Pflege, vor allem gute Pflege, ist nicht leicht

· 13. Februar 2018

Es wird der Tag kommen, an dem deine Eltern nicht mehr alles allein tun können. Die Menschen, die immer unverwundbar schienen, sind dann in einer Lebensphase, die wir das Alter nennen, und du musst dich um sie kümmern. Plötzlich musst du Verantwortungen übernehmen, die du dir nicht ausgesucht hast. Verpflichtungen, von denen du nie dachtest, dass du sie übernehmen müsstest. Aber du liebst diese Menschen und sie haben dir so viel gegeben. Wie könntest du dich nicht um sie kümmern, jetzt, da sie dich brauchen? Aber wie kannst du ihnen gute Pflege zukommen lassen, du, der doch einen ganz anderen Beruf erlernt hat?

Nach all den Opfern, die sie gebracht haben, um dir ein gutes Leben zu ermöglichen … Die Wahrheit ist, dass dir diese Situation Angst macht und dich frustriert. Bedeutet dies, dass du eine schlechte Tochter oder ein schlechter Sohn bist?

„Hilf einem Mann, seine Last zu tragen, aber hilf ihm nicht, sie abzulegen.“

Pythagoras

Der Stress der Pflege

Sich selbst mit der Aufgabe der Pflege von jemanden konfrontiert zu sehen, der nicht mehr allein sein kann, kann eine Menge Stress bedeuteten. Auf der einen Seite stehen wir einer geliebten Person gegenüber, die nicht mehr so fit wie früher ist. Wir sehen, wie mehr und mehr Probleme auftauchen. Verhaltens- und Gedächtnisprobleme, aber auch körperliche und geistige Beeinträchtigungen. Und so müssen wir ständig ein Auge auf sie haben. Wir müssen ihre Nahrungsaufnahme und persönliche Hygiene kontrollieren. Und all das mag nicht gerade angenehm sein, sodass wir irgendwann genervt davon sind, dies tun zu müssen. Wir werden dann selbst apathisch und pflegen nicht gut.

Tochter hilft Mutter bei der Einnahme von Tabletten

Und der Stress hört bei der Pflege nicht auf. Eine Zunahme von Stress kann emotionale, soziale und physische Probleme beim Pflegenden hervorrufen. Das heißt, der Stress überträgt sich auf andere Bereiche des Lebens. Eventuell haben wir Probleme im Job, mit den Finanzen, in der Beziehung oder Familie. Ist das der Preis, den wir für gute Pflege zahlen müssen?

Es ist normal, dass negative Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer entstehen. Oder ein Gefühl der Schuld, wenn die Situation uns über den Kopf wächst. Schuldig dafür, woanders sein zu wollen, wo wir niemanden pflegen müssen. Diese Gefühle kollidieren mit unserer moralischen Verpflichtung, uns um die Älteren zu kümmern.

„Um Hilfe zu bitten, wenn du sie brauchst, auch wenn es nur wenig ist, hilft sehr viel.“

Mateo Alemán

Auf der anderen Seite kann die Pflege unseren Beziehungen schaden. Sei es, dass wir keine Zeit für andere Menschen haben, oder dass Konflikte entstehen, wenn wir Stress an anderen auslassen. Die Abwärtsspirale beginnt sich zu drehen.

Auf der körperlichen Ebene können unendlich viele Probleme auftauchen. Von verschiedenen psychophysiologischen Störungen (also körperliche Krankheiten, die durch emotionale und psychologische Faktoren verursacht oder verstärkt werden) bis hin zu Problemen, die in Verbindung mit der Ausführung der Pflege stehen (beispielsweise in eine andere Stadt ziehen zu müssen).

Wie kann die Last der Pflege verringert werden?

In der heutigen Welt gibt es viele Leute, die sich um ihre Eltern kümmern. Warum leiden wir nicht alle gleich unter den psychologischen, sozialen und körperlichen Problemen, wenn wir doch alle die gleiche Aufgabe bewältigen? Weil die Ressourcen und Situationen für jeden sehr unterschiedlich sind, genauso wie bei allen anderen psychologischen Störungen.

Sohn isst mit Vater

Strategien, um Stress bewältigen zu können, sind extrem wichtig, um uns vor dem Zermürben zu schützen. Denn es geht nicht darum, was passiert, sondern viel mehr, wie wir damit umgehen. Deshalb hilft es nicht, sich mit Selbstmitleid zu überschütten, darüber zu grübeln, wie schlecht wir mit der Situation zurechtkommen oder die Situation zu vermeiden.

„Wenn wir anderen helfen, entsteht eine wunderbare Energie.“

Mary Lou Cook

Stattdessen ist es nützlicher, die beste Lösung zu suchen und sie zu verwirklichen, ohne davor Angst zu haben, zu versagen. Denn wer macht keine Fehler? Erinnerst du dich daran, dass wir auf diese Weise lernen?

Aber neben der Tatsache, wie eine Person mit der Situation umgeht, gibt es eine weitere große Quelle der Hilfe. Wir sprechen von sozialer Unterstützung. Beziehe dein soziales Umfeld in ein, frage nach Hilfe bei verschiedenen Aufgaben, versorge dich selbst mit Verständnis und Liebe. Das kann deine Last wirklich erleichtern. Kümmere dich um dich selbst, sodass du dich um andere kümmern und ihnen gute Pflege zukommen lassen kannst.

Bildmaterial freundlicher mit Genehmigung von Jake Thacker, JD Mason und Cathal Mac An Bheatha