Nach vielen Stürmen habe ich endlich den Frieden gefunden

1. Juli 2017 en Emotionen 411 Geteilt

Ich habe endlich den Frieden gefunden, aber ich musste viele Stürme aushalten, um dieses Ziel zu erreichen. Denn manchmal reicht es nicht aus, eine Seite umzublättern oder ein neues Buch anzufangen. Die wahre Weisheit liegt in einer neuen Interpretation des bereits Geschriebenen. Und es gilt auch zu verstehen, dass, wenn du über inneren Frieden verfügst, ein widriges Schicksal nur einen Bruchteil der Szenerie ausmacht.

Wir haben alle chaotische Zeiten, komplizierte Tage und wirklich schwierige existenzielle Krisen durchlebt. Obwohl der Geist nach Frieden und Ruhe verlangt, ist das Gehirn in eine andere Art von Diskurs vertieft. Die neurochemische Aktivierung, die Stress und Angst ausgelöst, stört diese subtile Balance. Sie hält uns davon ab, die Harmonie zu finden, die wir brauchen, um uns trotz des Druckes, der durch Umwelteinflüsse verursacht wird, zu erheben.

„Angesichts von Ungerechtigkeiten und den Widrigkeiten des Lebens… Seelenruhe.“

Mahatma Gandhi

Es ist wichtig, klarzustellen, wenn wir von „Seelenruhe“ sprechen, dass wir damit nicht meinen, dass wir uns „ergeben“ sollen. Sich für eine ruhige und friedliche Haltung gegenüber den Schwierigkeiten des Lebens zu entscheiden, ist nicht das Gleiche wie aufzugeben. Ganz im Gegenteil, es geht darum, eine innere Harmonie für sich zu finden, in der die eigenen Gedanken, Wünsche und Fähigkeiten sich mit der Weisheit verbinden.

Den inneren Frieden zu finden, ist eine Kunst. Wir laden dich ein, hier mehr darüber zu erfahren, wie du sie erlernen kannst.

Frieden zu finden in einer konstant lärmerfüllten Welt

Frieden zu finden in einer unablässig lärmenden Welt, ist keine Angelegenheit, die du über Nacht erreichst. Besonders wenn du zulässt, dass dich der Lärm überwältigt. Wir leben in einer chaotischen Welt, in der unsere Umgebung ständig etwas von uns fordert. Wir sollen gute Bürger, produktive Arbeiter, brave Kinder, ausgezeichnete Eltern und außergewöhnlich gute Freunde sein.

„So musst du sein!“,  legt uns die Gesellschaft auf, und das kann dazu beitragen, dass unser wahres Selbst verschwindet. Jules Evans, Direktor am Centre for the History of the Emotions (Zentrum für die Geschichte der Gefühle) an der University of London (England, Vereinigtes Königreich), erklärt in seinen Abhandlungen über Angstzustände und Depression, dass wir uns in unserer schnell-getakteten Welt oft auf das Improvisieren beschränken und die Kontrolle über unsere Gefühle verlieren würden. Der Sinn für unser inneres Gleichgewicht käme uns abhanden. Wir entfernten uns von den Wurzeln, die uns nährten.

Innerer Frieden und inneres Gleichgewicht sind sehr kostbare Zustände. Wir sprechen hier nicht über Spiritualität, wir sprechen über Gesundheit und Wohlbefinden. Menschen, die keinen inneren Frieden verspüren, sind auf einer Insel des unablässigen Lärms interniert, wo sie nicht in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ein rastloser Geist kann zum schlimmsten Feind werden, bis man sich richtig hilflos fühlt und sich mit einem Mangel an Kontrolle und vielleicht sogar einer Depression wiederfindet.

Wir müssen erneut die Kontrolle übernehmen.

Seelenruhe finden mit der Philosophie der Samurai

Ein Buch, das zugleich interessant und bereichernd ist, trägt den Titel Training the Samurai Mind: A Bushido Sourcebook  (auf Deutsch etwa: Das Samurai-Bewusstsein trainieren: Eine Quellensammlung des Bushido). Verfasst wurde es vom Historiker Thomas Cleary. Er erklärt darin auf anschauliche Weise die Techniken, die die Krieger benutzten, um den Geist zu beruhigen und ihre Gegner besser zu verstehen.

„Die Schlacht des morgigen Tages wird während der heutigen Übungsstunde gewonnen.“

Maxime der Samurai

Ganz offensichtlich schlagen wir uns im Alltag nicht in Schlachten, die mit dem Schwert ausgefochten werden. Wir müssen keine Gegner töten, aber es gibt Widersacher, denen wir uns stellen müssen, die wir kontrollieren und sogar stürzen müssen. Diese Gegner heißen Furcht, Stress, Sorge und – einmal ganz deutlich ausgesprochen – die Anwesenheit oder die Haltung von gewissen Leuten.

Wir werden in diesem Zusammenhang nun einige buddhistische Strategien erklären. Sie können uns dabei helfen, unseren inneren Frieden zu finden.

Wir wir in einer schnell-getakteten Welt Frieden finden

Es ist wichtig, zu verstehen, dass unser bester Verbündeter auf dem Weg zum inneren Frieden und zum Gleichgewicht unser Bewusstsein ist. Manchmal jedoch überschreiten unsere Gedanken eine gezogene Grenze und werden kontraproduktiv. Wir müssen einen Kurswechsel vornehmen und uns über unsere gedankliche Abwesenheit stellen, niemals unter sie. Ansonsten hält sie uns als Geisel.

Um das zu erreichen, denke an folgende Punkte:

  • Sei loyal dir selbst gegenüber. Du verfügst über ein Wertesystem, das dir deine Identität gibt. Verteidige deine Werte.
  • Deine Gefühle machen dich nicht zum Schwächling. Im Gegenteil, sie sind eine Waffe, die dich ermutigen und deinem Wesenskern Leben einhauchen wird. Ebenso deinen Tugenden und deiner widerstandsfähigen Seele, die in der Vergangenheit schon einige Schlachten überstanden hat.
  • Nimm widriges Schicksal an. Genau wie die Samurai ihr Geschick annahmen, dass sie früher oder später ihr Leben lassen mussten – wie Bushido, der Ethos der Samurai, es verlangt – musst du annehmen, dass es ein widriges Schicksal gibt. Das heißt jetzt nicht, dass man grundsätzlich von der Fatalität der Dinge ausgehen sollte, sondern eher, dass man alles ohne Angst annimmt. Dann kannst du gleichzeitig das Positive annehmen, was das Leben zu bieten hat. Und gerade dann, wenn du es am wenigsten erwartest.
  • Du kannst dich darin üben, ruhig zu sein. Du musst jeden Tag an deinem inneren Frieden arbeiten. Dafür gibt es nichts Besseres, als jeden Tag ein oder zwei Stunden zu reservieren, um in der Stille zu sein und dich in ein inneres Gleichgewicht zu bringen. Wenn du möchtest, meditiere. Oder geh spazieren, wenn du das lieber magst. Was auch immer du tust, nimm dir Zeit für dich selbst. Deine Gesundheit wird es dir danken.
  • Arbeite jeden Tag an deinem Gefühl der Kontrolle. Du solltest dazu in der Lage sein, dich auf das zu konzentrieren und zu kontrollieren, was in deiner Macht liegt. Du kannst und solltest deine eigenen Entscheidungen treffen, Grenzen setzen und vor allem, ausdrücklich bekannt geben, was du willst und was du nicht willst.

Diese Ideen führen dich zu deinen psychologischen Strategien. Du brauchst sie, um durch dein tägliches Schlachtfeld mit größerem Mut hindurchzuschreiten. Denn Frieden wird nicht einfach gefunden, er lässt sich nur erreichen.

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