihrer Kindheit jedes Jahr Weihnachten feierten und eine positive Einstellung zur Weihnachtszeit aufwiesen. Die Teilnehmer der zweiten Gruppe waren nicht daran gewöhnt, Weihnachten zu feiern.

Sie stellten in der ersten Gruppe als Reaktion auf weihnachtliche Bilder oder Reize eine Aktivierung bestimmter Gehirnareale fest. Insbesondere wurden Veränderungen im sensomotorischen Kortex, im primär motorischen, im prämotorischen Kortex und im Parietallappen beobachtet. In der zweiten Gruppe konnte das Team diese Reaktionen nicht beobachten.

Was bedeutet das? Menschen, die Weihnachtstraditionen verinnerlicht haben, reagieren darauf, indem sie Aspekte wie Erinnerung und motorische Empfindungen ins Spiel bringen. Die Weihnachtszeit scheint Nostalgie und Reminiszenzen auszulösen. Deshalb weist das Gehirn dieser Personen zu Weihnachten ein Aktivierungsmuster auf, das von anderen Jahreszeiten abweicht.

Weihnachtserlebnisse

Das veränderte Umfeld beeinflusst außerdem die Stimmung, was sich ebenfalls im Gehirn widerspiegelt. Die Weihnachtszeit stimmt uns fröhlich und nachdenklich, wir nehmen an Veranstaltungen teil, treffen Menschen, die wir vielleicht schon lange nicht mehr gesehen haben und genießen die festliche Atmosphäre. Auch folgende Faktoren wirken sich auf unser Gehirn aus:

Weihnachtsstress

In der Weihnachtszeit haben viele zusätzliche soziale Verpflichtungen und sind außerdem mit den Vorbereitungen für das Familienfest beschäftigt: Geschenke kaufen, Kekse backen, Weinhachtsdekoration, Vorkochen… Stress steht in diesen Tagen deshalb auf der Tagesordnung. Die Amygdala wird aktiv und setzt das Stresshormon Cortisol frei. Unser Tipp: Beginne rechtzeitig mit den Vorbereitungen und konzentriere dich auf das Wesentliche.

Die Weihnachtszeit verläuft nicht immer so harmonisch, wie wir es gerne hätten. Die Autorin und Kommunikationstrainerin Piroska Gavallér-Rothe hat einige hilfreiche Tipps zusammengestellt, um friedlich durch die Feiertage zu kommen: Krach an Weihnachten? Das muss nicht sein!

Geschenke

Weihnachten und Geschenke sind wie Brot und Butter: Geben und Empfangen erzeugen emotionale Zufriedenheit. Die Großzügigkeit wird nämlich mit den Botenstoffen Dopamin und Endorphin belohnt. Ist es dir nicht möglich, jene Geschenke zu kaufen, die du gerne verschenken möchtest, oder erhältst du nicht, was du dir wünschst, kann es auch zu Enttäuschung oder sogar Traurigkeit kommen. Natürlich besteht immer die Möglichkeit, dich selbst mit einem Geschenk zu belohnen.

Familie und Freunde

Zur Weihnachtszeit genießen die meisten Menschen Besuche von Familie und Freunden, doch das kann auch anstrengend sein. Manche fühlen sich damit überfordert, andere sind einsam und warten vergebens auf nette Gesellschaft. In der Weihnachtszeit erinnern sich viele auch an geliebte Menschen, die nicht mehr da sind. Diese Situationen wirken sich ebenfalls auf unsere Gehirnaktivität aus.

Einsamkeit kann Depressionen und Demenz begünstigen.

Freunde in der Weihnachtszeit

Exzesse

Die Weihnachtszeit lädt zu üppigen Speisen und leckerem Weihnachtsgebäck ein. Auch Wein, Sekt und andere alkoholische Getränke sind gang und gäbe. Wir alle kennen die Auswirkungen auf unser Gehirn. Die Folgen der Exzesse spüren wir oft noch einige Zeit nach Weihnachten.

In der Nachweihnachtszeit spüren viele auch eine gewisse Traurigkeit und Melancholie, denn die freien Tage, die Familientreffen und die festliche Atmosphäre weichen jetzt wieder der Routine und den Verpflichtungen. Das Gehirn muss sich wieder umstellen und an die Normalität anpassen.

Genieße die Weihnachtszeit, ohne dich bei den Vorbereitungen stressen zu lassen oder dem Konsumzwang zu verfallen. Es geht auch anders.

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  • Hougaard, A., Lindberg, U., Arngrim, N., Larsson, H. B. W., Olesen, J., Amin, F. M., Ashina, M., & Haddock, B. T. (2015). Evidence of a Christmas spirit network in the brain: functional MRI study. B M J, 351, 1-6. [h6266]. https://doi.org/10.1136/bmj.h6266.
  • Mederos Pérez, M. A. (2011). Vivimos la Navidad. La Libreta.

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