Weißt du, wie man psychologische erste Hilfe leistet?

18. November 2017 en Psychologie 20 Geteilt
Psychologische erste Hilfe - eine helfende Hand reichen

Psychologische erste Hilfe ist in verschiedenen Situationen zu leisten. Beispielsweise im Rahmen von Katastrophen, wenn eine Person Opfer eines Verbrechens wird, oder wenn jemand einen Schicksalsschlag erleidet. Genau wie bei physischer erster Hilfe ist es wichtig, dass jeder Mensch die Grundprinzipien der psychologischen Notfallbehandlung kennt.

Natürlich sind Experten auf dem Gebiet mentaler Gesundheit am besten qualifiziert, um psychologische erste Hilfe zu leisten. Aber gelegentlich kann eine Situation ein schnelles Eingreifen verlangen, vor allem wenn es dauert, bis der Psychologe eintrifft. Daher ist es wichtig, dass wir über ein paar grundlegende Fähigkeiten diesbezüglich verfügen.

„Wissen hilft uns, zu antizipieren. Und durch Antizipation können wir beschützen.“

Alfredo Pérez Rubalcaba

Das Ziel psychologischer erster Hilfe ist, seelischen Schmerz zu reduzieren, der durch Traumata entstanden ist oder zu entstehen droht. Es geht darum, sich um Menschen zu kümmern, damit sie ihre Fähigkeit wiedererlangen, Probleme zu konfrontieren. Die Erstversorgung ist von höchster Wichtigkeit, damit sie am Erlebten nicht zerbrechen. Diese Art von Intervention sollte natürlich nur dann von Laien durchgeführt werden, wenn kein geschultes Personal vor Ort ist.

Blitz in die hohle Hand

Grundprinzipien der psychologischen ersten Hilfe

Wenn wir jemandem psychologische erste Hilfe anbieten, sollten wir das Prinzip der fünf Säulen kennen und berücksichtigen. Die fünf Prinzipien sind:

  • Ausdrucksfreiheit erlauben. Versuche nicht, die Konversation auf das zu lenken, was passiert ist. Erlaube der betroffenen Person stattdessen, sich auf die Art auszudrücken, die sie bevorzugt. Es muss keine Konversation zustande kommen. Du musst nicht einmal verstehen, was die Person sagt. Was das Opfer braucht, ist, deine Nähe zu spüren.
  • Verantwortungsvolles Zuhören. Das Opfer braucht keine Ratschläge, und erst recht keine Predigt. Wenn du kein Experte auf dem Gebiet mentaler Gesundheit bist, ist es am besten, wenn du dich auf das Zuhören beschränkst. Ergreife nur das Wort, um das Opfer zu ermutigen, sich auszudrücken. Es ist kein guter Moment, um herrisch oder rechthaberisch zu sein oder gar Schuldfragen zu klären. Sei einfach nur da.
  • Akzeptanz zeigen. Du solltest bereit sein, alles zu akzeptieren, was das Opfer zu sagen hat. Es ist möglich, dass es eigenartige Dinge sagt, oder Gefühle ausdrückt, die nichts mit der Situation zu tun haben. Sage der Person, dass sie nicht verrückt ist, wenn sie nach einem katastrophalen Ereignis Angst empfindet, oder Trauer nach dem Verlust einer geliebten Person.
  • Vertrauen und Empathie fördern. Lasse das Opfer wissen, dass es auf dich zählen kann. Dass du da bist, um ihm zu helfen. Und vor allem, dass du es nicht verurteilen wirst, oder das, was passiert ist.
  • Informationen liefern. Es ist wichtig, dass du alle Informationen zur Hand hast, die du brauchst. Ob es darum geht, über die Namensliste der Verletzten zu schauen, oder zu wissen, wer der zuständige Arzt ist. Bis die Experten eintreffen, ist es am besten, wenn du einfach nur du selbst bist. Der, der körperliche und psychologische erste Hilfe leistet, oder der die Kommunikation zwischen dem Opfer und dem Rest der Welt am Laufen hält.Modellschiffe in Gläsern auf dem Arm

Protokoll für psychologische erste Hilfe

Genauso wie es für physische erste Hilfe bestimmte Protokolle gibt, existieren auch für den Fall psychologischer Notfälle entsprechende Fahrpläne. Die Schritte, die zu gehen sind, wurden dabei nicht zufällig definiert. Sie sind das Ergebnis der Erfahrungen von Experten, die viel Zeit damit verbracht haben, die Effekte verschiedener Arten von Interventionen in Notfallsituationen zu untersuchen. Im Folgenden stellen wir die Protokolle dar:

  • Kontakt und Nähe herstellen. Dies beinhaltet, sich vorzustellen, wenn du das Opfer nicht kennst, zu erklären, warum du hier bist. Lade das Opfer dazu ein, sich hinzusetzen, und versichere ihm, dass seine Privatsphäre respektiert wird.
  • Sicherheit und Entlastung anbieten. Als allererstes solltest du das Opfer in Sicherheit bringen, sodass es keine weiteren körperlichen Traumata erlebt. Versichere dich, dass es außerhalb der Gefahrenzone ist. Als nächstes erkläre ihm, was du tun wirst. Versichere dich, dass die Person sich wohlfühlt, und dass sie keine Verletzungen hat, die behandelt werden müssen. Wenn dies der Fall ist, müssen zuerst diese Verletzungen versorgt werden.
  • Stabilisieren. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass das Opfer nicht alle Kommunikationskanäle auf stumm schaltet, sondern dass zumindest einer offen bleibt. Wenn auch nur ein kleiner. Wenn die Person sehr aufgebracht ist, fordere sie auf, dich anzuschauen und dir zuzuhören. Zeige ihr, dass du ihr helfen wirst. Fordere die Person auf, tief durchzuatmen, bis sie sich beruhigt.
  • Information sammeln. Dies beinhaltet, das Opfer nach seinem Befinden zu fragen, danach, was es will und braucht. Gib der Person Zeit, wenn sie nicht sprechen mag. Übe keinen Druck aus. Lass sie einfach wissen, dass du zur Verfügung stehst. Denke daran, dass viele Opfer in einer Art Schockzustand verharren. Dies kann nicht nur dazu führen, dass sie sich von der Außenwelt abschotten, sondern auch dazu, dass sie keinen körperlichen Scherz spüren, obwohl sie schwer verletzt sind. Es ist auch üblich für Menschen, die Zeuge einer schlimmen Tragödie wurden, dass sie sich bewusst sind, dass sie medizinische Hilfe brauchen, aber nicht bereit sind, sie selbst zu suchen.
  • Praktische Hilfe anbieten. Basierend auf den zusammengetragenen Informationen, erstelle einen Handlungsplan und führe ihn aus. Versuche, die Bedürfnisse des Opfers zu identifizieren und zu erfüllen.

Frau auf Kopfkissen im See

Psychologische erste Hilfe trägt dazu bei, die emotionalen Folgen einer Krise zu minimieren. Deine Hauptaufgabe ist zweifelsohne, sicherzustellen, dass das Opfer so bald wie möglich von einem Experten untersucht wird. Deine Aufgabe ist deshalb auf die ersten Momente nach dem Geschehen begrenzt, und dies sollte beide Seiten verstehen. Deine Rolle ist es während dieser kurzen Zeit, als Verbindungsglied zwischen dem Opfer und der Außenwelt zu fungieren, und die traumatisierte Person dann in vertrauenswürdige Hände zu geben.

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