Nach einem Lebewohl sind wir nicht mehr dieselben

11. Februar 2016 en Psychologie 280 Geteilt

Mit jedem Lebewohl geht etwas in uns kaputt. Wir könnten sagen, dass das Zerbrechen etwas ist, das in unseren Vorstellungen entsteht, in unseren Hoffnungen oder unseren Gefühlen. Von diesem Moment an wird dieser Teil von uns sich nicht mehr rekonstruieren und es kann sogar sein, dass er uns quälen wird.

Wenn man sich schon einmal von einer wichtigen Sache oder Person verabschieden musste, dann weiß man, dass man danach nicht mehr derselbe Mensch sein wird. Es ist etwas, das uns eine gewisse Nostalgie empfinden lässt und uns zum Nachdenken bringt.

Letztendlich bedeutet Abschied gleichzeitig Schmerz, egal ob es freiwillig passiert oder nicht. So gibt es in diesem Prozess Augenblicke, einige von ihnen sehr schmerzhaft, die uns die Notwendigkeit verspüren lassen, uns an das Unmögliche zu klammern. Das kann uns beeinträchtigen und das, was nach dem Lebewohl von uns übrig geblieben ist, verwandeln.

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Nichts ist von Dauer, alles verändert sich

Menschen verändern sich und unsere Beziehungen ändern sich mit uns und der Welt. Dies passiert auch, wenn wir uns mit all unserer Kraft dagegen wehren. Aber es geschieht auch dann, wenn wir darauf vorbereitet sind, uns anpassen zu müssen, um nicht zu durchleben, was es heißt, etwas einfach gehen zu lassen, von dem wir denken, dass wir es brauchen.

Dieser letzte Aspekt ist wichtig, da, wie wir schon oft erwähnt haben, das Gefühl der Notwendigkeit uns Freiheiten nimmt und uns den Erwartungen und Verhaltensweisen anderer unterwirft. Wenn wir diesen Punkt nicht beachten, werden wir zu Kanonenfutter für toxische Beziehungen.

Auf der anderen Seite bringt jedes Lebewohl einen süßen Schmerz mit sich. Auch wenn es paradox erscheint, ist dieser Schmerz süß, weil wir durch ihn fühlen und die Bitterkeit des Moments schmecken können und er uns die Möglichkeit bietet, uns an dem guten Geschmack zu erfreuen, der danach kommt: der Geschmack der emotionalen Freiheit.

Manchmal sind Abschiede notwendig, um uns selbst wiederfinden zu können, etwas was endlos schwer erscheint, wenn wir uns an bestimmte Gefühle, Personen, Orte oder Aktivitäten klammern.

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Vergiss nicht die Narben deiner emotionalen Vergangenheit zu heilen

Man muss sich stets bewusst sein, wann ein Kapitel im Leben endet. Wenn du darauf bestehst, länger als nötig auf einer Stufe zu verharren, verlierst du deine Freude und den Sinn für alles andere. Schließe die Kreise, Türen oder Kapitel, wie auch immer du sie nennen magst. 

Das Wichtige ist, sie schließen zu können und Momente des Lebens gehen zu lassen, die sich dem Ende zuneigen.

Wir können die Gegenwart nicht wahrnehmen, wenn wir uns nach der Vergangenheit sehnen. Nicht einmal, indem wir uns fragen warum. Das, was passiert ist, ist passiert. Man muss loslassen und sich davon lösen. Wir können nicht ewig Kinder sein, auch keine verspäteten Jugendlichen oder Angestellte in nicht bestehenden Unternehmen und wir sollten erst recht keine Verbindung mit Menschen eingehen, die nicht mit uns verbunden sein wollen.

Solche Dinge passieren und man muss sie gehen lassen.

Paulo Coelho

Um ein neues Kapitel in unserem Leben zu beginnen, müssen wir viele andere erst schließen. Die Wunden aus unserer emotionalen Vergangenheit zu heilen ist schmerzhaft und kompliziert. Dennoch haben wir wahrlich alle etwas Unerledigtes in unserem vergangenen Gefühlsleben, das unsere Gegenwart stört und sogar unsere Zukunft bestimmen kann.

Es ist normal, dass uns vor diesem emotionalen Abgrund des Lebewohls schwindelig wird. Genauso verhält es sich, wenn wir von oben in eine tiefe Schlucht hinabschauen müssen: Unser Verstand scheint es uns zu verbieten.

Dennoch ist in diesem Falle etwas in diese emotionale Schlucht hineingefallen und obwohl wir es jetzt nicht mehr zurückbekommen können, müssen wir trotzdem hineinschauen, um zu sehen, ob der Sturz es tatsächlich zerstört hat. Das bedeutet, wir müssen sehen, dass dieses Stück , das sich von uns losgelöst hat, wirklich nicht mehr zu uns gehört, um es zu glauben. Es war schön, solange wie es andauerte, ja, aber es hat sich in einen Stolperstein verwandelt, der uns verboten hat, den Pfad des Lebens weiterzugehen.

Letztendlich solltest du, wenn du Lebewohl sagen musst, gleichzeitig dankbar sein, da jeder Abschied dir die Möglichkeit bietet, eine Lektion zu lernen, die unverzichtbar für den Weg sein wird, den du in deinem Leben beschreitest.

Stell dir vor, wie es ist, dich wieder als du selbst zu fühlen, dich zu akzeptieren und alles gehen zu lassen, was jetzt nicht mehr zu dir gehöret. Du kannst deinen Weg mit Leichtigkeit weitergehen. Es gibt zweifellos kein Wort im Wörterbuch, das dieses wunderschöne und angenehme Gefühl auch nur annähernd beschreiben könnte.

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