Menschen definieren sich durch ihr Verhalten, nicht durch ihre Worte

14. Februar 2016 en Psychologie 460 Geteilt

Es ist sehr wahrscheinlich, dass uns das Verhalten anderer viele Male überrascht und sogar enttäuscht hat. Dies führt für uns normalerweise zu einem vorher-nachher-Effekt, da das Gefühl der Enttäuschung ein schwerer Schlag ist, den wir nur schwer in Kauf nehmen können.

Wenn so etwas passiert, erscheint es uns oftmals kompliziert, die Gründe zu definieren, oder zu konkretisieren, warum uns etwas, was jemand gesagt oder getan hat, so sehr trifft. Die Kernfrage ist hierbei, ob wir das Gefühl haben, dass sie versuchten, ihre wahren Intentionen durch ihre Worte zu demaskieren.

Sicher ist, dass wir in diesem Sinne größtenteils ziemlich sprunghafte Personen sind, da wir viel zu versprechen pflegen, was wir in Wirklichkeit gar nicht denken und auch nicht einhalten können oder wollen. Es kann sogar sein, dass wir diesen Unsinn nicht einmal bemerken und dass wir einfach nur das sagen, was wir für gesellschaftlich akzeptabel halten, ohne zu reflektieren, ob wir auch wirklich so fühlen.

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Wir definieren uns nicht durch das, was wir sagen, sondern durch die Art, wir uns verhalten

Jedenfalls wissen wir: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Das müssen wir in diesem Sinne verstehen, dass wir zwar sagen können, was wir wollen, dennoch müssen wir uns immer darüber im Klaren sein, was wir in Wirklichkeit fühlen und ob wir es auch verwirklichen können.

Eigentlich würde ich sagen, dass wir uns glücklicherweise nicht darüber definieren, was wir sagen, da wir sonst in einer zu idealen Welt leben würden, die gleichzeitig keine ehrliche sein könnte. Das heißt, sie wäre genauso perfekt wie falsch.

Hiermit wollen wir bekräftigen, dass es gerechtfertigt, ja sogar erwünscht ist, dass wir diese Fehler begehen, da sie dazu beitragen, dass unsere Beziehungen sich vielfältiger und reifer gestalten. Das heißt, die Unklarheit ist kein Synonym für Chaos.

Zweifellos wäre die Welt viel zu langweilig, wenn wir alle perfekt wären, dennoch müssen wir es schaffen, einen Mittelweg zu finden, in dem nicht alles vorherbestimmt ist. In diesem Sinne müssen wir versuchen, so integer und durchdacht zu sein, wie nur möglich, indem wir darauf achten, anderen nicht wehzutun, ohne dabei unsere Echtheit zu verlieren.
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Habe keine Angst davor, andere zu verkennen      

„Und was hast du durch den vielen Schmerz und so viel Verrat gelernt?“ – „Ich habe gelernt, trotzdem immer zu lachen!“ 

Manchmal bestehen wir darauf, ein Bild über andere zu formen, das uns quält. Generell sind Menschen nicht schwarz oder weiß, sondern färben sich in jedem Moment in vielen verschiedenen Farben.

Wir verhalten uns oftmals zu steif, wenn es darum geht, andere zu beurteilen, was dazu führt, dass sie uns ständig enttäuschen. Dennoch kommt es häufig vor, dass wir ebenso wenig innehalten, um uns selbst zu analysieren und somit den Fehler begehen, zu denken, dass unsere Vergehen weniger schlimm und vergänglicher seien.

Die Lösung liegt teilweise darin, uns von all diesen Enttäuschungen loszulösen, die uns dazu bringen, uns selbst in Erwartungen zu verfangen, die die anderen niemals erfüllen können. Eigentlich ist es sogar wahrscheinlich, dass wir nicht einmal wissen, was wir erwarten sollen, da wir es sowieso als selbstverständlich betrachten, dass jemand sich so verhalten wird, wie wir es selbst tun würden.

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Wir sind impulsive Wesen

Es ist wahrlich nicht einfach, sich stimmig zu verhalten, wenn der Wille unserer Emotionen uns in einem bestimmten Moment blind macht. Dies ist eine kontinuierlich bestehende Möglichkeit, die uns stets im Nacken sitzt.

Auf jeden Fall sollten wir uns nichts vormachen und daran arbeiten, unsere Gefühle auf die gleiche Weise zu leiten, wie wir es tun, wenn wir ihnen verbieten, dass sie uns in den schlimmsten Momenten einen üblen Streich spielen.

So kann es aber auch sein, dass uns das, was wir tun, ebenso wenig definiert wie das, was wir sagen. Wir müssen versuchen, jede Situation auf globale Weise zu beurteilen und nicht vorschnell von anderen oder uns selbst enttäuscht zu sein.

Wir sollten uns weder zu schnell verurteilen noch uns übermäßig schuldig fühlen, aber wir sollten es dennoch vermeiden, Märchen zu erzählen und Luftschlösser zu bauen. Das heißt, es ist eine Sache, dass Irrtümer menschlich sind und eine ganz andere ist es, andere vorsätzlich zu täuschen. Auch können wir das eine mit dem anderen nicht entschuldigen.

Die beste Art und Weise, uns von schlechten Erfahrungen zu erholen und uns vor ihnen zu schützen, ist, sich von Enttäuschungen und von den Vorstellungen, die wir uns gemacht haben, loszulösen. Vermiesen wir uns das Leben nicht. Die Welt ist weder gut, noch sind wir alle perfekt, weswegen unsere Reaktionen von dem abhängen, wie wir Dinge, von denen wir denken, dass sie uns beeinflussen können, bewerten.

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