Mit dem Mini-Mental-Status-Test eine mögliche Demenz erkennen

02 Juli, 2020
Der primäre Nachweis einer Demenz ist für die Umsetzung von Therapieplänen, die die Aussichten der Patienten verbessern können, von wesentlicher Bedeutung. Der Mini-Mental-Status-Test ist eines der beliebtesten Bewertungsinstrumente auf diesem Gebiet.

Aufgrund der längeren Lebenserwartung in der heutigen Gesellschaft hat die Häufigkeit von Alzheimer und verwandten Krankheiten dramatisch zugenommen. Daher ist es wichtig, über gute Bewertungsinstrumente zu verfügen. Diese sollten in der Lage sein, kognitive Beeinträchtigungen schnell und einfach zu erkennen. Der Mini-Mental-Status-Test ist dabei einer der Tests, die Experten am häufigsten für diese Aufgabe verwenden.

Die frühzeitige Erkennung dieser Krankheit ist sehr wichtig, um Behandlungen durchführen zu können, die die Aussichten der Patienten verbessern. Sowohl Hausärzte als auch Fachärzte sollten daher Zugang zu solchen Tests haben. Dies gilt insbesondere angesichts der Tatsache, dass Ärzte etwa 70% dieser Fälle nicht korrekt identifizieren.

Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) bewertet kognitive Veränderungen

Der Mini-Mental-Status-Test

Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) bewertet kognitive Veränderungen. Das Ziel ist es, durch dessen Anwendung mögliche Fälle von Demenz zu erkennen. Dies ist ein Screening-Instrument, das den ersten Schritt in einem komplexeren Prozess darstellt.

Wenn ein Verdacht besteht, sollte der Arzt einen ausführlicheren Test durchführen. Abhängig von der Anzahl der Punkte, die der Patient erhalten hat, kann der Test zwischen verschiedenen Typen von kognitiven Funktionen unterscheiden. Diese Typen sind normale kognitive Funktionen oder eine leichte, mittelschwere oder schwere Demenz.

Du solltest ebenfalls berücksichtigen, dass ein kognitiver Rückgang ein harmloses und normales Ereignis sein kann. So ist ein leichter kognitiver Rückgang im Zusammenhang mit dem Alter normal. Aber es gibt einen Unterschied zwischen einem kognitiven Rückgang und einer Demenz. Der Hauptunterschied besteht darin, dass Ersteres nur das Gedächtnis beeinflusst. Andererseits verursacht Letzteres vielfache Probleme und beeinträchtigt die Fähigkeit einer Person, ihren täglichen Lebensstil fortzusetzen.

Um eine mögliche Demenz zu erkennen, bewertet der Mini-Mental-Status-Test anhand seiner Fragen die verschiedenen kognitiven Bereiche, die betroffen sein könnten. Zunächst erklärt die Person, die den Test durchführt, dass sie dem Patienten einige Fragen stellen wird.

Der Tester erklärt dann, dass er den Patienten bitten wird, einige Aufgaben zu übernehmen. Nachdem sichergestellt wurde, dass die Testperson eine entsprechende Brille und entsprechende Kopfhörer für den Test trägt, um sensorische Defizite zu verringern, beginnt der Test.

Kognitive Bereiche, die der Mini-Mental-Status-Test bewertet

Orientierung

Um die zeitliche Orientierung beurteilen zu können, fragt der Arzt die Person:

  • „Welcher Wochentag ist heute?“,
  • „In welchem Monat befinden wir uns?“
  • „Was ist das heutige Datum?“
  • „In welchem Jahr befinden wir uns?“
  • „In welcher Jahreszeit sind wir jetzt?“

Um die räumliche Orientierung beurteilen zu können, fragt der Arzt:

  • „Wo sind wir?“
  • „Auf welcher Etage sind wir?“
  • „Wie lautet der Name der Straße, in der wir uns befinden?“
  • „In welcher Stadt sind wir?“
  • „In welchem Land leben wir?“

Fixierung

Dieser Test versucht, die Retentionsfähigkeit der Person zu messen. Dazu muss der Arzt ihr erklären, dass er der Person drei Wörter sagen wird. Der Arzt wird diese drei Wörter dann wiederholen. Der Patient sollte dann versuchen, sich an diese Wörter zu erinnern, da der Arzt sie später danach fragen könnte. Zum Beispiel könnte der Arzt sie bitten, die Wörter „Cent“, „Pferd“ und „Apfel“ zu wiederholen. Die Person erhält dann einen Punkt für jede korrekte Wiederholung.

Konzentration und Rechenfähigkeit

  • Bei diesem Test fordert der Arzt die Person dazu auf, in Dreierintervallen von 30 herunterzuzählen.
  • Danach bittet der Arzt den Patienten, die Sequenz 5-9-2 zu wiederholen. Er muss dies solange tun, bis er die Sequenz gelernt hat. Danach sollte der Arzt die Person bitten, die Zahlenfolgen rückwärts aufzuzählen.

Erinnerung

Für diesen Teil des Tests fragt der Arzt den Patienten, ob er sich an die drei Wörter erinnert, die er ihm zuvor im Fixierungstest gesagt hatte. Der Arzt gibt der Person dann jeweils einen Punkt für jedes Wort, an das sie sich erinnert, unabhängig von der Reihenfolge.

Der Mini-Mental-Status-Test bewertet kognitive Bereiche

Sprache und Konstruktion

  • Der Arzt zeigt dem Patienten dann eine Uhr und einen Stift und fordert ihn auf, die Objekte zu identifizieren.
  • Als Nächstes bittet der Arzt den Patienten dann, den Satz „Es waren fünf Hunde auf einem Getreidefeld“ zu wiederholen.
  • Anschließend wird der Patient gefragt: „Äpfel und Birnen sind Früchte. Was sind Katzen und Hunde? Und rot und grün?“
  • Danach wird der Patient angewiesen, ein Papier in die rechte Hand zu nehmen. Er muss es dann falten und auf den Tisch legen. Der Arzt stellt dabei fest, ob er diese Aufgabe ausführen kann oder nicht.
  • Im nächsten Schritt reicht der Arzt dem Patienten ein Blatt Papier mit der Aufschrift „Schließen Sie die Augen“. Dann bittet er den Patienten, den Text zu lesen und das Gelesene dann auszuführen.
  • Anschließend wird die Person gebeten, einen Satz mit einem Betreff und einem Prädikat zu schreiben.
  • Eine weitere Aufgabe in diesem Test besteht darin, dass der Arzt dem Patienten eine Zeichnung zeigt und ihn dann auffordert, diese auf ein anderes Blatt Papier zu kopieren.

Der Mini-Mental-Status-Test und seine Verwendung

Abhängig von der Leistung, die der Patient in jedem Test erzielt, kann der Arzt wertvolle Einblicke in den Zustand des Patienten erhalten. Die verschiedenen Punkte sagen ihm, ob die Person an einem gewissen Grad an Demenz leidet. Wie wir in diesem Artikel gezeigt haben, ist dieser Test relativ schnell und einfach anzuwenden.

Der Test eignet sich perfekt als Screening-Methode, doch es ist immer eine umfassendere Bewertung nötig. Trotzdem ist dieser Test aufgrund seiner Einfachheit und seiner Fähigkeit, Probleme leicht zu erkennen, sehr beliebt. Es ist eine der am weitesten verbreiteten Bewertungen zur Messung der kognitiven Funktion und zur Erkennung von Demenz.

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  • Allegri, R. F., Ollari, J. A., Mangone, C. A., Arizaga, R. L., De Pascale, A., Pellegrini, M., … & Candal, A. (1999). El “Mini Mental State Examination” en la Argentina: instrucciones para su administración. Revista Neurológica Argentina24(1), 31-35.