Pathologische Glücksspieler und kognitive Verzerrungen

20 Juni, 2020
Heute werden wir über die Arten von kognitiven Verzerrungen sprechen, in die pathologische Glücksspieler am häufigsten geraten. Gleichzeitig werden wir auch einige Behandlungsalternativen vorstellen.

Kognitive Verzerrungen sind häufig voreingenommene kognitive Betrachtungen. Wenn wir über psychische Störungen sprechen, die pathologische Glücksspieler betreffen, gewinnen diese zusätzlich an Bedeutung. Denn in vielen Fällen sind diese Verzerrungen entweder nur entstanden oder gehören zu den Faktoren, die dazu beitragen.

Das Glücksspiel ist eine der primitivsten Aktivitäten in der Geschichte der Menschheit. Wenn wir in Geschichtsbüchern stöbern, können wir dort die Namen berühmter Personen finden, die vom Glücksspiel besessen waren. Kaiser Claudius, Fjodor Dostojewski und Giacomo Casanova sind nur einige Beispiele.

Allerdings gewann das Glücksspiel erst im Jahre 1980 an Bedeutung, als klar wurde, dass es zu ernsthaften Problemen führen kann. Zu diesem Zeitpunkt beschloss der diagnostische und statistische Leitfaden psychischer Störungen (engl. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, DSM-III), es als Diagnosekategorie aufzunehmen.

Pathologische Glücksspieler: Diagnose

Wenn wir über pathologische Spiele sprechen, meinen wir Glücksspiele. Videospiele würden daher nicht in diese Kategorie fallen, obwohl dies nicht bedeutet, dass diese Spieler nicht auch süchtig danach werden können.

Pathologische Spieler, auf die wir uns laut Diagnosehandbuch beziehen, sind daran zu erkennen, dass sie die Kontrolle über das Spielen verlieren. Gleichermaßen durch die Begründung einer abhängigen Beziehung. Denn der Spekulant wird auch dann weiterspielen, wenn er sich seiner negativen Folgen bewusst ist.

Derzeit hat sich das pathologische Glücksspiel von einer Störung der Impulskontrolle zu einer Kategorie von Suchtstörungen bei DSM-5 gewandelt. Dies liegt daran, dass es viele Merkmale einer Sucht aufweist.

Die erfolglosen Bemühungen eines Risikoträgers, dem Drang zum Spielen zu widerstehen, führen häufig zum völligen Niedergang seiner persönlichen, familiären und/oder beruflichen Ziele.

Pathologische Glücksspieler und die kognitive Voreingenommenheit

Pathologische Spieler haben bestimmte irrationale Überzeugungen oder kognitive Verzerrungen im Kopf, die sie spielsüchtig machen.

Pathologische Spieler haben bestimmte irrationale Überzeugungen oder kognitive Verzerrungen im Kopf, die sie spielsüchtig machen.

Kognitive Verzerrungen sind Voreingenommenheiten, die wir bei der Verarbeitung von Informationen beschließen. Sie sind nicht unbedingt pathologisch, da wir sie alle mehr oder weniger haben. Stattdessen sollte eine Person sie ändern, wenn sie zu häufig vorkommen und sie daran hindern, sich vorwärts zu bewegen. Die typischen Verzerrungen von pathologischen Glücksspielern sind:

  • Die Illusion der Kontrolle. Dies ist die Überzeugung, dass die Ergebnisse eines Spiels mehr von der Aktivität selbst, als vom Zufall abhängen. Die Person glaubt wirklich, dass sie allein das Spiel und seine Ergebnisse kontrollieren kann. Zum Beispiel könnte ein pathologischer Spieler denken: „Ich habe eine unfehlbare Methode um zu gewinnen“. Er glaubt an diese Voreingenommenheit und spielent logischerweise weiter.
  • Fixierung auf den Erfolg. Ein Spieler misst seinen Erfolg in einem Spiel, indem er nur seinen Verdienst betrachtet und seine Verluste verwirft. Diese Tendenz ist jedoch eine Illusion, die ihn an seiner Sucht festhält. Es ist üblich, dass ein Spekulant viel mehr verliert, als er gewinnt.
  • Aberglaube oder Scheinkorrelation. Dies sind zufällige Assoziationen zwischen einem bestimmten Ereignis oder Verhalten und einem Preis. Der Spieler beginnt zu glauben, dass dieses Ereignis seine Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht. Dies ähnelt dem Tragen eines Glücksbringers oder dem Ausführen eines bestimmten Rituals. Offensichtlich ist es ein magischer Gedanke, da ein pathologischer Spieler seine Gewinne oder Verluste nicht kontrollieren kann. Ein Beispiel für diese kognitive Verzerrung könnte sein: „Wenn ich meine Würfel küsse, bevor ich sie werfe, dann gewinne ich.“
  • Personifikation der Spielmaschinen. Einige Risikoträger weisen den Maschinen oder unbelebten Objekten, mit denen sie spielen, animierte Funktionen zu. Man könnte denken: „Die Maschine täuscht mich, sie will mich verwirren, aber es gelingt ihr nicht, weil ich schlauer bin.“

Wie man pathologischen Spielern hilft

Der erste Schritt zur Überwindung einer kognitiven Verzerrung besteht darin, dass ein pathologischer Spieler diese Verzerrung bemerkt.

Der erste Schritt zur Überwindung einer kognitiven Verzerrung besteht darin, dass ein pathologischer Spieler diese Verzerrung bemerkt. Kognitive Verzerrungen sind nicht leicht zu erkennen, da sie im Laufe der Zeit programmiert wurden. Eine Möglichkeit, sie zu erkennen, besteht darin, einen Spieler zu bitten, eine Art von Dokument zur Selbstregistrierung auszufüllen, wenn er den Drang zum Spielen verspürt. Wenn dies den Betroffenen richtig erklärt wird und sie es dann richtig in die Tat umsetzen, sind sie sich ihrer kognitiven Verzerrungen bewusst.

Zu diesem Zweck könntest du ihnen die typischsten Vorurteile aufzeigen, die Spekulanten haben, und sie dann fragen, mit welchen sie sich am meisten identifizieren. Sobald du so vorgehst, muss die Person verstehen, dass solche kognitiven Verzerrungen in hohem Maße für ihre Motivation verantwortlich sind, weiter zu spielen.

Um diese Verzerrungen zu ändern, ist es wichtig, sie zu hinterfragen und gegen Gedanken auszutauschen, die auf Objektivität und Realität basieren. Dies kann durch sokratische Befragung und geleitete Entdeckung erreicht werden. Hier fragt sich eine Person, welche Beweise oder Nachweise sie haben, um einen bestimmten Gedanken aufrechtzuerhalten. Zum Beispiel: „Wie bin ich mir so sicher, dass meine Methode unfehlbar ist? Hängt das Gewinnen oder Verlieren wirklich von mir ab? Was ist der Beweis?“

Abschließende Bermerkung zu pathologischen Glücksspielern

Nachdem man mit sich selbst das sokratische Hinterfragen geübt und den Irrtum bemerkt hat, ist man eher dazu geneigt, seine Denkweise zu ändern. Dazu sollten pathologische Glücksspieler alle gestellten Fragen überprüfen und eine rationale Antwort finden. Ab diesem Moment wird es zu ihrem mentalen Mantra. Zum Beispiel: „Ich habe keine Kontrolle über eine Maschine, die zufällig arbeitet“, „Ich habe manchmal gewonnen, aber die Daten zeigen, dass ich viel mehr verloren habe, sodass die Gewinne die Verluste nicht kompensieren.“

Mit der Zeit wird dem Spieler die Nutzlosigkeit seines Verhaltens bewusst. Er wird dann erkennen, dass sein Problem nur neue Probleme schafft. Am Ende sollte der Spieler in der Lage sein, das Interesse zu verlieren und mit dem Spielen aufzuhören.

  • Mañoso, V., Labrador, F.J., y Fernández-Alba, A. (2004). Tipo de distorsiones cognitivas durante el juego en jugadores patológicos y no jugadores. Psicothema: Vol. 16, nº 4, pp. 576-581