Manchmal kann man nicht ernster sein als zu lachen

· 10. Dezember 2015

„Um Repräsentanten jeglicher Form der Autorität zu irritieren, investieren Kinder beachtliche Energie und Zeit darin, den Clown zu spielen. Sie wollen die Ernsthaftigkeit unserer übermäßigen Sorgen nicht wahrnehmen, während wir gleichzeitig vergessen, dass unsere Sorgen gar nicht so übermäßig groß wären,  wenn wir ein bisschen mehr wie Kinder sein würden.“

Conrad Hyers

Nimm dir eine Minute Zeit, um darüber nachzudenken, wie oft dich am Tag etwas oder jemand zum Lachen oder wenigstens zum Lächeln bringt.

Denk nun darüber nach, wie lange du schon nicht mehr so richtig gelacht hast. Aus deinem tiefsten Inneren heraus. Ein Lachen, das du in deinem Bauch spürst und das du nicht einhalten kannst.

Kinder lachen im Durchschnitt bis zu 400-mal am Tag.

Ein Erwachsener nur 15- bis 20-mal.

Was ist auf unserem Weg passiert, dass wir diese Fähigkeit verloren haben?

Man bringt oft Reife und Ernsthaftigkeit miteinander in Verbindung. Man denkt, dass das Lachen in die Kindheit gehört, weshalb wir unbewusst das Lachen mit kindischem Verhalten assoziieren und Denkmuster bilden, die dazu führen, dass wir schließlich damit aufhören.

Kinderlachen

Auf diese Weise kommen wir auf die Gleichung Formalismus = Ernsthaftigkeit. Und auf diesem Weg verlieren wir unseren Sinn für Humor, den Sinn für das Lachen und für die Fähigkeit, sich von etwas überraschen zu lassen.

Die Angst davor, nicht ernsthaft oder nicht professionell zu erscheinen, lässt uns unser Lachen verstecken. Doch nichts könnte der Realität ferner sein. Denn es ist eine Sache, gar nichts ernst zu nehmen, und eine ganz andere, einen Sinn für Humor zu haben.

Paradoxerweise ist das Lachen die Sprache der Intellektuellen. Am Ende ist es der Humor, der Brücken baut. Mit Humor ist es möglich, mit etablierten Formen zu brechen, die von einer dogmatischen Gesellschaft aufgebaut worden sind. Er setzt uns eine andere Brille auf, eine andere Art, die Dinge zu sehen.

Wir gewinnen eine andere Sichtweise, wenn wir alle Schattierungen wertschätzen können.

Lerne, dich von Weitem zu betrachten und nimm dich nicht zu ernst. Das Lächeln relativiert die Situation, wodurch wir in die Lage versetzt sind zu lernen, die Dinge aus einer anderen Sichtweise zu sehen.

Stelle dir ein Bild vor: Wenn wir uns ihm stark annähern, um es zu sehen, dann können wir nicht alles von ihm genießen, es nicht in seiner Gesamtheit betrachten. Wir sehen nur einen Teil. Mit Problemen ist das genauso. Mit dem Lachen können wir „das Bild“ aus allen Perspektiven betrachten.

Gewinn deinen Sinn für Humor zurück!

Sei authentisch!

Mit einem genuinen Sinn für Humor schaffst du es am besten, deine Gefühle zu steuern.

Lache über die langen Gesichter, über die hochnäsigen Menschen. Lache über deine Dummheiten, deine Unsicherheiten, über deinen Neid. Es reicht jetzt mit den betrübten Gesichtern. Es gab genug Dramen, Nöte und Schmerzen. Lache über deine Tollpatschigkeit, deine Fehler. Wer lacht, der befreit sich von einer Last, lässt sich fliegen.

Hab ein Lachen, was ansteckend ist, was dich vom Stress und der Negativität befreit.

Lache nach links und nach rechts. Und noch mal mehr, wenn andere dich ernst anschauen. Mal sehen, ob an ihnen etwas hängen bleibt.

Lachball

Suche dir jemand Intelligentes, mit dem du wie zwei ganz Dumme lachen kannst. Die besten Beziehungen baut man mit einem Sinn für Humor auf. Das Lachen gibt uns ein Gefühl der Nähe und Zuneigung zur anderen Person, und es gibt nichts Lustigeres als mit einem Freund über etwas zu lachen, was nur ihr zwei versteht. Und sei es mit dem Risiko, dem Rest gegenüber wie zwei Idioten zu erscheinen.

Schätze denjenigen wert, der dich zum Lachen bringt. Und am besten aus vollem Halse, denn dies bringt dir mehr Gutes als jegliche Beruhigungsmittel oder Antidepressiva.

Man muss das Leben einfach mit Humor nehmen.
Erinnere dich, dass man manchmal nicht ernster sein kann als zu lachen.