2 Wege, nett zu sich selbst zu sein

30. Juli 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Nett zu sich selbst - Hand hält aus Papier gefaltetes Herz.

Viele der Probleme, die uns bekümmern, haben denselben Ursprung: fehlende Selbstliebe. Durch den Druck der Außenwelt, dem wir ausgesetzt sind, durch die Anforderungen an uns selbst und durch das Gefühl, verloren und unsicher zu sein, kann es passieren, dass wir zu rau zu uns selbst sind. Wollen wir uns also besser fühlen, müssen wir zuerst nett zu uns selbst sein.

Das Konzept, sich selbst Mitgefühl zu zeigen, geht auf den Buddhismus zurück. Sich selbst zu lieben bedeutet, Tonfall und Großzügigkeit, die wir auch gegenüber engen Freunden zeigen, anstelle dieser Wand aus Selbstkritik, die niemanden weiterbringt, uns selbst entgegenzubringen. Achten wir darauf, merken wir schnell, dass wir mit uns selbst oftmals wie mit dem schlimmsten Feind reden.

Studien zu diesem Thema zufolge bedarf es dreier Dinge, um nett zu sich selbst zu sein:

  • Selbstliebe: Dieser Punkt bezieht sich auf die Fähigkeit, sich selbst zu verstehen und zu lieben. Das beinhaltet auch, sich selbst zu vergeben, wenn man Fehler macht.
  • Geteilter Sinn für Menschlichkeit: Dieser befremdliche Begriff versteckt sich in Wahrheit hinter einer simplen Einstellung. Es geht um das Wissen darum, dass niemand perfekt ist und dass wir alle das Recht haben, Fehler zu machen. Das hilft uns, zu verstehen, dass wir weder besser noch schlechter sind als andere.
  • Achtsamkeit: Die Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu leben, ermöglicht es uns, Probleme nüchtern zu betrachten, wenn sie auftreten. Zusätzlich macht sie uns geduldiger mit uns selbst.

Frau strahlt Selbstbewusstsein aus.

Wie entwickle ich die Fähigkeit, nett zu mir selbst zu sein?

Jetzt, da du weißt, was Selbstliebe nach sich zieht, wunderst du dich vielleicht, wie man nett zu sich selbst sein kann. Dieses Verhalten wird uns nicht in die Wiege gelegt. Eventuell tendierst du aufgrund der Genetik eher zu solchem Verhalten, mehr aber auch nicht. Nett zu sich selbst zu sein, braucht also viel Mühe und eine gute Dosis harte Arbeit.

Forscher haben herausgefunden, dass eine der besten Strategien zur Entwicklung der Selbstliebe ist, dem Ich die richtigen Fragen zu stellen. Sich selbst gewisse Dinge zu fragen, kann den Blickwinkel und das Verhalten ändern. Das ist wichtig, wenn wir mit anderen zu tun haben, und wesentlich, wenn es um uns selbst geht. Im Folgenden stellen wir zwei der wichtigsten Fragen, die im Zusammenhang mit Selbstliebe zu beantworten sind.

„Was brauche ich, damit es mir gut geht?“

Diese Frage wirkt ziemlich einfach, aber dennoch können die meisten Menschen sie nicht beantworten. Im Allgemeinen ausgedrückt kümmern wir uns so intensiv um das, was wir „tun sollten“, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse vergessen.

Einer der verdrehten Gedanken, der sich darauf bezieht, ist unsere negative Assoziation mit Egoismus. Möchte jemand an seinem eigenen Glück arbeiten, wird er schnell schief angeschaut. Sollten wir uns nicht für andere aufopfern? Aristoteles zufolge hat das Kümmern um sich selbst nichts mit Egoismus zu tun – es ist schlicht notwendig.

Um anderen helfen zu können, müssen wir zuerst fähig zu sein, zu geben. Denke einmal darüber nach: Wer hat mehr Potenzial, Gutes zu tun? Jemand, der unglücklich ist, weil er sich nicht um sich selbst kümmert? Oder, im Gegenteil, jemand, der gut über sich selbst denkt, weil er weiß, wie er nett zu sich selbst ist?

„Wie würde ich geliebte Personen in derselben Situation behandeln?“

Regelmäßig machen wir uns selbst zu unserem größten Feind. Niemand urteilt strenger über uns oder fordert mehr als wir selbst. Das kann zu ernsthaften Problemen mit dem Selbstvertrauen führen. Es ist unmöglich, unsere hohen Anforderungen an uns selbst zu erfüllen.

Stelle dir vor, du hattest gerade Streit mit deinem Partner und er gibt dir an allem die Schuld. In dieser Situation wirfst du dir vielleicht vor: „Wieso bin ich immer der, der alles falsch macht? Wie konnte ich nur so unsensibel sein? Ich werde allein enden, wie immer.“

Das nächste Mal, wenn du dich in einem solchen Kreislauf aus irrationalen Gedanken wiederfindest, stelle dir vor, du würdest diese Vorwürfe Menschen manchen, die dir nahestehen. Würdest du ihnen damit wirklich helfen? Wenn du das verneinst, wieso solltest du dich selbst so behandeln? Du musst lernen, nett zu dir selbst zu sein.

Mädchen hält Herz vor ihr Gesicht.

Fazit

Sich selbst mit Mitgefühl zu behandeln ist eine Fähigkeit, die schwer zu erlernen ist. Auch wenn es manchmal nötig ist, Änderungen einzuleiten, kann der raue Umgangston mit uns selbst zu großem Leid führen. Deswegen ist es das wert, nett zu sich selbst zu sein.

Was also ist dein nächster Schritt? Jetzt, da du diese beiden Fragen kennst, entscheide dich dazu, dir diese Fragen zu stellen, wenn du das nächste Mal mit Selbstzweifeln kämpfst. Auch wenn es sich am Anfang komisch anfühlt, wird es nach und nach normal, mehr Selbstliebe zu zeigen.

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