Minimalismus: Trenne dich von allem Überflüssigem, um Platz in deinem Denken zu schaffen

23. März 2016 en Psychologie 10 Geteilt

Schau dich um, nimm wahr, was du siehst, und zähle es… Findest du, dass sich bei dir viel angesammelt hat? Mehr, als du eigentlich benötigst?

Gehörst du zu denen, die eine große Tasche mit sich herumschleppen, bis zum Rand gefüllt, so dass man den Boden nicht mehr sieht? Besitzt du Kleidung, die du seit einem Jahr nicht mehr angezogen hast? Küchenutensilien, die du nur einmal verwendet hast?

Wir leben in einer Welt, in der es normal ist, dass wir mehr Dinge ansammeln als wir benötigen, egal ob Büromaterial, Kleidung, Schuhe, Schminke, Werkzeuge… Diese Besitztümer benötigen physischen Raum in unseren Schränken, Kommoden, Truhen, Schuhschränken. Aber viel schlimmer ist, dass sie auch gedanklichen Raum und unsere Zeit belegen,  da wir sie klassifizieren, ordnen oder reinigen müssen.

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Es gibt eine Lebensphilosophie, die dir dabei helfen kann, diese Anhäufung von Gütern zu sehen und damit umzugehen. Es handelt sich um den Minimalismus. Und beim Minimalismus geht es nicht darum, weniger zu haben, sondern Raum zu schaffen für das, was wirklich wichtig ist.

Was ist der Minimalismus?

Der Minimalismus ist eine Lebensphilosophie, die vorschlägt, soweit wie möglich die materiellen Dinge, die wir besitzen, zu reduzieren. Es geht darum, nur das Notwendige zu besitzen, was natürlich für jeden Menschen und seine Lebensumstände anders aussieht: Weniger Sachen zu besitzen, um mehr physischen und mentalen Raum zu haben.

Wenn wir darüber nachdenken, warum wir Dinge, die wir nicht benutzen, aufbewahren, merken wir, dass es hierfür viele emotionale Gründe gibt, neben dem typischen “falls ich es doch noch einmal brauche”. Kleidungsstücke, Geschenke, Briefe etc., von denen wir uns nicht trennen können, weil sie uns an vergangene Zeiten in unserem Leben erinnern, so als bewahrten die materiellen Dinge die Erinnerungen.

Der Minimalismus ist eine Übung, die uns dabei hilft, uns von materiellen Dingen zu lösen, indem wir feststellen, dass die Erinnerungen in uns leben, und nicht in den Dingen.

Je weniger du brauchst, umso freier bist du.

Wie kann man den Minimalismus leben?

Am besten ist es, wenn man in kleinen Schritten beginnt, indem man die Dinge zuerst nach Bereichen trennt und dann bewertet, was man wirklich braucht, was man vielleicht braucht und wovon man sich auf jeden Fall trennen kann.

  • In der Küche: Welche Kochutensilien habe ich seit mehr als einem Jahr nicht mehr benutzt? Brauche ich wirklich alle Gewürze, die in meinem Schrank stehen?
  • Im Kleiderschrank: Welche Kleidungsstücke oder Schuhe passen mir nicht mehr oder habe ich seit mehr als einem Jahr nicht mehr getragen?
  • Im Büro: Habe ich Notizbücher, alte Kalender, Unterlagen oder “Chaos-Schubladen”, die ich praktisch nie öffne?

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Es gibt auch einige Herausforderungen, die uns dabei unterstützen können, den Minimalismus umzusetzen:

  • Projekt 333: Projekt 333 unterstützt uns dabei, 33 Kleidungsstücke auszuwählen, die man über einen Zeitraum anzieht. Die anderen Kleidungsstücke braucht man nicht wegzuwerfen, sondern nur für diese Zeit beiseitezulegen. So merken wir, wie wenig an Kleidung wir tatsächlich brauchen, und darüber hinaus, wieviel Zeit wir sparen, weil wir nicht mehr lange überlegen müssen, was wir anziehen wollen.
  • Minimalistischer Wettbewerb: Eine andere Herausforderung besteht darin, dir jemanden zu suchen, der gerade denselben Prozess wie du durchmacht und mit ihm eine Art minimalistischen Wettbewerbs zu vereinbaren. Am ersten Tag des Monates müsst ihr euch beide von einer Sache trennen; am zweiten Tag, von zwei Dingen; am dritten Tag, von drei… und so weiter bis zum 30. Tag. Wer am längsten durchhält, hat gewonnen. Wenn du dann all die Dinge zusammengestellt hast, die du nicht mehr brauchst, kannst du sie verschenken oder über Second-Hand-Läden verkaufen.

Der Nutzen des Minimalismus

  • Er hilft, die Wohnung ordentlich und frei von Gerümpel zu halten.
  • Wir gewinnen Zeit, wenn wir den Kleiderschrank nicht immer wieder neu organisieren und unbenutztes Geschirr waschen müssen. Wir brauchen nicht mehr so lange, um uns zu entscheiden, was wir anziehen wollen.
  • Wir lernen, unser Herz nicht an materielle Dinge zu hängen und dass die wahren Erinnerungen in uns leben.
  • Wir öffnen uns für die Zukunft, indem wir unser Herz nicht an Dinge aus der Vergangenheit hängen.
  • Wir machen uns frei: Wir sind weniger belastet, wenn wir umziehen oder reisen, wodurch alles leichter wird.
  • Wir werden uns dessen bewusst, was wir konsumieren, und was wir nun einsparen – für uns und für die Umwelt.
  • Und vor allem hilft er uns, dass wir uns dessen bewusst werden, dass das Wichtige im Leben so gut wie niemals das Materielle ist.

Wenn du dich schon einmal überfordert gefüllt hast durch all das, was du ansammelst, dass du etwas trotz aller Sucherei nicht finden konntest oder du das Gefühl hast, dass du viel Zeit mit dem Ordnen und Sauberhalten deiner Besitztümer verbringst, dann fass dir ein Herz und beschäftige dich mit dieser Lebensphilosophie.

Der Minimalismus ist ein direkter Weg zum gedanklichen, inneren Frieden.

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