Profundes Nachdenken oder nutzlose Gedankenflut

Neigst du dazu, dir über alles tiefgehende Gedanken zu machen oder verfängst du dich oft in nutzloser Grübelei?
Profundes Nachdenken oder nutzlose Gedankenflut

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 30. Mai 2022

Der denkende Verstand ist eine Fabrik, die nie stillsteht, sich nie ausruht und oft nicht optimal und effizient arbeitet. Profundes Denken und unnütze Grübelei wechseln sich häufig ab. Wir denken über unsere Vergangenheit und Zukunft nach, verlieren uns im Labyrinth der Entscheidungen, in unseren Träumen oder in einer sinnlosen Gedankenflut, die weder nützlich noch transzendent ist. Wir beschäftigen uns stundenlang mit Ideen und landen in einer Sackgasse oder verstärken psychisches Unbehagen.

Wir fragen uns deshalb heute, wie wir einen gesunden mentalen Fokus kultivieren können, der uns auf unserem Lebensweg hilft.

“Intelligenz ist nicht nur die Fähigkeit zu denken, sondern auch die Fähigkeit, relevantes Material im Gedächtnis zu finden und die Aufmerksamkeit bei Bedarf einzusetzen.”

Daniel Kahneman

Profundes Denken und unnötiges Überdenken
Unser geistiges Wohlbefinden hängt von unserer Fähigkeit ab, langsamer und tiefer zu denken.

Profundes Nachdenken oder nutzlose Gedankenflut

Tiefgehende Gedanken ermöglichen es dir, bessere Entscheidungen zu treffen und den richtigen Weg zu wählen. Das unnötige und übermäßige Gedankenrad hält dich jedoch fest und erschöpft dich geistig. Es liegt also auf der Hand, dass die beste kognitive Strategie das langsame, überlegte und analytische Denken ist.

Allerdings kommt diese Kompetenz viel zu selten zum Einsatz. Wir neigen dazu, schnell, intuitiv und unterbewusst zu reagieren, ohne die Situation überlegt zu analysieren. Das Leben ist schnelllebig und wir müssen auf jeden Reiz rasch reagieren.

Doch bei Herausforderungen oder Problemen bleiben wir stecken. Dann setzt die Grübelmaschine ein und die Gedanken finden kein Ende. Es ist nicht einfach, eine reflektierte und ökonomische Denkweise anzuwenden, irrationale Gedanken zu stoppen und hilfreiche Ideen zu entwickeln.

Zu viele Gedanken machen krank

In schwierigen Situationen ist es nicht einfach, negative Gedanken zu stoppen. Dr. Susan Nolen Hoeksema, eine Expertin auf diesem Gebiet, erwähnt in einer ihrer Studien, dass die Grübelei oft zu Depressionen führt. Sie ist auch häufig der Auslöser für Essstörungen und andere psychische Probleme. Wie kann man das vermeiden?

  • Du musst dir bewusst sein, dass übermäßiges Nachdenken und Grübeln keine Probleme löst.
  • Außerdem musst du damit aufhören, gegen deine Gedanken zu kämpfen oder sie zu unterdrücken. Dadurch werden sie nur lauter. Akzeptiere sie, gib ihnen jedoch keinen Wert. Du kannst sie nicht verstecken oder leugnen, doch du musst wissen, dass es sich um unnützen Lärm handelt.
  • Versuche, dir nicht so viele Gedanken zu machen und wähle jene aus, die dir nützlich sind. Befreie dich von Sorgen und Ängsten.
  • Tiefsinniges Denken hilft dir, doch das ständige Gedankenkarussell ist unnütz und schadet dir.

Profundes Nachdenken oder nutzlose Gedankenflut: die Kunst, Lösungen zu finden

Tiefsinnige Personen analysieren verschiedene Variablen und ziehen Schlüsse, um Probleme zu lösen. Sie sind in der Lage, ihre Emotionen zu regulieren, ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen und mehrere Antworten auf dasselbe Problem zu finden. Folgende Tipps helfen dir, bessere Entscheidungen zu treffen:

  • Praktiziere die Selbstreflexion und trainiere deine Problemlösungsfähigkeiten.
  • Analysiere deine eigenen Gedankenmuster, um zu beurteilen, ob sie hilfreich sind oder nicht.
  • Konzentriere deinen Geist auf das Hier und Jetzt. Das Gestern ist nicht mehr wichtig, das Morgen gibt es noch nicht.
  • Lerne, deine Emotionen zu managen, um dich von Obsessionen, Ängsten und irrationalen Gedanken zu lösen.
  • Tiefsinniges Denken beinhaltet einen gewissen Optimismus und die Überzeugung, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, ein bestimmtes Problem zu lösen.
  • Es ist auch nützlich, mit anderen Menschen zu sprechen, um neue Perspektiven zu berücksichtigen. Das hilft dir, Probleme zu relativieren, deinen Fokus zu erweitern und Stress abzubauen.
profundes Denken
Profundes Denken bedeutet, die Emotionen zu regulieren, um einen rationaleren Ansatz zu wählen.

Profundes Denken statt unnützer Grübelei

In den meisten Fällen konzentriert sich unser Gehirn auf Negatives, auf Probleme und Bedrohungen. Es kümmert sich nicht darum, ob wir glücklich sind oder nicht, es will nur, dass wir überleben und treibt uns deshalb fast ununterbrochen zur Sorge an. Aber sich viele Sorgen zu machen, ist nicht unbedingt eine Lösung.

Angesichts dieser Art von fast instinktiven Mechanismen gibt es nur eine Möglichkeit: eine bewusstere und rationalere Herangehensweise zu entwickeln. Wir müssen besser denken, langsamer und bewusster, mit mehr Sinn und Verstand, Pläne machen und zehn Lösungen für jede Herausforderung ausarbeiten.

Das erfordert tägliches Engagement und Anstrengung. Es wird sich jedoch immer auszahlen.

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  • Nolen-Hoeksema, S., Wisco, B. E., & Lyubomirsky, S. (2008). Rethinking Rumination. Perspectives on psychological science : a journal of the Association for Psychological Science3(5), 400–424. https://doi.org/10.1111/j.1745-6924.2008.00088.x
  • Yaribeygi, H., Panahi, Y., Sahraei, H., Johnston, T. P., & Sahebkar, A. (2017). The impact of stress on body function: A review. EXCLI journal16, 1057.