Nosophobie – oder die Angst davor, krank zu werden

· 15. März 2019

Die Angst vor Krankheit oder Nosophobie, ebenso wie die Angst vor dem Tod und vor Wahnsinn, sind angestammte, atavistische Ängste. Wer von uns hat keine Angst davor, eine schwere Krankheit zu entwickeln? Vielleicht haben wir keine Angst davor, verrückt zu werden, aber die Angst vor dem Tod ist sicher weitverbreitet.

In diesem Artikel wollen wir über die Nosophobie sprechen. Dabei handelt es sich um eine übermäßige und irrationale Angst vor Krankheiten. Der Betroffene glaubt zwar nicht, dass er derzeit krank sei, fürchtet sich aber davor, dass sich das ändern könnte. Das ist ein entscheidender Unterschied zwischen Nosophobie und Hyponchondrie. Patienten mit Hypochondrie haben keine Angst davor, in Zukunft zu erkranken, wie Nosophobiker. Hypochonder haben Angst davor, in der Gegenwart unter einer Krankheit zu leiden und nicht entsprechend diagnostiziert zu werden.

Was verstehen wir unter einer Phobie?

Phobien werden definiert als eine intensive, unbegründete Angst vor einer Person, einem Objekt oder einer Situation, die wenig oder keine Bedrohung darstellt. Das Wort stammt vom griechischen Wort „phobos“ ab, was soviel wie „Angst“ bedeutet. In der griechischen Mythologie war Phobos auch der Sohn des Ares, des Gottes des Krieges, und der Aphrodite, der Göttin der Liebe. Er verkörperte die Angst. Alexander der Große betete vor jedem Kampf zu Phobos, um seine Angst zu überwinden.

Ein Mann hat Angst

Gemäß dem Diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen  erfüllen Phobien, wie z. B. die Nosophobie, die folgenden Eigenschaften:

  • Intensive Angst oder Besorgnis über ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation (z. B. Fliegen, Höhen, Tiere, Injektionen, Blut …)
  • Das betreffende Objekt oder die jeweilige Situation verursacht fast immer unmittelbare Angst, Angstzustände oder Panikattacken.
  • Daher wird aktives Vermeidungsverhalten gezeigt.
  • Die Angst oder Furcht ist unverhältnismäßig, wenn wir die reale Gefahr analysieren, die von dem spezifischen Objekt oder der Situation und dem soziokulturellen Kontext ausgeht.
  • Die Angst, Furcht oder Vermeidung ist hartnäckig und dauert in der Regel sechs Monate oder länger.
  • Die Kondition verursacht klinisch signifikante Beschwerden oder Verschlechterungen im sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Lebensbereichen.

Es ist üblich, dass Menschen mehrere spezifische Phobien haben; in der Tat fürchten sich etwa 75 % der Menschen mit einer bestimmten Phobie vor mehr als einer Situation oder einem Objekt. Diese Menschen werden von einem charakteristischen Schatten verfolgt, vom Gefühl der Bedrängnis.

Abwehrende Haltung

Nosophobie: die irrationale Angst vor Krankheiten

Wie wir bereits gesagt haben, kann die Nosophobie als die irrationale Angst definiert werden, an einer bestimmten Krankheit oder einer Erkrankung im Allgemeinen leiden zu müssen. Menschen mit Nosophobie entwickeln eine übertriebene Angst vor Krankheiten im Allgemeinen, sind aber oft von einem bestimmten Fall oder einer speziellen Krankheit besonders beeindruckt.

Die Symptome der Nosophobie gestalten sich unterschiedlich, lassen sich aber in der Regel wie folgt zusammenfassen:

  • Übertriebene Nervosität wegen einer leichten Verstimmung, Infektion o. Ä.
  • Extreme Maßnahmen zur Vermeidung des Kontaktes mit Keimen
  • Häufige und wiederholte Besuche bei verschiedenen Ärzten, während andere Patienten es vermeiden, diese aufzusuchen
  • Intensive Angst, dass der Arzt die Krankheit bestätigt, die der Nosophobiker selbst diagnostiziert hat

Gesundheitliche Bedenken können ein dominantes Problem bei kognitiven Manifestationen sein (pathologische Sorge über den Gesundheitszustand). Ebenfalls häufig sind Symptome auf der Ebene von Emotionen (Erfahrung von Angst oder dysphorischer Stimmung) und Verhalten (medizinische Konsultationen, die nicht durch einen objektiven Gesundheitszustand gerechtfertigt sind).

Angst vor Krankheiten

Meistens wird die Nosophobie als eine somatische Symptomstörung eingestuft. In einer Minderheit der Fälle ist es jedoch sinnvoller, stattdessen die Diagnose einer Angststörung zu verwenden.

Die Sorge um das Krankwerden geht einher mit einer erheblichen Besorgnis über die eigene Gesundheit. Menschen, die Angst davor haben, krank zu werden, sind schnell in einen Alarmzustand versetzt: wenn sie hören, dass jemand krank geworden ist oder wenn sie Nachrichten über Epidemien und andere Gesundheitsthemen lesen.

Besorgte Frau

Wie wir bereits sagten, ist die Nosophobie eine der Hypochondrie ähnliche, aber doch eigene Kondition. Beim nosophoben Patienten entsteht eine irrationale, intensive und unkontrollierbare Angst vor einer schweren Krankheit in einer unbestimmten Zukunft. Und es ist so, dass „derjenige, der Angst hat, zu leiden, bereits unter der Angst leidet“.

In der Nosophobie führt das Auftreten eines körperlichen Symptoms in vielen Fällen zu einer unbestimmten Aufschiebung der Vorstellung beim Arzt und der Durchführung von Tests. Der Nosophobiker leidet unter einer so intensiven Angst, dass er jeden Umstand vermeiden mag, der seinen Verdacht bestätigen könnte. Er zieht es zuweilen vor, die Augen zu schließen und zu leben, ohne zu wissen. In anderen Fällen werden wiederholt verschiedene Spezialisten aufgesucht.

Wie dem auch sei, wenn du eine starke Angst davor hast, krank zu werden, ist es keine schlechte Idee, einen Termin mit einem Psychologen zu vereinbaren. Es spielt keine Rolle, wie wir es nennen. Das Wichtigste ist, darüber hinwegzukommen.