Pharmakologische Behandlung von Migräne

30. Januar 2020
Obwohl die Ursachen für die Entstehung von Migräne nach wie vor nicht eindeutig geklärt sind, herrscht in der Fachwelt Einigkeit darüber, dass gewisse Risikofaktoren die Entstehung dieser intensiven Schmerzen begünstigen und beeinflussen.

Migräne gehört zu den am häufigsten auftretenden Arten von Kopfschmerzen und ist eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit in unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund wollen wir dir heute einige Informationen über die pharmakologische Behandlung akuter Migräneanfalle und die Möglichkeiten zur Prävention geben.

Migräne ist ein wiederkehrender und intensiver Kopfschmerz, der normalerweise einseitig auftritt und sich als Migräneanfall manifestiert. Darüber hinaus werden diese Schmerzen von Übelkeit und Erbrechen begleitet und die Betroffenen reagieren extrem empfindlich auf Licht und Geräusche.

Es gibt verschiedene Arten von Migräne:

  • Migräne mit Aura (klassische Migräne). Patienten mit klassischer Migräne leiden vor dem eigentlichen Beginn des Migräneanfalls unter visuellen Störungen und diversen Empfindungen, der sogenannten Aura.
  • Die Migräne ohne Aura (gewöhnliche Migräne) ist die häufigste Form. Hierbei tritt ein einseitiger, pulsierender Schmerz von mittlerer bis schwerer Intensität auf, der durch körperliche Aktivität verstärkt wird.
  • Retinale Migräne. Auch bei dieser Form leiden die Patienten unter visuellen Störungen; die Betroffenen können in dieser Phase nur helle Bereiche sehen oder erleiden vorübergehende Sehverluste.
  • Außerdem gibt es Vorläufer-Symptome, die bereits in der Kindheit auftreten. Manchmal haben Patienten, die im Erwachsenenalter unter Migräne leiden, bereits in der Kindheit immer wieder unter Symptomen wie Erbrechen, Bauchschmerzen und Schwindel gelitten.

Risikofaktoren

Migräne - Frau mit Schmerzen

Obwohl die Ursachen von Migräne nach wie vor nicht eindeutig geklärt sind, wissen wir, dass bestimmte Risikofaktoren das Auftreten von Migräneanfällen begünstigen können. Zu diesen Risikofaktoren gehören unter anderem:

  • Stress als einer der wichtigsten Risikofaktoren.
  • Außerdem begünstigen auch bestimmte Lebensmittel und Getränke wie beispielsweise Alkohol, Schokolade, Kaffee und sehr herzhafte Käsesorten eine Migräne.
  • Intensive körperliche Betätigung.
  • Extreme Temperaturschwankungen.
  • Darüber hinaus können auch einige Medikamente wie Nitroglycerin und Gemfibrozil das Risiko für Migräne erhöhen.
  • Schlaflosigkeit.
  • Bestimmte Gerüche, intensive Geräusche und sehr helles Licht.
  • Bei Frauen können auch hormonelle Veränderungen und Schwankungen im Hormonhaushalt zu einem Migräneanfall führen. Diese können unter anderem während der Menstruation, in der Menopause und auch zu Beginn einer Schwangerschaft auftreten.

Pharmakologische Behandlung von Migräne

Bei der pharmakologischen Behandlung von Migräne werden grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Medikamenten eingesetzt:

  • Einerseits gibt es Medikamente, mit denen du die Schmerzen während eines akuten Anfalls lindern kannst.
  • Außerdem gibt es Medikamente zur Migräne-Prophylaxe.

Bei der Migräne-Behandlung sollen die Schmerzen und die damit verbundenen Symptome beseitigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es drei verschiedene Arten von Medikamenten:

  • Spezifische Wirkstoffe und Medikamente. Grundsätzlich werden Ergotamin und Triptane eingesetzt. Da Ergotaminalkaloide nicht-selektive Agonisten der Serotonin 5-HT1 Rezeptoren sind, wirken sie auf verschiedene Rezeptoren. Allerdings verursachen sie unerwünschte Nebenwirkungen wie Abhängigkeit und Sucht. Triptane sind selektive Agonisten der Serotonin 5-HT1 Rezeptoren. Sie haben eine gefäßverengende und entzündungshemmende Wirkung auf bestimmte Rezeptoren wie beispielsweise 5-HT1B und 5-HT1D. Eines der bekanntesten Medikamente ist Sumatriptan.
  • Nicht-spezifische Wirkstoffe und Medikamente. Hierzu gehören nichtsteroidale Antirheumatika (NSARs) und Paracetamol. Allerdings sind diese Wirkstoffe bei mittleren oder schweren Migräneanfällen nicht sehr wirksam. Daher werden sie nur bei weniger starken Schmerzen empfohlen.
  • Adjuvantien. Diese Medikamente dienen der Behandlung von Begleitsymptomen. Antiemetika werden beispielsweise zur Behandlung von Erbrechen verordnet.

Medikamentöse vorbeugende Behandlung von Migräne

Migräne - Frau hält sich die Schläfen

Wenn die Migräneanfälle trotz medikamentöser Behandlung nicht wirksam behandelt werden können oder wenn sie so häufig auftreten, dass dadurch die Lebensqualität des Betroffenen stark eingeschränkt ist, empfehlen Ärzte eine präventive Behandlung. Dadurch soll die Intensität der Anfälle, die Häufigkeit und auch die Dauer gemildert werden.

Es gibt verschiedene Medikamente, die zur prophylaktischen Behandlung verordnet werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Propanolol
  • Timolol
  • Metoprolol
  • Natriumvalproat
  • Topiramat
  • Botulinumtoxin

Darüber hinaus gibt es neue Medikamente, die sich als wirksam erwiesen haben und die zudem weitaus weniger Nebenwirkungen verursachen. Darunter sind einige, die in den mit den Calcitonin-Genen verwandten Peptid-Bahnen wirken. Tatsächlich sind dies monoklonale Antikörper. Außerdem laufen momentan klinische Studien mit anderen Medikamenten, die hoffentlich bald eine Marktzulassung erhalten werden.

Für eine wirksame Behandlung von Migräne solltest du die geeigneten Medikamente mit anderen nicht-pharmakologischen Maßnahmen kombinieren. Wenn du einen Migräneanfall erleidest, ist es wichtig, dass du die richtigen Medikamente zur Hand hast. Allerdings ist es ebenso wichtig, dass du Maßnahmen ergreifst, mit denen du künftigen Anfällen vorbeugen kannst. Dadurch kannst du die Häufigkeit und die Intensität der Anfälle reduzieren.

Nach Angaben der American Neurological Association (amerikanischer Neurologen-Verband) sind mehr als 40% der Patienten, die an dieser Erkrankung leiden, nicht in ärztlicher Behandlung. Daher solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, wenn du häufig sehr starke Kopfschmerzen hast, damit dein Arzt die korrekte Diagnose stellen und dich richtig behandeln kann.

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