Manipulative Persönlichkeit – was steckt dahinter?

21. Dezember 2015 en Psychologie 118 Geteilt

Ohne dass wir es bemerken, sind wir jeden Tag von Menschen umgeben, die eine manipulative Persönlichkeit besitzen, die so unsere Art des Denkens und Handelns verändern, um selbst davon zu profitieren.

Eine manipulative Persönlichkeit kann nach der Art der Kontrolle, die sie über uns hat, in verschiedene „Kategorien“eingeordnet werden. Wenn der Druck, den eine manipulative Person ausübt, sehr groß ist, dann nennen Experten dies eine „narzisstische Perversion“. Und genau darüber möchte ich heute in diesem Artikel sprechen.

Du hast bestimmt schon mehrere Filme gesehen, Bücher gelesen oder Geschichten über Personen gehört, die ihren Partner, ihre Kinder, ihre Freunde, etc. manipulieren. Diese Persönlichkeitseigenschaft kommt in jeder guten Familie irgendwo vor und nicht immer fällt uns das auf. Doch wir sind bereits Opfer manipulativer Persönlichkeiten und wissen es nicht einmal.

Menschen, die eine narzisstische Perversion haben – so wie einige Psychologen diese Persönlichkeitsstörung beschreiben – sagen ihren Mitmenschen ständig auf eine unter Umständen subtile, aber auch Angst einflößend Art und Weise, was sie zu tun haben. Dadurch schränken sie den freien Willen ihres „Opfers“ ein.

Diese Menschen können gleichzeitig auch andere negative Persönlichkeitsmerkmale vorweisen, wie beispielsweise Überreaktionen, aggressives und bedrohliches Verhalten, Respektlosigkeit und Undankbarkeit.

Wenn jemand unter dieser Persönlichkeitsstörung leidet, dann ist er rund um die Uhr ausnahmslos so eingestellt. Die Beziehung zu seinem Opfer ist höchstgradig manipulativ und an dieser Situation wird sich auch so lange nichts ändern, bis diese manipulative Person sich dazu entschließt, sie zu ändern.

Gerade in Liebesbeziehungen, in denen einer der beiden Partner eine manipulative Persönlichkeit besitzt, kann viel Zeit vergehen, bis das Opfer dieses Verhalten realisiert. Die geschädigte Person will es einfach nicht wahrhaben, wenn sie von nahestehenden Personen auf dieses Verhalten aufmerksam gemacht wird; sie glaubt, dass sich jeder irren muss; dass die andere Person aus Liebe so handelt; dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen kann; diese Situation ihr keine Angst macht, etc.

Man kann einfach nicht verstehen, wieso der Betroffene die Augen vor dieser manipulativen Handlungsweise verschließt.

Dieses Verhalten ist mit dem einer Spinne und ihrem Netz vergleichbar: Sie wickelt ihre Beute ein, bis sie sich irgendwann von ihr ernährt. Das Gleiche passiert mit manipulativen Menschen und positiver Energie, die sie in ihrem „Netz“ einfangen.

Ich würde sogar noch weitergehen und sagen, dass jemand, der Opfer einer manipulativen Persönlichkeit wird, emotionale Defizite oder Probleme hat und für gewöhnlich Hilfe braucht. Doch auch Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung brauchen Hilfe.

Wenn wir nun also davon ausgehen, dass wir uns in Beziehungen gegenseitig vervollständigen, dann ist derjenige, der mehr zu verlieren hat, der Manipulierende und nicht der Manipulierte. Das steht fest. Denn dieser jemand „ernährt sich“ von dem, was das Opfer zu bieten hat. Das kann sich auf seinen Intellekt, seine Güte, sein Charisma, seine Solidarität, sein Selbstbewusstsein beziehen, es können aber auch Freundschaften, Arbeit, Gesundheit, etc. davon betroffen sein.

Viele von uns sprechen immer nur über die negativen Eigenschaften einer manipulativen Persönlichkeit und wie wir selbst merken können, dass uns diese Person kontrolliert. Doch niemals bilden wir uns ein Urteil darüber, wieso dieser Mensch so handelt, was er eigentlich braucht und dass er uns mit dieser Art tatsächlich um Hilfe bittet. Das soll nicht heißen, dass er für sein Verhalten nicht verantwortlich oder schuldig ist. Dennoch sollten seine Probleme, Traumata aus der Vergangenheit oder tiefgründigere Bedürfnisse hinterfragt werden, die ihn zu so einem Handeln bewegen.

Wenn jemand mit einer narzisstischen Perversion auf jemanden trifft, den er leicht beherrschen kann, so lebt er an dieser Person seine Traumata aus. Er zielt nicht unbedingt darauf ab, jemanden zu verletzen, sondern handelt manipulativ, wenn es das Opfer zulässt. Natürlich ist nicht immer der Manipulierte selbst schuld daran und es gibt sogar Fälle, in denen die manipulative Person ihr eigenes Verhalten selbst nicht bemerkt.

Menschen mit einer perversen manipulativen Persönlichkeit beneiden den Anderen um das, was er besitzt. Deshalb benutzt er seine eigenen Werkzeuge, um diese „Besitztümer“ sein eigen zu machen. Das Opfer bekommt oftmals nichts davon mit, ist blind vor Liebe, sieht kein böswilliges Verhalten.

Doch diese Handlungsweisen können die Gedanken- und Gefühlswelt des Opfers durcheinanderbringen – wie ein Tropfen, der auf einen Stein fällt und von dem nach tausenden von Jahren nichts mehr übrig ist.

Sobald ein manipulativer Mensch auf eine selbstsichere Personen trifft, die weiß, was sie will, ihre eigenen Meinungen zu bestimmten Dingen hat und bereits negative Erfahrungen mit einem narzisstischen Perversen gemacht hat, verfügt diese Person über mehr Waffen, um sich nicht von der Spinne in ihrem Netz einwickeln zu lassen.

Doch niemand ist zu 100% immun gegen diese gestörte Verhaltensweise, denn es gibt auch diejenigen, deren Verhalten fast unbemerkt bleibt, bis sich ihr Opfer in ihre persönliche Marionette verwandelt hat.

Nimm die Menschen, die du in dein Leben lässt und deine bereits dir zu eigens gemachten Lebensbegleiter sehr genau unter die Lupe. Du sollst dich nicht immer von jedem bedroht oder verfolgt fühlen, aber die Augen auf deinem Lebensweg offen halten.

Geh auch in dich selbst, um objektiv zu beurteilen und herauszufinden, ob du eine Persönlichkeit besitzt, die leicht zu manipulieren ist oder ob vielleicht sogar du manipulierst.

Auch interessant