Serotonin - der Neurotransmitter, der für innere Ruhe und Frieden sorgt

21 November, 2020
Wenn du dich ruhig und gelassen fühlen willst, brauchst du nicht weit suchen. Deine Neurotransmitter tun eine Menge für deinen inneren Frieden.

Wenn du an innere Ruhe und Frieden denkst, stellst du dir wahrscheinlich folgendes vor: Du ruhst dich aus und spürst dabei, wie sich dein Herz öffnet. Du empfindest ein Gefühl der Großzügigkeit. Vielleicht erscheint dir das auch wie eine Szene aus einer idyllischen Zukunft, die möglicherweise unerreichbar ist. Wenn du aber die richtigen Werkzeuge hast, kannst du im Hier und Jetzt inneren Frieden finden. Erfahre heute, was Serotonin damit zu tun hat.

Halte dir unbedingt vor Augen, dass die meisten von uns im echten Leben einen hohen Cortisolspiegel haben. Das liegt an unserer täglichen Stressbelastung. Deine Nebenniere leistet ganze Arbeit, damit du dich dem Chaos einer reizüberfluteten Umgebung anpassen kannst.

Dein Körper gibt eine Substanz namens Serotonin ab, damit du Stress abbauen und ruhig bleiben kannst.

Das Zentralnervensystem und bestimmte Zellen im Verdauungstrakt stellen diesen Neurotransmitter her. Serotonin hat eine Vielzahl von Aufgaben im menschlichen Körper. Die meisten davon haben mit Wohlbefinden und innerer Ruhe zu tun. Serotonin wird landläufig häufig als “Glückshormon” bezeichnet, weil es eine wichtige Rolle bei deinem körperlichen Wohlbefinden spielt.

Eine Frau hat die Augen geschlossen und steht an einem Ufer.

Serotonin erhält den Friedensnobelpreis

Der Neurotransmitter Serotonin spielt im zentralen Nervensystem eine wichtige Rolle: Er hemmt die Wut und unterdrückt Aggressionen. Deshalb könnte man sagen, dass für die Verhinderung zahlloser Kämpfe und Streitigkeiten eigentlich Serotonin verantwortlich ist.

Bei erhöhtem Serotoninspiegel hat der Mensch ein Gefühl von allgemeinem Wohlbefinden, der Entspannung, Konzentration und Motivation. Auch das Selbstwertgefühl ist größer. Alles in allem ist das sehr angenehm und erzeugt in dir ein Gefühl von Ruhe und Frieden.

Serotonin reguliert im Gehirn Angstzustände. Das hebt beim Menschen die Stimmung. Er fühlt sich glücklicher und sieht die Dinge, die in seinem Leben geschehen, in einem positiveren Licht.

Serotonin ist primär für einige der folgenden Abläufe im Körper zuständig:

  • Der Appetit wird geregelt. Der Neurotransmitter dabei sorgt für ein Sättigungsgefühl.
  • Das sexuelle Verlangen wird ausgeglichen.
  • Die Körpertemperatur wird kontrolliert.
  • Motorische Aktivität.
  • Wahrnehmung und kognitive Funktionen.

Serotonin mildert auch die Auswirkungen anderer bekannter Neurotransmitter wie Dopamin und Noradrenalin ab. Noradrenalin kann zu Gefühlen der Angst, Furcht, Aggressivität, zu Ess-Störungen sowie Süchten führen.

Serotonin kommt in Magen und Darm in großen Mengen vor und hilft beim Verdauungsprozess. Und als ob das noch nicht reichen würde, ist es auch für Übelkeit zuständig. Das kommt daher, dass bei einer Erhöhung des Serotoninspiegels leichter toxische Substanzen aus dem Darm ausgeschieden werden können, wie zum Beispiel durch Durchfall. Serotonin stimuliert das Hirnareal, das die Übelkeit kontrolliert.

Außerdem führt Serotonin zu einer Gefäßverengung, was wiederum die Blutgerinnung erleichtert. Die Blutplättchen im Blutstrom setzen Serotonin frei, um die Wundheilung zu unterstützen.

Cortisol und Schlafzyklen

Nachts sinkt auf natürliche Weise unser Cortisolspiegel. Cortisol hält den Menschen aufmerksam und munter. Fällt der Cortisolspiegel, kommt es zu einer negativen Rückkopplung mit Serotonin. Es öffnet dann die Pforte für die Freisetzung des Schlafhormons Melatonin. Für die Produktion von Melatonin und die Regulierung unserer Schlafzyklen ist die Zirbeldrüse verantwortlich.

Bei Sonnenaufgang beginnt die Nebenniere damit, unseren Superkraftstoff Cortisol durch den Körper zu schicken, damit wir aufwachen und uns auf den neuen Tag vorbereiten können. Dadurch fällt der Melatoninspiegel ab. Nun wandelt der Körper das Serotonin nicht länger in Melatonin um.

Unsere innere Serotonin-Uhr trägt die Verantwortung dafür, dass die biologischen Funktionen des Schlafzyklus koordiniert werden können. Sie unterstützt den Körper bei der Regulierung der Temperatur und bei der Produktion und Verteilung des Melatonins. Wenn sich alles im Gleichgewicht befindet, schlafen wir tief und fest und sind für den neuen Tag ausgeruht.

Tief und fest schlafende Frau. Serotonin  und Schlafzyklus.

Wenn die Serotoninwerte fallen, ist es dann mit Ruhe und Frieden vorbei?

Frauen produzieren bis zu 50 % weniger Serotonin als Männer. Deswegen reagieren sie auch empfindlicher auf eine Veränderung des Serotoninspiegels. Östrogen und Progesteron sind an Serotonin gebunden. Frauen, deren Eierstöcke mehr Östrogen und Progesteron produzieren, sind widerstandsfähiger gegen Stress, weil sie über mehr Serotonin verfügen.

Frauen, die einen niedrigeren Spiegel an Östrogen und Progesteron haben, haben auch einen niedrigeren Serotoninspiegel. Das kann zu Gefühlen von Feindseligkeit, Reizbarkeit, Depressionen und Wut führen, besonders zu Beginn des Menstruationszyklus.

Der Serotoninspiegel kann durch Stress, den Blutzuckerspiegel und hormonelle Veränderungen beeinflusst werden. Ist der Gehalt von Serotonin im Blut niedrig, kann sich das in der Stimmung zeigen. Manchmal kommt es dann unter anderem zu Aggressivität, schlechter Laune am Morgen, Angstzuständen und Depressionen. Es kann sogar Migräneanfälle verursachen, weil ein niedriger Serotoninspiegel dazu führt, dass sich die Blutgefäße weiten.

Weitere Folgen eines niedrigen Serotonin-Niveaus

Ein niedriger Serotoninspiegel macht sich bei Menschen, die unter Depressionen leiden, bemerkbar. Das führt zum Beispiel zu negativen Gedanken und Unwohlsein. Patienten mit Fibromyalgie haben ebenfalls einen niedrigen Serotoninspiegel, was mit ein Grund für ihre hohe Schmerzempfindlichkeit. Auch bei Schlafstörungen spielt der Serotoninspiegel eine Rolle.

Menschen, die eine Lernbehinderung oder Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis und der Konzentration haben, weisen manchmal einen niedrigen Serotoninspiegel auf. Zuwenig Serotonin im Blut hat einen Einfluss auf schwankendes sexuelles Verhalten und den Appetit. Man hat vielleicht Heißhunger auf Süßigkeiten oder nimmt häufig Mahlzeiten zu sich.

Wenn bei einer Person negative Denkmuster auftreten, kann das destruktiv sein. Wenn man ständig darüber nachdenkt, was einem im Leben fehlt und was andere Menschen über einen denken, könnte das auch ein Hinweis auf einen Serotoninmangel sein. Leistet man den negativen Gedanken Folge, könnte es katastrophale Auswirkungen haben.

Eine Frau sitzt am Boden und überlegt.

Veronika, der Lenz ist da!

Kommt der Frühling und der Sommer, passt sich der Serotoninspiegel an die erhöhte Lichtmenge an. Damit steigert sich auch allmählich das Wohlbefinden, das Glücksempfinden und das sexuelle Verlangen.

Serotonin wird auch als “Lusthormon” bezeichnet, weil es bei sexuellem Verlangen und Sex eine Rolle spielt. Damit man zum Orgasmus kommt, befiehlt der “Oberaufseher” im Gehirn, der Hypothalamus, dem endokrinen System und damit insbesondere der Hypophyse, das Liebeshormon Oxytocin freizusetzen. Nach der Ejakulation lässt die Hypophyse den Serotoninspiegel im Gehirn steigen, wodurch sich ein Gefühl von Frieden und Ruhe einstellt.

Auf den Serotoninspiegel wirken sich auch einige Nahrungsmittel aus. Zum Beispiel ist eine Vorstufe des Serotonins Tryptophan. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, die der Körper nur über die Nahrung aufnehmen kann. Dazu gehören Milch und Milchprodukte, Eier, Fleisch von Huhn und Pute, Soja, Bohnen, Bananen, Ananas, Tomaten, Nudeln, Getreide, Reis, Käse, dunkle Schokolade und mageres Fleisch.

Serotonin erzeugt Glücksgefühl

Serotonin und körperliche Betätigung

Du weißt wahrscheinlich, dass körperliche Betätigung Endorphine freisetzt. Aber wusstest du auch, das damit auch Serotonin freigesetzt wird? Abgesehen von den Vorteilen für den Herz-, Atem- und Bewegungsapparat erhöhen Aktivitäten wie Yoga, Meditation, Zeit im Freien, Tanzen und Spielen den Serotoninspiegel. Dieser kann auch ansteigen, wenn du neue Dinge lernst und deine tägliche Routine veränderst.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich vom Serotonin dein Gefühl des Glücklichseins, des Wohlbefindens und des inneren Friedens ableitet. Es liegt also in deinem ureigensten Interesse, so viel wie möglich zu unternehmen, um deinen Serotoninspiegel zu heben. Worauf wartest du noch?

“Frieden kann wie eine Brille sein, durch die du die Welt siehst. Sei du der Frieden. Lebe ihn. Strahle in aus. Frieden kommt von innen.”

Wayne Dyer