Pornosucht: Wie ernst ist dieses Problem?

04 Juni, 2020
Die Pornosucht hat mit dem Aufkommen neuer Technologien zugenommen. Denn die Pornografie ist leicht zugänglich, anonym und erschwinglich. Ob du es glaubst oder nicht, die Abhängigkeit danach kommt tatsächlich häufiger als du denkst.

Die meisten Menschen nutzen das Internet regelmäßig als eine Informationsquelle und ein Kommunikations- und Sozialisationsmittel. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Häufigkeit, online nach Pornografie zu suchen, in den letzten zehn Jahren zugenommen hat (Mayer, 2011). Mit dieser Zahl steigt infolgedessen auch die Pornosucht.

Für die meisten Menschen ist Pornografie unterhaltsam. Für andere ist es jedoch eine Gewohnheit, die zu außer Kontrolle geratenen Verhaltensweisen führt (Gola, 2016). Dies kann in der Folge dazu führen, dass die Person an einer Pornosucht leidet.

Pornografie ist das audiovisuelle Material, das explizit sexuelle und genitale Aktivitäten zwischen einer, zwei oder mehreren Personen darstellt. Ihr Ziel ist es, den Betrachter zu begeistern.

Die Ankunft neuer Technologien hat zu einer Zunahme ihres Einsatzes geführt. Infolgedessen hat die  Pornosucht bei Einzelpersonen mit Sicherheit zugenommen. Dies liegt daran, dass wir jetzt einen viel einfacheren, schnelleren und anscheinend anonymen Zugriff darauf haben.

Laut Joyce (2008) ist es erwiesen, dass die Regulierung von Online-Pornografie für Gesetzgeber und die internationale Gemeinschaft eine ziemlich schwierige Aufgabe ist. Der Grund dafür liegt in ihrer Flüchtigkeit, sowie in der sich sehr verändernden elektronischen Umgebung, in der sie sich befindet.

Peter und Valkenburg (2010) definieren Pornografie als sexuell explizites Material, das professionell produziert wird und dessen Hauptziel es ist, den Betrachter sexuell zu erregen.

Weitere Details über die Pornografie

Peter und Valkenburg (2010) definieren Pornografie als sexuell explizites Material, das professionell produziert wird und dessen Hauptziel es ist, den Betrachter sexuell zu erregen.

Menschen, die an einer Pornosucht leiden, können über längere Zeit Bilder, Videos und anderes pornografisches Material ansehen. Dies kann jedoch zu folgenden Problemen führen:

Der Konsum von Online-Pornografie ist in der westlichen Gesellschaft so weit verbreitet, dass viele Jungen und Mädchen bereits im Alter von etwa 10 Jahren damit beginnen. Obwohl dies an sich kein Problem zu sein scheint, ist die Wahrheit die, dass verschiedene Forschungsergebnisse zeigen, dass der Missbrauch von Pornografie schädliche Auswirkungen auf das Gehirn verursacht.

Zunächst müssen sich Benutzer nicht auf einer Website anmelden, um Zugriff darauf zu erhalten. Dies macht die Inhalte natürlich leicht zugänglich. Auf den ersten Blick scheint es, dass Pornos keine Nachteile haben. Wir können jedoch sagen, dass dieses Phänomen sowohl positive als auch negative Aspekte hat. Zum einen kann es das Sexualleben von Paaren aufpeppen. Wenn es um die negativen Aspekte geht, müssen wir Beziehungsprobleme, familiäre Probleme, Sucht und Kontrollverlust erwähnen.

Online-Pornografie unterstützt den Voyeurismus, die Visualisierung jeglicher Art von Praxis und die Verwendung realer unprofessioneller Schauspieler. Doch das ist noch nicht alles. Denn es ist auch möglich, das Verhalten des Zuschauers über IP-Codes der Porno-Website auszuspionieren.

Websites, die voller sexueller Inhalte sind, scheinen von der „Triple-A“ -Engine angetrieben zu werden: Zugänglichkeit (engl. Accessibility), Anonymität (engl. Anonymity), Erschwinglichkeit (engl. Affordability).

Wann sprechen wir von Pornosucht?

Pornosüchtige haben schließlich den Wunsch, alles zu üben, was sie sehen. Tatsächlich geschah dies mit dem amerikanischen Serienmörder Ted Bundy (Michaud und Aynesworth, 2000). Pornosüchtige, die keinen Sexualpartner haben, können Schwierigkeiten haben, mit Menschen des anderen Geschlechts in Beziehung zu treten. Sie können unter schwerer Depression, Schuldgefühlen und sozialer Isolation leiden.

Diesen Menschen fällt es im Allgemeinen schwer, sich ihrer Sucht zu stellen, um ihr Verhalten zu rechtfertigen und zu verbergen. Dies macht es ihnen natürlich umso schwerer, professionelle Hilfe zu bekommen. Schließlich halten sie ihre Sucht nicht für ein ernstes Problem.

Andererseits können Pornosüchtige, die einen Partner haben, von der Beziehung enttäuscht werden. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass ihr Partner nicht die gleichen Einstellungen wie die Schauspieler in den Szenen hat.

Velasco, A. und Gil, V. (2017) führten eine Untersuchung durch, bei der sie zu dem Schluss kamen, dass die Pornosucht zu physischen und psychischen Problemen führen kann, die mit denen vergleichbar sind, die durch die Abhängigkeit von Kokain, Marihuana und anderen psychoaktiven Substanzen hervorgerufen werden.

Velasco, A. und Gil, V. (2017) führten eine Untersuchung durch, bei der sie zu dem Schluss kamen, dass die Pornosucht zu physischen und psychischen Problemen führen kann.

Gibt es Strategien, um die Pornosucht zu bekämpfen?

Einige Strategien, die helfen können, die Pornosucht bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verhindern und zu bekämpfen, sind die folgenden:

  • Vermeide es, explizite sexuelle Inhalte in audiovisuellen Medien (unter anderem im Internet, im Radio, sowie in Zeitschriften und Zeitungen) anzuhören und anzusehen.
  • Verhindere, dass Kinder und Jugendliche in geschlossenen Räumen auf das Internet zugreifen können (installiere antipornografische Programme auf Computern und Mobilgeräten).
  • Gehe sportlichen Aktivitäten oder anderen Freizeitaktivitäten nach.
  • Führe ein aktives soziales und spirituelles Leben.
  • Wende dich in extremen Fällen an einen Psychotherapeuten oder einen Fachmann, der auf sexuelle Sucht spezialisiert ist.

In jedem Fall besteht die erste empfehlenswerte Maßnahme für Menschen, um sich von ihrer Pornosucht zu erholen, darin, einen Fachmann (Psychologen/Psychotherapeuten) um Hilfe zu bitten. Dies ist der beste Ratschlag für eine Person, die unter Pornosucht leidet, um eine Lösung für ihr Problem zu finden.

„Ein weit verbreiteter Geschmack für Pornografie bedeutet, dass die Natur uns auf eine vom Aussterben bedrohte Gefahr aufmerksam macht.“

-J. G. Ballard-

Feregrino, D. L. (2017). Así en el porno como en las drogas. Sobre la neurobiología de la adicción al porno.

Gola, M. (2016). Decreased LPP for sexual images in problematic pornography users may be consistent with
addiction models. Everything depends on the model. (Commentary on Prause, Steele, Staley, Sabatinelli,
& Hajcak, 2015). Biological Psychology, 117.

Joyce, R. A. (2008). Pornography and the Internet. IEEE Internet Computing, 12(4), 74-77.

Mayer, M. A. (2011). La utilización de Internet entre los adolescentes, riesgos y beneficios. Atención Primaria,
43(6), 287–288.

Michaud, S. G., & Aynesworth, H. (2000). Ted Bundy: Conversations with a killer. Texas: Authorlink.

Sánchez Zaldívar, S., & Iruarrizaga Díez, I. (2009). Nuevas dimensiones, nuevas adicciones: la adicción al sexo en internet. Psychosocial Intervention18(3), 255-268.

Velasco, A., & Gil, V. (2017). La adicción a la pornografía: causas y consecuencias. Drugs and Addictive Behavior2(1), 122-130.