Liebe schmerzt

6. November 2016 en Emotionen 0 Geteilt

Liebe schmerzt auf jede erdenkliche Weise: Wenn wir sie haben, wenn wir sie nicht haben, wenn wir sie finden, wenn wir sie verlieren.

Wenn sich jemand verliebt, unterliegt er einer Fata Morgana von Illusionen, in welchen sein Inneres reflektiert wird. Das Selbstwertgefühl unterliegt der Gnade eines anderen, das Selbstvertrauen wird zum Eigentum des Geliebt, Selbstbild und -wert hängen nur von dieser Person ab. Dein gesamtes inneres Leben gehört dem, den du liebst. Ich frage dich: Ist das gesund?

Das kann tatsächlich tadellos funktionieren, bis eine Beziehung auf den Pfeilern von Freundschaft, Liebe und Intimität etabliert ist. Um dies zu erreichen, müssen wir jedoch die richtige Person finden, und wenn ich „richtig“ sage, meine ich, die richtige Person, um unsere wahre Identität zu festigen.

Beziehungen basieren auf einem Geben und Nehmen. Alles, was ich erhalte, bekomme ich deshalb, weil die andere Person von mir bereits dasselbe erhalten hat. Dadurch werden wir zu Spiegelbildern, die sich gegenseitig reflektieren: entweder die Leere des einen oder das ganze Universum eines anderen.

Selbstwertgefuehl

Das Bedürfnis nach einem Partner

Menschen sind von Natur aus soziale Wesen. Sie haben sich entwickelt und angepasst, um in der Gesellschaft anderer zu leben. Gleichwohl fühlen sie sich in dieser Gesellschaft sicherer, wenn das Gehirn eine gewisse Kontrolle ausüben kann, über eine kleine Gruppe von Bekanntschaften. Zwei Menschen bilden dabei eine als ideal angesehene Gruppe, um sich zu entwickeln, eine Familie zu gründen. Aus diesem Grund ist es für das Gehirn katastrophal, keinen Partner zu haben oder niemals gehabt zu haben. Das Gehirn bewertet und antizipiert seine Zerstörung, sowie die Möglichkeit, die eigenen Gene nicht auf eine neue Generation übertragen zu können. Das kann sehr nervenaufreibend sein und Betroffene sind in Gefahr, in eine tiefe Depression zu fallen.

Andererseits, wenn wir einen Partner haben, wollen wir, dass diese Person das Beste in uns hervorbringt. Wir realisieren dabei nicht, dass die andere Person nur das hervorbringen kann, was auch in uns steckt. Und das verletzt uns. Wir wollen, dass die Dinge perfekt laufen, dass alles in Ordnung bleibt, jegliche Fehler vermieden werden. Was uns am meisten wehtut, ist, das Schlimmste von uns selbst in der anderen Person zu sehen. Jene Dinge, die wir an uns nicht akzeptieren, oder auch die, die wir anstreben, zu denen uns aber der Mut fehlt. Die andere Person sieht genau das in dem Spiegel, der wir sind.

Wenn wir die Liebe verlieren, die uns so glücklich machte, dann tut es natürlich weh. Es kann so sehr wehtun, dass wir denken, wir könnten wegen der fehlenden Liebe sterben. Der Gedanke daran, nun in einen anderen Spiegel blicken zu müssen, verursacht Panik. Wir waren an den anderen gewöhnt und wir wussten, was wir an ihm hatten. Unser Selbstwertgefühl hing ja von diesem Spiegel ab: Mein Selbstbild war das der anderen Person. Mein Vertrauen und meine Sicherheit bestanden darin, zu wissen, dass er da ist.

Aber nichts davon ist wahr, es ist eine Illusion, welche der andere Spiegel uns gezeigt hat. Diese Erkenntnis ist es schließlich, die uns erlaubt, uns selbst zu verwirklichen und auf wunderbare Weise zu wachsen. Aber bis dieser Moment der Weisheit kommt, schmerzt die Liebe.

Die-traurige-Wahrheit-über-den-endlosen-Schmerz

Liebe schmerzt

Liebe schmerzt, wenn wir sie finden, weil wir andere Reflexionen verlieren, die wir bis zu diesem Zeitpunkt gekannt haben. Wir beginnen dann, unser neues Spiegelbild zu lieben und zu glauben, dass wir ohne diese nicht mehr leben können, und auch das tut weh. Es schmerzt unser Ego, es verletzt unser Inneres.

Was ist die Lösung? Wir müssen so wachsen, dass wir keinen Spiegel brauchen, um uns in der Welt zu bewegen. Unsere Selbstachtung muss erhalten bleiben und wir müssen an uns glauben, unabhängig von jeder Reflexion. Die Sicherheit zu haben, dass jene Bilder, die wir der Außenwelt zeigen, die besten Aufnahmen sind – das, was wir am liebsten an uns mögen, was uns stolz macht, wer wir sind. Dadurch werden wir es schaffen, die schönsten Anteile unseres Wesens auf andere zu reflektieren. Auf diese Weise werden wir dasselbe Schönheit und Liebe erhalten, nur noch großartiger, aufgrund all der wunderbaren Eigenschaften, welche wir selbst genau wie die andere Person besitzen.

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