Pferdephobie: Die Angst vor Pferden

25 März, 2021
Obwohl die meisten im Alltag wenig Kontakt mit Pferden haben, fürchten sich manche Menschen stark vor diesen Tieren. Equinophobie, auch Pferdephobie genannt, ist die Bezeichnung für die irrationale Angst vor Pferden. Sie kann mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt werden.

Angst ist eine natürliche Reaktion. Sie hat uns in unserer Evolutionsgeschichte vor Gefahren bewahrt. Aus diesem Grund ist es üblich, dass Menschen einen (manchmal übertriebenen) Respekt vor bestimmten Tieren empfinden. Dieser Respekt kann bei manchen Gelegenheiten auch in Angst umschlagen. In diesem Artikel werden wir uns die Pferdephobie, also die Angst vor Pferden genauer ansehen.

Die Pferdephobie scheint nicht sehr verbreitet zu sein. Manche Menschen haben jedoch eine sehr große Angst vor diesen Tieren. Dies kann sogar zu Angststörungen führen, was auch als Equinophobie bezeichnet wird.

Die meisten von uns kommen mit diesen Tieren, die als schön, edel und ein Symbol von Stärke betrachtet werden, in unserem täglichen Leben selten in Kontakt. Dieser Mangel an Vertrautheit und Wissen über Pferde kann bei manchen Menschen eine große Angst auslösen. Phobien sind jedoch irrationale Ängste, die nicht mit einer realen und unmittelbaren Bedrohung verbunden sind.

Eine Person, die versucht, ihre Angst vor Pferden zu überwinden

Symptome, die eine Pferdephobie verursacht

Wie jede Phobie verursacht auch die Pferdephobie häufig Schweißausbrüche, Zittern, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, Hyperventilation oder sogar Erbrechen. Wer länger als sechs Monate unter diesen Symptomen leidet und zusätzlich eine übertriebene Angst hat, leidet also an einer Phobie.

Die Symptome treten üblicherweise auf, wenn eine Person diese Tiere sieht oder tatsächlich in ihrer Nähe ist. Sie können jedoch auch auftreten, wenn man nur an Pferde denkt.

Mit anderen Worten: Eine Person mit intensiver Angst vor Pferden kann schon beim bloßen Anblick eines Bildes mit Pferden stark reagieren. Auch das Hören einer Geschichte die Pferde beinhaltet, kann diese Reaktion auslösen. Die Angst wird je nach Person und Reiz unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Da wir diesen Tieren in unserem normalen Alltag normalerweise nicht begegnen, beeinträchtigt diese Phobie das Leben derjenigen, die darunter leiden, normalerweise nicht allzu sehr. Die Person wird jedoch auch versuchen, alle Gelegenheiten zu vermeiden, in denen sie möglicherweise ein Pferd sehen könnte.

Die Angst kann sich auch auf andere Erlebnisse ausdehnen. Beispielsweise kann allein die Tatsache, die Figur eines Pferdes auf einem Karussell zu sehen, dazu führen, dass die betroffene Person niemals in einen Vergnügungspark oder auf einen Jahrmarkt gehen würde.

Der Ursprung der Pferdephobie

In der Regel entwickeln sich Phobien aus traumatischen Erfahrungen, die mit dem Objekt der Angst zusammenhängen. In diesem Fall kann es sich zum Beispiel um einen Sturz oder um eine Verletzung, die von einem Pferd verursacht wurde, handeln. Dabei muss die Person das Trauma nicht unbedingt persönlich erlebt haben. Die Angst kann ihren Ursprung auch darin haben, dass sie eine Geschichte über das Ereignis gehört oder es aus der Ferne beobachtet hat.

Wie andere Phobien kann auch die Angst vor Pferden vererbt werden. Das bedeutet, dass eine Person an einer Pferdephobie leiden kann, weil sie von ihrer Mutter oder ihrem Vater gelernt hat, dass Pferde eine Gefahr darstellen. So hat diese Person von klein auf ein Vermeidungsverhalten entwickelt und Pferde mit der Vorstellung von Gefahr in Verbindung gebracht.

Manchmal entstehen Phobien auch aufgrund früherer Angstprobleme oder -störungen. Dabei können die Angst sowie das Gefühl der Gefahr auf andere, nicht verwandte Reize verallgemeinert werden. Eine andere Annahme ist, dass die Angst vor bestimmten Tieren in der Evolution vererbt wurde, um die Überlebenschancen zu verbessern, auch wenn dies von vielen Menschen nicht bewusst so wahrgenommen wird.

eine Gruppe von Pferden

Wie man diese Phobie behandelt

Wie bei jeder anderen Phobie gibt es auch bei der Behandlung dieser Phobie in der Regel drei Handlungsmöglichkeiten. Dies sind die gedankliche Umstrukturierung, die systematische Desensibilisierung und Entspannungstechniken.

Das erste Ziel ist, durch gedankliche Umstrukturierung die Überzeugungen über Pferde zu verändern und der Realität anzunähern.

Die systematische Desensibilisierung konzentriert sich darauf, die Person dem Auslöser der Phobie nach und nach stärker auszusetzen. Dabei erstellt der Therapeut zunächst gemeinsam mit dem Patienten eine Liste mit allen möglichen pferdebezogenen Ereignissen oder Situationen, die die Angst auslösen. Dann werden die Ereignisse nach dem Grad der ausgelösten Angst gereiht.

Danach setzt der Therapeut den Patienten schrittweise unter Anwendung bestimmter Entspannungstechniken den Reizen aus, je nach dem Grad der Angst und der emotionalen Intensität für den Patienten.

Wenn also der erste Punkt auf der Liste (gereiht von der kleinsten bis zur größten Traumatisierung) der Gedanke an einen Stall voller Pferde war, dann wird der Therapeut zuerst an dieser Vorstellung arbeiten und gleichzeitig  Entspannungstechniken anwenden, um die Angst zu verringern.

Sobald der Patient die Angst vor dieser Vorstellung überwunden hat und der Gedanke daran ihn nicht mehr beeinträchtigt, geht der Therapeut zum nächsten Punkt auf der Liste über, und so weiter.

Eine effektive Technik

Diese Technik ist sehr effektiv. Sie basiert auf den Elementen, die der Patient selbst gewählt hat. Am Ende der Behandlung sollte die Person in der Lage sein, sich einem Pferd zu nähern, es zu berühren und es sogar zu reiten.

Um die Angst vor Pferden oder anderen Tieren zu überwinden, empfehlen wir unbedingt, einen professionellen Therapeuten aufzusuchen. Die Behandlung wird nicht nur die Angst deutlich verringern oder beseitigen, sondern dem Patienten auch Ressourcen zur Verfügung stellen, um anderen Phobien zu begegnen.

Anthony, M.M., Craske, M.G. & Barlow, D.H. (1995). Mastery of your specific phobia. Albany, New York: Graywind Publications

Barlow, D.H.; Esler, J.L.; Vitali, A.E. (1998). Psychosocial treatments for panic disorders, phobias, and generalized anxiety disorder. En P.E. Nathan & Gorman (Eds.), A guide to treatments that work (pp. 288-318). Oxford: Oxford University Press.

Sosa, C.D. & Capafons, J.C. (1995). Fobia específica. En V. Caballo, G. Buela-Casal & J.A. Carboles (dirs.), Manual de psicopatología y tras – tornos psiquiátricos (pp. 257-284). Madrid: Siglo XXI