Strategien für eine bessere Schmerztoleranz

20 August, 2020
Die Wissenschaft hat bewiesen, dass die Art und Weise, wie Mensch körperliche Schmerzen wahrnehmen, subjektiv ist. Aus diesem Grund kann es wirksam sein, den Geist zu trainieren, um die Schmerztoleranz zu erhöhen.

Viele Gesundheitszustände gehen mit Schmerzen einher. Körperliche Schmerzen verursachen den Betroffenen oft großes Leiden und können sich sogar zu einer schweren Belastung entwickeln. Daher lohnt es sich, zu wissen, dass es neben Schmerzmitteln auch andere Strategien gibt, mit denen du deine Schmerztoleranz verbessern kannst. Sie könnten schließlich sogar in der Lage sein, die Medizin insgesamt zu ersetzen.

Die Harvard Medical School hat gezeigt, dass körperliche Schmerzen eng mit unserem geistigen Zustand verbunden sind. So haben verschiedene Studien aufgezeigt, dass die Art und Weise, wie wir Schmerzen erleben, stark von folgenden Faktoren abhängt:

Wissenschaftler haben Fälle beobachtet, in denen eine Person eine Zeit lang körperliche Schmerzen hatte und sich danach wieder besser ging. Allerdings können die Betroffenen die Schmerzen immer noch fühlen, obwohl sie „geheilt“ sind. Dies liegt daran, dass sich das Gehirn an bestimmte Empfindungen gewöhnt und diese automatisch reproduziert, was in vielerlei Hinsicht dem -„Phantomschmerz“-Effekt ähnelt.

Die Schmerztoleranz ist von Mensch zu Mensch verschieden

Die mentale Wahrnehmung von körperlichem Schmerz

Es ist nicht ungewöhnlich, den Geist so zu behandeln, als wäre er vom Körper getrennt. Allerdings dürfen wir nicht nur rein biologische Fakten berücksichtigen. Wir haben ein Gehirn, das alles, was es erlebt, interpretiert und ihm Bedeutung beimisst. Infolgedessen wirkt sich jeder körperliche Schmerz, den wir erleben, auch auf unseren Geist aus.

Jeder Mensch hat in Bezug auf Schmerz eine Art Entwurf im Kopf. Wenn wir Schmerz erleben, messen wir ihm eine Bedeutung zu und bilden Erwartungen auf. Wir reagieren auch auf eine bestimmte Art und Weise darauf. Diese Praxis bestimmt die Intensität des Schmerzes und die Toleranzschwelle.

Die Schmerzschwelle ist ein Konzept, das sich auf unsere Fähigkeit bezieht, körperliche Schmerzen zu tolerieren. Diese Kapazität ist von Person zu Person unterschiedlich. Für einige Menschen ist das schmerzhafte Gefühl selbst bei einer minimalen Stimulation intensiv. Andere wiederum vertragen dagegen sogar sehr intensive Stimulationen. Die individuellen Unterschiede variieren je nach psychischer Verfassung der einzelnen Personen.

Schmerztoleranz: Strategien zum Umgang mit körperlichen Schmerzen

Eine Reihe von Strategien hat sich im Umgang mit der Schmerztoleranz als wirksam erwiesen. Die erste Strategie bezieht sich zum Beispiel auf Entspannungspraktiken. Sie helfen dem Körper und Geist, einen ruhigeren Zustand zu erreichen, was körperliche Schmerzen wiederum erträglicher macht.

Die Hauptstrategien sind folgende:

  • Übe tiefes Atmen. Dies ist die grundlegendste und auch einfachste Strategie; du atmest einfach ein und aus. Experten empfehlen, die Atmung mit einer positiven Botschaft zu verbinden und das Leid auszuatmen, um die körperlichen Schmerzen zu lindern.
  • Übe dich in kompletter Aufmerksamkeit. Diese Strategie besteht darin, sich auf den Schmerz zu konzentrieren und zu untersuchen, wie er sich äußert. Versuche nicht, ihn zu interpretieren oder abzulehnen; beobachte ihn stattdessen einfach.
  • Einfache Meditation. Du solltest deine Aufmerksamkeit auf den Rhythmus deiner Atmung richten und ihn mit deinem Verstand verfolgen. Stelle dir einen ruhigen Ort vor und denke dann fest daran. Wenn eine Ablenkung auftritt, kehre zu diesem Bild zurück.
  • Entspannung. Wenn du Schmerzen hast, die Stress erzeugen, führe eine einfache Meditation durch. Das Ziel ist es, deinen Herzschlag zu verlangsamen und deine Muskeln zu entspannen.
Es ist eine gute Idee, ein entspannendes und ablenkendes Hobby zu entwickeln

Andere wichtige Übungen, um die Schmerztoleranz zu verbessern

Um die Kontrolle über das Gefühl körperlicher Schmerzen zu verbessern, ist es auch wichtig, andere Übungen durchzuführen. Im Gegensatz zu den oben genannten beziehen sich diese eher auf externe, als auf interne Faktoren. Es ist daher immer eine gute Idee, ein entspannendes und ablenkendes Hobby zu entwickeln. Hier sind einige gute Beispiele:

  • spazieren gehen
  • sich um den Planeten kümmern
  • malen oder zeichnen

Darüber hinaus wird auch das Lesen gerne empfohlen, da es deine Konzentrationsfähigkeit erhöht. Dies ist sehr nützlich, um die Schmerztoleranz zu verbessern, und es hilft auch, Stress abzubauen. Die Poesie ist in diesen Fällen ebenfalls ein großartiger Begleiter.

Es ist dagegen nicht gut, zu lange allein zu sein. Denn der Kontakt mit anderen ist eine positive Anregung. Beachte jedoch, dass du diese Beziehungen nicht nur nutzen solltest, um über deine körperlichen Probleme zu sprechen. Wenn du der Meinung bist, dass du ständig darüber sprechen musst, ist eine Therapie die bessere Alternative. Auf diese Weise wirst du deine Lieben nicht überwältigen und erhältst gleichzeitig die professionelle Hilfe, die du benötigst.

Martínez Sánchez, L. M., Martínez Domínguez, G. I., Gallego González, D., Vallejo Agudelo, E. O., Lopera Valle, J. S., Vargas Grisales, N., & Molina Valencia, J. (2014). Uso de terapias alternativas, desafío actual en el manejo del dolor. Revista de la Sociedad Española del Dolor, 21(6), 338-344.