Sorge für dich - Selbstmitgefühl verbessert dein Wohlbefinden

26 Juli, 2020
Selbstmitgefühl trägt zu einem gesunden Lebensstil bei und sorgt dafür, dass du dich psychisch besser fühlst. Aber was bedeutet Mitgefühl mit sich selbst eigentlich? Wir erklären es dir.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Wege, Selbstmitgefühl zu interpretieren. In der Psychologie versteht man darunter die Fähigkeit, weniger kritisch und stattdessen nachsichtiger und verzeihender mit sich selber zu sein. Dies ermöglicht es dir, eine realistischere Perspektive auf deine Situation einzunehmen.

Selbstmitgefühl bedeutet, dass du dich selber mit Empathie behandelst und freundlich mit dir bist, ohne deine Fehler zu kritisieren oder zu bewerten. Dies hilft dir dabei, deine Motivation aufrechtzuerhalten, ohne dass du dir zu viele Sorgen über den Erfolg und Misserfolg all dessen machst, was du tust oder nicht tust.

Somit ist Selbstmitgefühl eine Fähigkeit im Rahmen der emotionalen Intelligenz, die sowohl reflexiv als auch nährend und förderlich ist. Sie ermöglicht es dir, einen Raum zu eröffnen, in dem du dich besser kennenlernst, mehr für dich selber sorgst und dich um alles kümmern kannst, was dir widerfährt. Durch Selbstmitgefühl lenkst du deinen Blick in dein Inneres.

Es ist nicht immer möglich, das zu bekommen, was du dir wünschst und all die Erwartungen zu erfüllen, die du an dich selber hast. Infolgedessen wirst du möglicherweise unter Stress, Frustration und Selbstkritik leiden, wenn du diese Realität nicht akzeptierst.

Wenn du aber akzeptierst, dass diese Realität ganz einfach ein Teil des menschlichen Daseins ist, wirst du positive Emotionen wie beispielsweise Mitgefühl erleben. Und dies wird dir dabei helfen, jede Situation im Leben zu bestehen und zu bewältigen.

Selbstmitgefühl - Frau mit Schmetterling

Wenn du kein Mitgefühl mit dir selber hast…

Wenn du kein Mitgefühl mit dir selber hast, wirst du möglicherweise Folgendes erleben:

  • Wut und Schwierigkeiten, aufgrund deiner Isolation mit dir selber in Kontakt zu treten.
  • Verantwortungslosigkeit, das bedeutet, dass du andere für dein eigenes Leiden verantwortlich machst. Wenn du dein Leben nur Schwarz oder Weiß siehst, wird es dir schwerfallen zu akzeptieren, dass du die Möglichkeit hast, dich und dein Leben zu verändern. Die Veränderung hängt von dir ab.
  • Verachtung ist das Gefühl von Unfähigkeit und Verletzlichkeit. Außerdem äußert sie sich auch in der Sprache und non-verbalen Gesten, um dieses Gefühl auszudrücken.
  • Verzweiflung macht es sehr schwer, den Moment zu genießen. Darüber hinaus verhindert sie die Zuversicht, dass bessere Zeiten kommen werden.
  • Ziellosigkeit entsteht, wenn du dich verloren fühlst und keinen Sinn im Leben finden kannst.

Wenn du kein Selbstmitgefühl empfindest, wird es dir schwerfallen, dich daran zu erinnern, dass es möglich ist, aus jeder Erfahrung etwas Gutes zu ziehen. Außerdem wirst du möglicherweise nicht daran denken, dass dir jedes Erlebnis auch dabei helfen kann, wenn du dich in der Zukunft in einer ähnlichen Situation befinden wirst.

Mitgefühl und Selbstmitgefühl

Mitgefühl entsteht aus der Wahrnehmung des Leidens eines anderen Menschen. Es erwächst aus einer offenen Haltung, ohne die Erfahrung zu beurteilen. Darüber hinaus nimmst du nicht nur einfach dieses Leiden wahr, sondern ergreifst auch die Initiative, um den Schmerz zu lindern.

Mitgefühl ist die Fähigkeit, denjenigen, die leiden, freundlich und einfühlsam zu begegnen und jedem eine helfende Hand zu reichen, der sie benötigt. Auch wenn dies bedeutet, sich auf ihre Fehler und Schwächen einzulassen.

Selbstmitgefühl hat letztendlich die gleiche Bedeutung. Allerdings gilt diese Hilfe und Großherzigkeit diesmal dir selber. Anhand der folgenden Konzepte wirst du noch besser verstehen, was damit gemeint ist:

  • Freundlichkeit ist die Fähigkeit, verständnisvoll und einfühlsam mit dir selber zu sein, wenn du dich unzulänglich, inkompetent oder nicht durchsetzungsfähig fühlst.
  • Menschlichkeit bedeutet, dass du dich nicht isolierst oder zurückziehst, wenn du leidest. Weil du erkennst, dass sich viele Menschen in der gleichen Situation befinden. Außerdem bedeutet es zu verstehen, dass Fehler, Unvollkommenheit und Schmerz ein Teil der menschlichen Erfahrung sind.
  • Aufmerksamkeit. Dies ist die Fähigkeit, deine Erfahrungen offen und objektiv zu beobachten, ohne sie zu beurteilen. Es bedeutet, dass du eine ausgewogene Perspektive auf deine Emotionen beibehältst, ohne dabei den Schmerz zu verleugnen oder zu unterdrücken oder dich ausschließlich mit ihm zu identifizieren.
  • Selbstmitgefühl hängt sehr eng mit psychischer Widerstandskraft oder Resilienz zusammen. Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit, ein Trauma oder traumatische Erfahrungen zu überwinden und gestärkt daraus hervorzugehen. Dadurch verbessert sich deine Fähigkeit, ruhig zu bleiben, deine Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen.

Außerdem hängt Selbstmitgefühl mit emotionalem Wohlbefinden, Optimismus, Lebenszufriedenheit, Autonomie und Weisheit zusammen und trägt zur Verringerung von Ängsten, Stress und Schamgefühlen bei.

Die Vorteile von Selbstmitgefühl

Wenn du sehr hohe Erwartungen an dich selber hast und dich permanent innerlich kritisierst, wird dein Unbehagen wachsen, wenn sich die Dinge nicht so entwickeln, wie du das willst. Das liegt daran, dass der Perfektionismus, den du dir selber auferlegst, Gefühle wie Frustration und Unfähigkeit verstärkt.

Durch Selbstmitgefühl kannst du ein Gleichgewicht darin finden, wie du dich selber behandelst, wenn sich Dinge nicht in deinem Sinne entwickeln. Du kannst dies tun, indem du auf dich selber hörst und Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen keinen Raum einräumst.

Außerdem trägt Selbstmitgefühl dazu bei, deine Selbstachtung und dein Einfühlungsvermögen in dich selbst zu verstärken, indem du erlernst, für dich zu sorgen, anstatt dich zu kritisieren, wenn du leidest oder das Gefühl hast, versagt zu haben.

Selbstmitgefühl - Frau mit geschlossenen Augen

Menschen, die sehr viel Selbstmitgefühl haben, betrachten ihre Probleme aus einer weiteren Perspektive und fühlen sich weniger isoliert. Außerdem erleben sie häufig, dass sich ihre Ängste verringern und sich gleichzeitig ihr Bewusstsein für ihre Probleme erhöht.

Selbstmitgefühl ermöglicht es dir, besser mit negativen Gedanken umzugehen, weil du emotionale Regulierungsmechanismen entwickelst. Positive Emotionen nehmen zu und tragen dazu bei, Gefühle der sozialen Verbindung und Lebenszufriedenheit aufzubauen.

Auf diese Weise ist es möglich, dass du eine klare Perspektive einnimmst und größere kognitive Flexibilität erreichst. Darüber hinaus wird es dir leichter fallen, dich an Veränderungen anzupassen.