Stranger Things: Wie man mit einer posttraumatischen Belastungsstörung umgeht

· 16. Oktober 2018

Eine posttraumatische Belastungsstörung tritt nach Traumata häufig auf. Diesbezüglich agieren in der beliebten Suspense- und Fiction-Serie Stranger Things  einige sehr interessante Charaktere, die uns helfen, diese Störung besser zu verstehen.

Lies weiter, um zu erfahren, wie die posttraumatische Belastungsstörung Menschen wie Eleven, Will und Joyce beeinflusst hat. Wir möchten dich jedoch warnen, dass dieser Artikel Spoiler enthält. Du entscheidest, ob du weiterlesen möchtest oder nicht.

Stranger Things

Stranger Things,  in denen das Übernatürliche auf dich lauert

Stranger Things  wurde 2016 von den Duffer-Brüdern ins Leben gerufen. Die Serie war über Netflix zu sehen und umfasst bislang 17 Episoden, die in zwei Staffeln unterteilt sind. Netflix hat die zweite Staffel im Jahr 2017 veröffentlicht und es wurde bestätigt, dass eine dritte Staffel auf dem Weg ist.

Stranger Things spielt im Jahre 1983 in der fiktiven Stadt Hawkins. Das Hawkins National Laboratory, in dem angeblich Energieforschung betrieben wird, hat seinen Sitz in dieser Stadt. Der wahre Zweck des Hawkins National Laboratory ist jedoch geheim. Tatsache ist, dass dort paranormale und übernatürliche Forschung stattfindet.

Eleven ist im Hawkins National Laboratory aufgewachsen. Sie wurde mit ungewöhnlichen Fähigkeiten geboren und die Wissenschaftler im Labor wollten diese für politische Zwecke einsetzen. Zu Beginn der Serie flüchtet Eleven aus dem Labor. Nachdem sie entkommen ist, trifft sie Mike und seine Freunde.

Mike, Dustin und Lucas wiederum sind Freunde von Will Byers. Will ist jedoch kürzlich verschwunden. Obwohl das zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt ist, wurde Will von einem Monster aus einem Paralleluniversum entführt. In diesem Paralleluniversum muss er sich vor dem schrecklichen Monster verstecken, durchgefroren und hungrig.

Die erste Serie entwickelt sich im Laufe einer Woche. Wills Mutter Joyce und der Polizeichef Hopper suchen nach dem Jungen. Joyce und Hopper sind es auch, die die große übernatürliche Verschwörung, an der die Regierung beteiligt ist, aufdecken.

Szene aus "Stranger Things"

Posttraumatische Belastungsstörung in der zweiten Staffel von Stranger Things

Am Ende der ersten Staffel retten Wills Freunde und Familie ihn aus der anderen Welt. An diesem Punkt beginnt die zweite Staffel. Seine Mutter und sein älterer Bruder versuchen, dem Jungen wieder ein normales Leben zu ermöglichen. Jedoch erlebte Will ein zutiefst traumatisches Ereignis und die Rückkehr zur Normalität erweist sich als äußerst schwierig für ihn.

Denke daran, dass ein Trauma eine Situation ist, die das psychologische Wohlbefinden einer Person bedroht. Es wirkt also in Momenten, in denen diese Person eine Bedrohung wahrnimmt, die eine sehr intensive Angst erzeugt. Wie viele Überlebende überwältigender Erfahrungen beginnt Will, eine posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln.

Diese Störung kann sich jederzeit, auch unerwartet, nach einer traumatischen Situation entwickeln. Sie muss nicht sofort auftreten. Wie das Trauma selbst ist die posttraumatische Belastungsstörung erdrückend. Die Symptome sind vielfältig und werden nicht selten anderen Störungen zugeordnet. Zum Beispiel kann eine Person gleichzeitig an Depressionen und einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, was die Diagnose erschwert.

Szene aus "Stranger Things"

Der Jubiläumseffekt der posttraumatischen Belastungsstörung

Während der zweiten Staffel leidet Will unter Panikattacken und Dissoziation. Darüber hinaus fängt er an, Episoden zu durchleben, in denen er denkt, er wäre zurück in der Parallelwelt, in der er ursprünglich gefangen war. In der Serie wird dies als Jubiläumseffekt definiert.

Der Jubiläumeffekt ist ein Phänomen, das Psychologen auch bei realen Patienten beobachten, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, wie beispielsweise Soldaten. Er tritt auf, wenn sich die Symptome verschlechtern, sobald sich der Jahrestag des traumatischen Ereignisses nähert.

Spezialisten erklären den Jubiläumseffekt als seltsames Zusammenspiel von Faktoren. Der relevanteste Faktor dabei sei die Umwelt, die unangenehme Erinnerungen und Empfindungen auslöst. Dieser Effekt könne durch Bilder, Geräusche, Gerüche oder sogar Geschmäcker, die während des Traumas erfahren wurden, ausgelöst werden.

Oftmals klingen die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung schnell wieder ab, sobald der Jahrestag des traumatischen Ereignisses vorüber ist.

Andere Erscheinungsformen der posttraumatischen Belastungsstörung in Stranger Things

Die posttraumatische Belastungsstörung kann in vielen Formen auftreten. Will, in der Serie das wichtigste Opfer, leidet im Vergleich zu allen anderen wesentlich stärker unter dieser Störung. Dennoch können viele Menschen betroffen sein, wenn ein traumatisches Ereignis auftritt.

So zeigen auch Wills Freunde und Familie Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung, wenn auch auf unterschiedliche Weisen. Joyce, Wills Mutter, erfährt Angstzustände. Wills Freunde haben Albträume. Mikes ältere Schwester, die sich der bösen Kreatur stellte, verspürt Schuld und Reue.

Szene aus "Stranger Things"

Zu den häufigsten Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung zählen wiederkehrende Erinnerungen, die authentisch scheinen und sich oft auf die traumatische Situation beziehen. Darüber hinaus kann eine Person mit dieser Störung leicht reizbar oder verärgert sein. Außerdem können Betroffene eine gewisse Vorliebe für soziale Isolation zeigen oder sich feindselig geben. Manche Menschen, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, erfahren derart intensive symptomatische Episoden, dass sie ihre physische Gesundheit gefährden. Einige Betroffene verspüren Übelkeit, Magenprobleme und schwere Migräne. Andere verlieren das Interesse an Aktivitäten, die sie einst mochten. Auch können diese Patienten an Schuld und Einsamkeit leiden. Diese Symptome sind mit einer depressiven Störung verbunden.

Daher ist es wichtig, nach einem traumatischen Ereignis einen Spezialisten aufzusuchen. Ein Spezialist hilft dem Opfer, die möglichen Auswirkungen der posttraumatischen Belastungsstörung zu behandeln und zu überwinden. Es ist nicht falsch, nach Hilfe zu fragen oder Hilfe zu erhalten. Auf gesellschaftlicher Ebene ist es zudem wichtig, dass Betroffene nicht durch ihre Symptome in Verlegenheit gebracht werden.

Die posttraumatische Belastungsstörung tritt viel häufiger auf, als wir denken. Dennoch kann sie durch eine entsprechende Intervention behandelt werden.

„Tu nichts, nur weil andere Leute dir sagen, dass du es tun sollst.“

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