Merkmale von Menschen mit geringem Selbstwertgefühl

Unsicherheit, mangelndes Durchsetzungsvermögen oder Angst vor negativen Urteilen sind die Hauptmerkmale von Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl.
Merkmale von Menschen mit geringem Selbstwertgefühl

Letzte Aktualisierung: 18. November 2021

Das Selbstwertgefühl als eine Dimension, die auf innere und äußere Ereignisse reagiert, verändert sich im Laufe unseres Lebens. Das liegt daran, dass die Wahrnehmung unseres persönlichen Wertes eng mit den positiven und negativen Meilensteinen in unserer Geschichte verbunden ist. In diesem Artikel untersuchen wir die wichtigsten Merkmale von Menschen mit geringem Selbstwertgefühl und geben einige Tipps zur Verbesserung.

Zunächst einmal können wir das Selbstwertgefühl als die Art und Weise verstehen, wie wir uns selbst einschätzen. Der Anspruch dieser Urteile ist in der Regel inquisitorisch, wobei sie positiv oder negativ sein können.

So sind zum Beispiel viele der negativen Urteile, die wir über uns selbst fällen, das Ergebnis eines Vergleichs zwischen unserem “realen Selbst” und einem “idealen Selbst”. Manchmal wird dieses Ideal auf der Grundlage von erstrebenswerten Modellen von Schönheit, Ruhm und Reichtum konstruiert. Da es nicht auf unseren tatsächlichen Eigenschaften basiert, hat es einen negativen Einfluss darauf, wie wir uns selbst sehen.

Diese Selbstbewertungen sind subjektiv und oft sehr emotional. Das heißt, sie sind eng mit den Gefühlen verknüpft, die wir uns selbst gegenüber empfinden.

Eines der Hauptmerkmale von Menschen mit geringem Selbstwertgefühl sind negative innere Diealoge. Das heißt, dass du Leistung, Wachstum oder Anstrengung nicht schätzt und dich nur auf negative Dinge konzentrierst. Dieser Dialog nährt deshalb Emotionen wie Unsicherheit und Selbstzweifel.

Nachfolgend nennen wir weitere charakteristische Merkmale.

1. Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen

Menschen mit geringem Selbstwertgefühl neigen dazu, unsicher und unentschlossen zu sein. Es kann ihnen schwerfallen, Entscheidungen zu treffen oder Risiken einzugehen, da sie Angst haben, Fehler zu machen. So erleben sie ständig Schuldgefühle und Bedauern ihre Fehler und die verpassten Chancen kontinuierlich.

Merkmale von Menschen mit geringem Selbstwertgefühl

2. Angst vor negativen Urteilen

Menschen mit Selbstwertproblemen sind oft übermäßig besorgt darüber, was andere Leute sagen werden. Das heißt, sie neigen dazu, die Meinung anderer zu berücksichtigen und ihr zu viel Bedeutung beizumessen.

Außerdem haben sie Angst davor, negativ bewertet zu werden, was oft dazu führt, dass sie in Untätigkeit verfallen, da die Angst vor einem negativen Urteil und vor Fehlern so groß ist, dass sie gelähmt sind und keine Aufgabe erledigen können. Diese Form der Unsicherheit kann sich zum Beispiel auf das Berufsleben auswirken und sehr schädlich sein.

3. Menschen mit geringem Selbstwertgefühl entwickeln Vermeidungsverhalten

Es ist auch möglich, dass diese Angst zu einem Vermeidungsverhalten gegenüber neuen Herausforderungen führt, weil Betroffene Angst haben, zu versagen und Fehler zu machen. Es kann auch die Tendenz vorhanden sein, sich immer zurückzuhalten, unsichtbar zu sein, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Menschen mit geringem Selbstwertgefühl können schüchtern sein sind und Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle mitzuteilen.

4. Mangelndes Durchsetzungsvermögen

Ein Merkmal von geringem Selbstwertgefühl ist folglich oft mangelndes Durchsetzungsvermögen, das heißt, die fehlende Fähigkeit, Wünsche und Bedürfnisse klar zu äußern.

Außerdem neigen Menschen mit mangelndem Selbstwertgefühl dazu, nicht Nein sagen zu können und ungewollte Verpflichtungen einzugehen oder Maßnahmen gegen ihren Willen zu ergreifen.

5. Menschen mit geringem Selbstwertgefühl entwickeln emotionale Abhängigkeit

Andererseits sind auch emotionale Abhängigkeit und die Idealisierung anderer Menschen Merkmale eines geringen Selbstwertgefühls. Angesichts einer negativen Selbsteinschätzung konstruieren Menschen mit geringem Selbstwertgefühl möglicherweise eine perfekte Version der ihnen nahestehenden Personen, vorwiegend derjenigen, von denen sie emotional abhängig sind.

6. Verzerrtes Selbstkonzept

Eine weitere wichtige Eigenschaft ist das Ablenken von den eigenen Leistungen und Potenzialen. Ein geringes Selbstwertgefühl kann auch dazu führen, dass du übermäßig kritisch, unflexibel und anspruchsvoll gegenüber dir selbst bist. Eine Haltung, die genau das im vorherigen Absatz beschriebene Phänomen verstärkt.

7. Menschen mit geringem Selbstwertgefühl sabotieren sich selbst

Schließlich ist auch die Neigung, Dinge zu denken wie “Ich habe Pech” oder “Das werde ich nie erreichen können”, ein Merkmal von Menschen mit geringem Selbstwertgefühl. Sie können auch eine negative Einstellung haben und nicht bereit sein, sich zu ändern.

Frau mit geringem Selbstwertgefühl

Wie du dein Selbstwertgefühl stärken kannst

Zum Glück können wir etwas tun, um uns besser zu fühlen. Wir haben die Möglichkeit, bewusst und absichtlich an der Art und Weise zu arbeiten, wie wir uns selbst bewerten, und Ergebnisse zu erzielen, die uns zugutekommen.

Strategien, wie das Schreiben eines Tagebuches, sind sehr hilfreich. Du kannst darin beschreiben, wie sich deine Erfolge anfühlen, um dich selbst auf deinem Weg zu stärken. Dies motiviert dich, neue Ziele zu erreichen.

Du solltest auch beobachten, wie du deine Gedanken ausdrückst, ob du durchsetzungsfähig bist und wie du anderen falls nötig Grenzen setzen kannst.

Schließlich kannst du professionelle Hilfe suchen, um zu versuchen, die Quelle dieser negativen Gefühle dir selbst gegenüber zu identifizieren und von dieser Erkenntnis ausgehend zu beginnen, sie zu verändern.

Es könnte dich interessieren ...
9 Ratschläge, wie du dein Selbstwertgefühl in einem Monat verbessern kannst
Gedankenwelt
Lies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
9 Ratschläge, wie du dein Selbstwertgefühl in einem Monat verbessern kannst

Uns um unser Selbstwertgefühl zu kümmern, ist so wichtig. Deshalb stellen wir neun Strategien vor, wie du dein Selbstwertgefühl steigern kannst.



  • Morewedge, C. K., & Norton, M. I. (2009). When dreaming is believing: The (motivatedinterpretation of dreams. Journal of Personality and Social Psychology, 96(2), 249–264. https://doi-org.ezproxy.javeriana.edu.co/10.1037/a0013264
  • Torrades, S. (2005). La naturaleza de los sueños. Offarm, 24(9), 134–140. file:///0212047X/0000002400000009/v0_201305161339/13079597/v0_201305161342/es/main.assets ER