Schizophreniforme Störung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Die schizophreniforme Störung weist ähnliche Symptome wie die Schizophrenie auf. In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Merkmale.
Schizophreniforme Störung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 09. Mai 2022

Die schizophreniforme Störung ist eine psychotische Störung mit Symptomen der Schizophrenie. Der Unterschied zur Schizophrenie liegt in der Dauer der Symptome: Die Diagnose erfolgt, wenn die Symptome nur ein bis maximal sechs Monate andauern. Es handelt sich also in der Regel um eine vorläufige Diagnose, denn in dieser Zeit kann sich die betroffene Person stabilisieren oder eine Schizophrenie entwickeln.

Im Durchschnitt erholt sich ein Drittel in diesem Zeitraum teilweise oder vollständig. Die restlichen Patienten leiden in den meisten Fällen an Schizophrenie oder einer schizoaffektiven Störung.

Frau hat Schizophreniforme Störung
Die schizophreniforme Störung entwickelt sich in der Regel in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter.

Schizophreniforme Störung: Symptome

Die Diagnose schizophreniforme Störung erfolgt laut DSM-V, wenn folgende Symptome zu beobachten sind:

Weitere häufige Symptome sind Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten, sozialer Rückzug, veränderte Kommunikation, Verlust des Realitätsbezugs, bizarre Ideen oder ein verringertes Interesse an alltäglichen Aktivitäten. Diese Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität der betroffenen Personen besonders am Beginn der Erkrankung sehr stark.

Die meisten Personen leiden an Funktionsstörungen in verschiedenen Bereichen, unter anderem im beruflichen und zwischenmenschlichen Umfeld und der Selbstfürsorge. Wenn sich die schizophreniforme Störung nicht zu einer Schizophrenie oder schizoaffektive Störung entwickelt, ist die Prognose gut (Pérez-Egea et al. 2006).

Schizophreniforme Störung: Hauptursachen

Die Ursachen der schizophreniformen Störung sind nicht vollständig bekannt. In vielen Fällen liegt eine Kombination aus biologischen und psychosozialen Faktoren vor, welche die Symptome auslöst. Zu den bekannten Faktoren zählen folgende:

  • Genetische Faktoren
  • Neuropathologien
  • Biochemische Veränderungen
  • Psychosoziale Faktoren wie Armut oder Migration
  • Komplikationen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett
  • Konsum von psychoaktiven Substanzen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter
  • Besonders stressige Situationen

Die wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung ist ähnlich wie bei Schizophrenie. Im Normalfall ist eine medikamentöse Behandlung mit Antipsychotika notwendig, jedoch nicht ausreichend. Pharmakologische Interventionen sind sehr wirksam, sollten aber unbedingt durch verschiedene andere Maßnahmen ergänzt werden.

Besonders wichtig ist eine Psychotherapie. Der Alltag der betroffenen Personen gestaltet sich in der Regel schwierig, deshalb benötigen sie Unterstützung. Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich in diesem Zusammenhang als sehr wirksam erwiesen. Sie hilft Betroffenen unter anderem, maladaptive Verhaltensweisen und kognitive Verzerrungen zu korrigieren. Ferner dient sie auch dazu, die Familie der Patientin oder des Patienten aufzuklären und zu unterstützen.

Des Weiteren ist das Training sozialer Kompetenzen grundlegend. Betroffene können dadurch ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten verbessern, lernen, ihre Gefühle auszudrücken oder ein Gespräch zu beginnen.

Andere psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen, wie die Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder die Unterstützung bei der Arbeitssuche, helfen den Patienten, ihr Leben so funktional wie möglich zu gestalten. Alle dieses Strategien sind für sich alleine hilfreich, doch die Kombination ist grundlegend, um Betroffenen den Alltag zu erleichtern und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Mann hat schizophreniforme Störung
Die kombinierte Behandlung mit Arzneimitteln und Psychotherapie zählt zu den besten Behandlungsmöglichkeiten.

Abschließende Gedanken

Patienten mit schizophreniformer Störung können ein relativ normales Leben führen, wenn sie pharmakologisch behandelt werden und an einer Therapie teilnehmen. Auch die Unterstützung durch ihr Umfeld ist grundlegend. Leider sind diese Voraussetzungen oft nicht gegeben, da keine Diagnose erfolgt.

In diesem Fall ist das Leben der Betroffenen meist kompliziert und die Situation verschlimmert sich. Es kommt vermehrt zu Drogenmissbrauch, Arbeitsunfähigkeit, Depressionen und anderen affektiven Störungen. Auch das Suizidrisiko ist erhöht.

Hinzu kommt, dass bei dieser Art von Störung das Krankheitsbewusstsein gering ist, besonders zu Beginn. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Symptome kennen und möglicherweise betroffene Menschen unterstützen, damit sie möglichst schnell eine fachärztliche Behandlung erhalten.

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  • Pérez-Egea, R., Escartí, M. J., Ramos-Quiroga, J. A., Corripio-Collado, I., Pérez-Blanco, J., Pérez-Sola, V., & Álvarez-Martínez, E. (2006). Trastorno esquizofreniforme. Estudio prospectivo de 5 años de seguimiento. Psiquiatría Biológica13(1), 1-7. [fecha de consulta 28 de abril de 2022]. Recuperado de https://docplayer.es/39687902-Trastorno-esquizofreniforme-estudio-prospectivo-de-5-anos-de-seguimiento.html