Die Erkennung von Demenz bei Hausarztbesuchen

30 Mai, 2020
Das Erkennen von Demenz während eines Besuchs bei einem Hausarzt ist sehr wichtig, um sicherzustellen, dass der Patient die Behandlung erhält, die er benötigt. Heute werden wir darüber sprechen, warum eine frühzeitige Diagnose so wichtig sein kann.
 

Wenn jemand den Verlust kognitiver Fähigkeiten aufzeigt, ist es wichtig, dass er einen Spezialisten aufsucht, der eine vollständige Diagnose stellen kann. Ebenso kann die Erkennung von Demenz bei einem Hausarztbesuch der Schlüssel sein, um das Fortschreiten der Krankheit und den Verlust der Autonomie zu verzögern.

Im Falle eines Abbaus der kognitiven Fähigkeiten kann die Früherkennung dazu beitragen, den Fortschritt erheblich zu verlangsamen.

Pastor et al. (2003) argumentieren, dass eine späte Diagnose von Demenz Konsequenzen für die Lebensqualität von Patienten, und ihren Familien, haben kann. Andererseits können Symptome, die ein Arzt während eines Besuchs bei der Grundversorgung beobachtet, auch das Ergebnis eines vorübergehenden Zustands sein. Folglich ist eine gründliche Differentialdiagnose sehr wichtig.

Warum ist die Früherkennung von Demenz so wichtig?

Auf der anderen Seite kann eine frühzeitige Diagnose die Identifizierung der Krankheitsursachen erleichtern. Wenn der Patient an einer Art reversibler Demenz leidet, hat er daher Zeit, die richtige Behandlung zu erhalten. Dies erleichtert auch die Annahme von pharmakologischen und Verhaltensmaßnahmen. Denn diese haben sich bei der Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion als wirksam erwiesen.

Wenn die Demenz frühzeitig erkannt wird, kann sich auch die Familie nach und nach an die Nachrichten anpassen. Denn es kann für Familien schwierig sein, mit den Veränderungen umzugehen, die eine Demenz mit sich bringt. Wenn du dagegen jedoch die Zeit hast, die Informationen zu verarbeiten, kann dies möglicherweise einiges an Stress reduzieren.

 

„Es ist weitaus wichtiger zu wissen, welche Person die Krankheit hat, als welche Krankheit die Person hat.“

-Hippokrates-

Warnsignale einer Demenz

Arenillas et al. (2018) teilten die Warnsignale für Demenz in drei Kategorien ein: kognitiv, verhaltensbezogen oder psychologisch und funktionell.

Arenillas et al. (2018) teilten die Warnsignale für Demenz in drei Kategorien ein: kognitiv, verhaltensbezogen oder psychologisch und funktionell. Die wichtigsten kognitiven Zeichen, die zur Erkennung von Demenz nützlich sind, sind folgende:

  • Schwierigkeiten, sich an aktuelle Ereignisse, Routen oder Namen zu erinnern. Darüber hinaus werden Nachrichten vergessen oder dieselbe Frage immer wieder wiederholt.
  • Probleme bei der Anpassung an Änderungen.
  • Es fällt einem schwer, die richtigen Worte zu finden.
  • Zunehmende Schwierigkeiten bei der Ausführung von Aufgaben und Aktivitäten, die Organisation und Planung erfordern.

Die wichtigsten Verhaltens- oder psychologischen Symptome, die die Erkennung von Demenz bei Besuchen in der Grundversorgung erleichtern, sind:

 
  • Psychiatrische Symptome bei Menschen ohne psychiatrische Probleme in der Vorgeschichte

Die wichtigsten funktionellen Symptome sind:

  • Schwierigkeiten beim Ausführen normaler Aufgaben zu Hause, bei der Arbeit oder in der Freizeit
  • Vernachlässigung der persönlichen Hygiene und Selbstpflege
  • Rückzug von der Arbeit oder von sozialen Aktivitäten
  • Schwierigkeiten beim Umgang mit Geld

Bewertung und Erkennung von Demenz bei Hausarztbesuchen zur Grundversorgung

Der erste Arzt, der jemanden mit Anzeichen eines kognitiven Rückgangs sieht, ist in der Regel der Hausarzt. Das Erste, was Hausärzte tun, wenn sie einen neuen Patienten sehen, ist es, ihre Krankengeschichte zu erhalten. Mit anderen Worten, sie „befragen“ den Patienten und jeden, der sie bei ihren Terminen begleitet, um so mehr über ihre Symptome und frühere Krankheiten und Behandlungen zu erfahren.

Während dieser Befragung sammelt der Arzt systematisch Daten für eine Pathographie des Patienten (Redondo V. 2017). Die Krankengeschichte umfasst unter anderem, wann und wie die Krankheit begann, wie der Patient glaubt, dass sie sich entwickelt hat und ob er unter anderem Persönlichkeits- und / oder Verhaltensänderungen bemerkt hat. Das Ergebnis dieser ersten Untersuchung ist eine diagnostische Hypothese.

Protokoll zur Erkennung von Demenz bei Hausarztbesuchen

Die Erkennung von Demenz bei einem Hausarztbesuch kann der Schlüssel sein, um das Fortschreiten der Krankheit und den Verlust der Autonomie zu verzögern.
 

Laut dem Leitfaden Schlüssel zur Früherkennung und Intervention von Demenz in der Grundversorgung [Übersetzung] von Pastor et al. sollte dein Hausarzt Folgendes tun:

  • Die persönliche und familiäre Krankengeschichte sammeln, insbesondere in Bezug auf die neurologische Pathologie, Gefäßinfektionen und traumatische Hirnverletzungen, sowie psychiatrische Pathologien, Komorbiditäten und den verschreibungspflichtigen Drogenkonsum.
  • Eine vollständige körperliche Untersuchung durchführen.
  • Alle wichtigen ergänzenden Tests durchführen. Analytische Tests, Neuroimaging-Tests, kognitive Screening-Tools andwenden,  sowie funktionelle und neuropsychiatrische Bewertungen erstellen.

Darüber hinaus sollte der Hausarzt, sobald er alle oben genannten Schritte durchgeführt hat, die erforderlichen Überweisungen an neuropsychologische, psychiatrische und geriatrische Spezialisten vornehmen.

Ziel der Überweisung ist es, die Demenzdiagnose zu bestätigen und herauszufinden, an welcher Art von Demenz der Patient leidet. Die Spezialisten können auch die richtigen Tests durchführen, um den Patienten so schnell wie möglich auf den richtigen Weg für die geeignete Behandlung zu bringen.

Zusammenfassend ist eine ganzheitliche und personalisierte Betreuung unerlässlich, um eine Krankheit richtig zu diagnostizieren. Deshalb ist die multidisziplinäre und interdisziplinäre Arbeit so wichtig. Dies gilt vor allem in Situationen, die das Leben eines Menschen so drastisch verändern können.

 

Arenillas, J. F., Arieta, E., Caballero, M. E., Domínguez, M. S., Lleras, S., Gómez, A., López, M. L., Martínez, N., Muñoz, J. L., Rodríguez, M. C., Rodríguez, C., Rubio, A., Trigueros, P., Tascón, M. M., y Vazquez, M. C. (2018). Claves para la detección y la intervención precoz de las demencias en atención primaria. Dirección General de Asistencia Sanitaria. Gerencia Regional de Salud

Contador, I., Fernández-Calvo, B., Ramos, F., Tapias-Merino, E., & Bermejo-Pareja, F. (2010). El cribado de la demencia en atención primaria. Revisión crítica. Revista de neurologia51(11), 677-686.

Pastor, M. Z., Del Ser, T., Laso, A. R., Yébenes, M. G., Domingo, J., & Puime, A. O. (2003). Demencia no detectada y utilización de los servicios sanitarios: implicaciones para la atención primaria. Atención primaria31(9), 581-586.