Lernen, Prioritäten zu setzen: Der Schlüssel zu unserem psychischen Wohlbefinden

· 30. Oktober 2018

Lernen, Prioritäten zu setzen, bedeutet nicht einfach nur, zu wissen, wie ein gutes Zeitmanagement aussieht. Prioritäten zu setzen, bedeutet, unser eigenes Leben zu organisieren, Werte festzulegen, uns daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist und was wir besser aufschieben oder sogar komplett lassen sollten. Unsere Prioritäten sollten immer unseren eigenen Zielen entsprechen, die für uns wie ein Leuchtturm sind, die unseren Weg erhellen und uns inspirieren.

Nichtsdestotrotz dürfen wir nicht vergessen, dass uns zwar zur Verwirklichung dieser Träume viele Mittel zur Verfügung stehen, dies aber immer noch eine Aufgabe ist, die auf unserer To-Do-Liste steht. Der Mensch neigt dazu, sich in seinem Alltagsstress zu verlieren. Heutzutage, und aufgrund der ständigen Reizüberflutung, fällt es uns darüber hinaus schwer, Prioritäten zu setzen. Ununterbrochen erhalten wir Informationen und ständig möchte irgendjemand etwas von uns. Und unsere Aufmerksamkeit, die wie ein untrainierter Muskel ist, lässt sich hin- und herreißen, ohne sich sicher zu sein, auf welche Ziele sie sich konzentrieren soll.

„Investiere dein Herz nicht in so viele Dinge.“

Epiktet

Die Notwendigkeit, Prioritäten abzuklären, geht über die persönliche Produktivität hinaus. Wir haben es mit einer mehrstufigen und transversalen Kompetenz zu tun, die sich auf jeden Bereich unseres Lebens auswirkt. Denn wer weiß und sich daran erinnern kann, was wirklich wichtig ist, dem geht es in seinen Beziehungen, in seiner Arbeit und in seiner emotionalen Entwicklung besser.

Weg im Wald

Lernen, Prioritäten zu setzen: Eine Aufgabe, die wir auf die lange Bank schieben

Warum fällt es einigen von uns so schwer, zu lernen, Prioritäten zu setzen? Die Antwort ist einfach: weil wir in Sorge leben. Unser Verstand hat oft ein viel schnelleres Tempo drauf als das Leben selbst, weil er sich überfordert und unter Druck gesetzt fühlt. Wir wollen alles erreichen, alle zufriedenstellen, alles lösen. Wenn wir dann nachts die Augen schließen, tun wir das mit einem so beklemmenden Gefühl, dass wir am nächsten Tag mit dem Gedanken an eine lange Liste von noch zu erledigenden Aufgaben aufwachen.

Wenn sich diese Aufgaben häufen, versuchen Angst und Stress, die Kontrolle über uns zu übernehmen. Und wenn das passiert, bringt das alles durcheinander und macht alles so schwierig, dass jedes uns vorgenommene Ziel vor unseren Augen verschwimmt. Zu lernen, Prioritäten zu setzen, bedeutet vor allem, diese zu minimieren. Wir müssen lernen, unsere Kräfte aufzusparen, um sie bestimmten Zielen zugutekommen zu lassen. Und so etwas kann nur durch einen entspannten Geist erreicht werden, durch einen Verstand, der weiß, wie er seine Aufmerksamkeit auf das Wesentliche richtet.

All das führt uns zu einem sehr konkreten Ergebnis. Gute Manager unserer Zeit und unserer Prioritäten zu sein, schaffen wir nicht von jetzt auf gleich. Es reicht nicht aus, eine Liste von Lebenszielen anzufertigen. Zu lernen, Prioritäten zu setzen, geht Hand in Hand mit der persönlichen Entwicklung. Es geht darum, einen fokussierteren Geist zu entwickeln, der dazu in der Lage ist, Chancen zu erkennen und Emotionen zum eigenen Vorteil zu nutzen, um unsere Motivation zu steigern.

Außerdem erfordert das eine große Portion Mut sowie Führungsqualitäten. Fähigkeiten, mit denen wir entscheiden können, was für uns zu einem bestimmten Zeitpunkt das Beste ist und was wir besser aufschieben sollten.

Frau formt mit ihren Fingern einen Rahmen

Ziele setzen, Komplexität minimieren, Prioritäten setzen

Wem es schwerfällt, seine Prioritäten ausfindig zu machen, der lässt zu, dass die Prioritäten anderer immer mehr zu seinen eigenen werden. So einfach ist das. Wenn wir uns nicht vollkommen im Klaren über unsere eigenen Prioritäten und jene Ziele sind, die uns jeden Tag motivieren, sind wir irgendwann der Meinung, dass die anderer wichtiger wären. Das ist nicht nur ein reales Problem, sondern wirkt sich auch negativ auf unser Selbstwertgefühl aus.

Deshalb möchten wir uns nun ansehen, welche Schritte wir befolgen sollten, um eine förderliche persönliche Entwicklung einzuleiten.

Wenn du keine Prioritäten setzt, wird es jemand anders für dich machen

Wenn wir lernen möchten, Prioritäten zu setzen, besteht der erste Schritt darin, uns Ziele zu setzen. Dafür reicht es nicht aus, uns lediglich zu fragen, was für uns am wichtigsten ist. Denn höchstwahrscheinlich fällt uns sofort dieses fundamentale Trinom ein: Familie, Gesundheit und ökonomisches Wohlergehen.

Wir müssen weiterdenken und uns Folgendes fragen:

  • Was wünsche ich mir für mein Leben?
  • Wofür habe ich eine Leidenschaft?
  • Wo möchte ich mich in fünf Jahren sehen?
  • Was macht mich wirklich aus, was andere nicht sehen oder wahrnehmen?

Prioritäten zu setzen ist nicht kostenlos, manchmal müssen wir etwas zurücklassen

Uns Prioritäten zu setzen, bedeutet, unter mehreren Dingen eine Sache auszuwählen. Es bedeutet, ein Ziel auf unserer Aufgabenliste nach oben zu schieben. Es bedeutet auch, zwischen dringenden und wichtigen Angelegenheiten unterscheiden zu können. Und was uns wahrscheinlich am schwierigsten daran fällt, zu lernen, Prioritäten zu setzen, ist die häufig damit einhergehende Pflicht, Dinge (und Menschen) zurückzulassen.

Darauf sollten wir gut vorbereitet sein. Denn auch wenn es manchmal etwas kostet, Prioritäten zu setzen, ist das Ergebnis daraus unser eigenes Glück, ein gesteigertes Selbstwertgefühl und das Erreichen unserer Lebensziele.

Komplexität minimieren

Sowohl in unserem Verstand als auch in unserem Leben gibt es Verkomplizierungen. Wenn wir ängstlich sind, lösen sich unsere Prioritäten in Luft auf und unsere Gegenwart erscheint verwirrend, wird von Gedanken, Sorgen und Ängsten bestimmt. Genauso verhält es sich, wenn wir unseren Kalender prall mit Aktivitäten, Terminen, Verpflichtungen und Aufgaben füllen. Die Komplexität beherrscht uns und entfernt uns von unseren eigentlichen Prioritäten.

Frau meditiert am Strand

Ein sensationeller Weg, dieses Problem zu lösen, ist daher, täglich an unserem inneren und äußeren Gleichgewicht zu arbeiten. Praktiken wie Mindfulness können uns helfen, unseren Geist zu entspannen. Gleichzeitig gibt es im Alltag nichts Besseres, als den genannte Minimalismus anzuwenden.

Diese Lebensphilosophie basiert auf einem bekannten Mantra: Finde das Wesentliche und beseitige alles andere. Das bedeutet, einen Schritt in Richtung dieses Lebensbereiches zu gehen, um einem Lebensstil Gestalt zu verleihen, in dem wir dem, was uns inspiriert, was uns ein gutes Gefühl gibt, was uns emotional bereichert, einen Wert beimessen. Alles andere wird als überflüssig angesehen.

Wenn wir also lernen wollen, Prioritäten zu setzen, müssen wir dazu fähig sein, eine bewusstere Realität zu erschaffen, in der wir immer von eindeutig definierten Zielen geleitet werden. Nur so werden wir dazu in der Lage sein, unseren eigenen Weg zu kreieren. Nur so werden wir wissen, wie wir in jedem Moment entscheiden können, was für uns das Beste ist und welchen Weg wir am besten einschlagen sollen.