Psychopathologie und Kreativität

12. Februar 2020
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Psychopathologie und Kreativität? Ist es notwendig, eine bestimmte Reihe von Symptomen zu haben, um ein „kreatives Genie“ zu sein? In unserem heutigen Beitrag werden wir das Studium der Beziehung zwischen diesen beiden Dingen diskutieren. Darüber hinaus werden wir dir auch die Rolle der Neurowissenschaften in dieser Studie erläutern.

Die Beziehung zwischen Psychopathologie und Kreativität ist bereits seit Hunderten von Jahren ein Thema von großem Interesse. Aristoteles wusste zum Beispiel bereits, dass die herausragendsten Wissenschaftler, Künstler und andere hochkreative Menschen zu Melancholie neigen.

Tatsächlich hatten kreative Menschen, wie Ernest Hemingway, Virginia Woolf, Edgar Allan Poe, Vincent Van Gogh und Edvard Munch irgendeine Form von Geisteskrankheit und dies hing wiederum mit ihrem kreativen Prozess zusammen.

Das Studium der Beziehung zwischen Psychopathologie und Kreativität ist bis heute jedoch eher mühsam und schwierig.

  • Erstens, weil Experten noch keine wissenschaftliche und formale Methode gefunden haben, um etwas so Immaterielles wie Kreativität zu messen, um wirklich mehr über diese Beziehung zu erfahren.
  • Zweitens, weil psychische Störungen sehr unterschiedlich sind. Und wie es in der klinischen Welt heißt: „Es gibt so viele Psychosen wie es Menschen gibt“.
  • Dies bringt uns zum dritten Grund, der die Schwierigkeit rechtfertigt, diese Beziehung zu messen. Obwohl es viele neurowissenschaftliche Fortschritte gegeben hat, stellt die menschliche Psyche immer noch ein großes Rätsel dar.

„Das Problem mit der Welt ist, dass die intelligenten Menschen voller Zweifel sind, während die dummen voller Zuversicht sind.“

-Charles Bukowski-

Die Studie über die Beziehung zwischen Psychopathologie und Kreativität

Autoren wie Galton, Silverman und Brain argumentierten unter naturalistischen Gesichtspunkten, dass Kreativität kein außergewöhnliches Phänomen, sondern ein weit verbreitetes Phänomen mit biologischen Grundlagen sei.

Wenn wir nach einem Ausgangspunkt des Studiums der Psychopathologie und der kreativen Beziehung suchen, können wir sagen, dass es nach dem 17. Jahrhundert begann. Dies war möglich, nachdem akzeptiert wurde, dass die erste Variable messbar sein könnte. Mit anderen Worten, Kreativität war keine immaterielle Variable mehr, ohne die Möglichkeit eines wissenschaftlichen Studiums.

Autoren wie Galton, Silverman und Brain argumentierten unter naturalistischen Gesichtspunkten, dass Kreativität kein außergewöhnliches, sondern ein weit verbreitetes Phänomen mit biologischen Grundlagen sei. Obwohl dies nun offensichtlich zu sein scheint, wurde es erst in Betracht gezogen, als die obigen Autoren auf die Bühne traten. Darüber hinaus beobachteten sie, dass Menschen mit hoher kreativer Leistungsfähigkeit häufig Symptome einer Depression oder einer bipolaren oder neurotischen Störung aufwiesen.

Sie gelangten jedoch bald zu dem Schluss, dass diese Beziehung eine strengere Untersuchung erfordert, und zwar nicht nur durch die Teilnahme an Fallstudien. Seitdem gibt es drei Wege oder Methoden, um den Einfluss der Psychopathologie auf die Kreativität zu untersuchen:

  • Durch biografische Studien kreativer Menschen im Laufe der Geschichte. Die Ergebnisse dieser Methode sind jedoch weder präzise noch schlüssig. Dafür sind sie aber ziemlich interessant.
  • Analyse der Psychopathologie kreativer Menschen. Durch die Anwendung von Inventaren, Skalen und klinischen Metriken auf Menschen in kreativen Berufen. Es soll festgestellt werden, ob psychische Störungen häufiger auftreten oder nicht. Und wenn ja, in welche Kategorie (unter anderem affektiv oder psychotisch)?
  • Durch das Studium der Kreativität bei psychiatrischen Patienten. Die Grundlage dieser Methode ist das Prinzip, das dem vorherigen Prinzip entgegengesetzt ist. Wenn der erste nach Psychopathologie in der Kreativität sucht, sucht dieser nach Kreativität in der Psychopathologie. Die überwiegende Mehrheit der Forschung konzentriert sich jedoch auf Patienten mit Bipolarität oder Schizophrenie.

Was sagt die Neurowissenschaft über diese Beziehung?

Auf neuroanatomischer Ebene besteht ein Zusammenhang zwischen Kreativität und der Funktion des präfrontalen Kortex, der für höhere kognitive Funktionen verantwortlich ist.

Die Forscher führten in den letzten Jahrzehnten mehrere neurowissenschaftliche Studien durch, um eine Beziehung zwischen diesen beiden Variablen zu bestimmen.

Obwohl die Ergebnisse sehr unterschiedlich und manchmal sogar widersprüchlich sind, deuten sie darauf hin, dass „ein Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und / oder offensichtlichen Verhaltensstörungen besteht“ (Escobar und Gómez-González, 2006). Tatsächlich verbinden diese Studien Kreativität mit:

Wir möchten an dieser Stelle jedoch nochmals erwähnen, dass diese Beziehung immer noch nicht schlüssig ist. Derzeit besteht kein eindeutiger Konsens zwischen den Experten.

Auf neuroanatomischer Ebene besteht ein Zusammenhang zwischen Kreativität und der Funktion des präfrontalen Kortex, der für höhere kognitive Funktionen verantwortlich ist; und auch auf das limbische System, das die physiologischen Reaktionen auf emotionale Reize steuert. Experten weisen jedoch darauf hin, dass der Schlüssel im Informationsfluss liegt, der durch die an der Kreativität beteiligten Hirnregionen „fließt“.

Wir können daher den Schluss ziehen, dass die Kreativität bei psychischen Störungen, bei denen die genannten Strukturen verändert werden, definitiv beeinträchtigt ist, obwohl noch ein langer Weg vor uns liegt. Trotzdem sind psychische Störungen kein entscheidender Faktor oder genug, um kreativ zu sein.

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