Manche Einstellungen sind distanzierender als die Distanz selbst

29 Januar, 2018

Manche Einstellungen halten Menschen weiter voneinander entfernt als ein eisiger Ozean. Es ist egal, ob es die Einstellung eines Familienmitgliedes ist, mit dem wir zusammenleben, oder die unseres Kollegen, den wir jeden Tag sehen – eine distanzierende Einstellung schafft schier unüberwindbare Berge und Abgründe.

Wie wir schon mehrfach berichtet haben, ist unsere Einstellung ein entscheidender Faktor für unsere sozialen und romantischen Beziehungen – sie ist wichtiger als Worte. Festgefahrene Sichtweisen, starre Vorstellungen und regungslosen Überzeugungen bauen emotionale Mauern auf und stellen Fallen. Sie verhindern solche Beziehungen. Und deshalb ist es hochinteressant zu erfahren, was es ist, das die Einstellung von Menschen ausmacht.

Wie Louis Leon Thurstone bereits gewusst hat, ist unsere Einstellung die chaotische Verschmelzung unserer Voruteile, vorgefassten Ideen, Ängste, Einschätzungen und Neigungen. Und in dieser Hinsicht ist eine distanzierende Einstellung ein existenzieller Komplex, in der eine Person in ihrem Alltag mehr Konflikte als Möglichkeiten sieht.

Tatsächlich gibt es hier etwas, dem wir jeden Tag begegnen. Es gibt immer Menschen, die durch ihre Einstellung und ihr Art des Denkens und Handelns, unsere Fähigkeit, mit ihnen zusammenzuleben, vermindern oder bestärken. Bestimmte psychische Neigungen werden dabei nur in ausgewählten gesellschaftlichen Zusammenhängen zum Ausdruck gebracht, und niemand ist dagegen immun. Manchmal können diese Neigungen Samen der Unzufriedenheit säen, die zum totalen Konflikt sprießen.

Frau mit einer Gießkanne inmitten von Dornenzweigen

Verschiedene Arten der Einstellung

Viktor E. Frankl sagte einmal, dass einem alles außer einer Sache genommen werden könne: „Die letzte aller menschlichen Freiheiten ist die, seine Einstellungen in jeder gegebenen Situation selbst wählen zu können.”  Daraus können wir schlussfolgern, dass es wenige Instrumente gibt, die so effektiv sind, wie unsere Einstellung weise zu nutzen.

Jedoch sollten wir, während wir dies anstreben, uns darauf fokussieren, konstruktiv und flexibel zu bleiben, um diese komplexe und manchmal widersprüchliche Welt zu überleben. Ohne Zweifel ist eine der ersten Fragen, die uns diesbezüglich in den Sinn kommt, die, wie wir eine Einstellung entwickeln.

Es ist wichtig, zu wissen, dass Einstellungen angelernt sind. In unserer Kindheit „absorbieren“ wir viele unserer Werte, Interpretationen und Überzeugungen von unserer Familie, und das oft ohne es zu merken. Nichtsdestotrotz kommt für gewöhnlich eine Zeit, in der wir versuchen, uns zu ändern, in der wir unseren eigenen Weg suchen. Wir beginnen aufgrund unserer eigenen Erfahrungen mit dieser Suche. Oder weil das Zusammenspiel in verschiedenen gesellschaftlichen Umfeldern oder die Medien uns die Ideen, die uns beigebracht wurden, neu einschätzen lassen.

Wir sollten verstehen, dass unsere Einstellung nicht stabil und zeitlich fixiert ist. Im Wesentlichen können wir uns ändern und unsere Einstellung verbessern, was wunderbar ist, weil es bedeutet, dass wir uns kontinuierlich entwickeln und wachsen.

Einstellungen: die guten, die schlechten und die hässlichen

Wir haben es bereits gesagt. Einstellungen können die Quelle eines Konflikts und der Distanz zwischen Menschen sein. Und eine distanzierende Einstellung kann beinahe unüberwindbar sein.

Das liegt daran, dass Menschen manchmal eine abwehrende Einstellung annehmen und noch dazu der Veränderung gegenüber sehr resistent sind. Ihre Interaktionen beruhen auf Vorurteilen. Manche leben in einer Welt, die nur ihrem Egoismus entspricht.

Lasst uns nun einen Blick auf die Einstellungen werfen, die wir vielleicht in unserem Alltag antreffen.

  • Die großzügige oder friedliche Einstellung. Dies ist die positivste Einstellung, und diejenige, die ein Zusammenleben am besten ermöglicht. Sie basiert auf Verfügbarkeit, Aufgeschlossenheit, Akzeptanz und Liebe. Die jeweiligen Personen wünschen sich immer gegenseitigen Nutzen.
  • Die manipulative Einstellung. In diesem Fall sehen wir eine Person, die nur eines anstrebt: ihren persönlichen Vorteil. Jedes Verhalten und jedes Wort wird die Absicht verfolgen, zu betrügen, damit ihr Ziel erreicht wird.
  • Die eigennützige Einstellung. Diese findet sich bei Menschen, die Mängel oder besondere Bedürfnisse ihrerseits sehen. Mit ihren Handlungen verfolgen sie das Ziel, ihre Bedürfnisse zu stillen. Und sie tun dies oft, indem sie auf sich aufmerksam machen oder sich selbst zum Opfer machen.
  • Die aggressive Einstellung. Eine solche Einstellung wird von Menschen vertreten, die zwischen sich und anderen gerne eine Linie ziehen, deren Verlauf von ihren Vorurteilen bestimmt wird. Sie zeigen ihre aggressiven Überzeugungen, die Probleme verursachen, nach außen hin. Und sind sich dessen zuweilen nicht einmal bewusst.
Gehirne prallen aufeinander

Vier Einstellungen, die wir brauchen, um glücklicher zu sein

Die Positive Psychologie erinnert uns daran, dass das Glück von verschiedenen Faktoren abhängt. Einer von ihnen ist die Natur, ein anderer ist die Pflege (mit Pflege ist unser sozialer Kontext, unsere Bildung, Arbeit, Beziehungen, Gesundheit, usw. gemeint), und ein weiterer – nicht weniger wichtiger – ist unsere Einstellung.

Das Interessanteste hieran ist, dass du täglich an dir arbeiten kannst, um mit anderen besser zusammenzuleben. Du kannst an der Perspektive arbeiten, die du für wahres Wohlbefinden brauchst, und deine Einstellung ändern.

Hier gibt es also etwas, worüber man nachdenken kann. Lasst uns erfahren, welche Einstellungen wir in unseren Alltag integrieren sollten, um Veränderungen zu sehen.

  • Wähle eine positive Sichtweise auf das Verhalten der Menschen um dich herum. Verstehe, dass andere nicht immer so handeln können, wie du es möchtest. Aus diesem Grund sollten wir sie so akzeptieren, wie sie sind, und uns mehr darauf fokussieren, wie wir uns selbst verbessern können.
  • Erschaffe eine positivere Sicht auf die Zukunft, und darauf, was passieren wird. Versuche, dir selbst zu vertrauen, und darauf, was der morgige Tag für dich bereithält.
  • Höre auf, dich in das, was du brauchst, um glücklich zu sein, hineinzusteigern. Was du wirklich vermisst, befindet sich oft in dir.
  • Entwickle ein stärkeres Selbstbewusstsein. Mache dich selbst zur Hauptfigur deines Lebens, da du letztlich die Person bist, die für dein Glück verantwortlich ist.
Frau vor dem Mond

Abschließend lässt sich sagen, dass die Arbeit an unseren Einstellungen genauso umfassend wie bereichernd ist. Während es stimmt, dass es manchmal unglaublich schwer ist, mit Menschen zusammenzuleben, die eine feindliche oder zumindest distanzierende Einstellung haben, ist es wesentlich, die eigene zu schützen und auf etwas Positives auszurichten.

Denn letztendlich ist es unsere Einstellung, die uns großartig macht. Sie hilft uns dabei, unser Glück zu finden.