Prokrastination: Warum schiebst du deine Aufgaben auf?

31. Mai 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Prokrastination - Frau prokrastiniert

Wie oft hattest du etwas Wichtiges zu tun und hast es dann aufgeschoben, wieder aufgeschoben und es am Ende überhaupt nicht getan? Denkst du, dass diese Faulheit berechtigt sei? Glaubst du, dass es eine Lösung für dieses Problem gebe? Heute geht es um die Prokrastination, deren Auswirkungen und darum, wie wir sie vermeiden.

Die Prokrastination steht mit unserem Willen im Zusammenhang, mit unserer Bereitschaft, zu handeln. Sie ist es, die uns Situationen oder Aktivitäten hinauszögern lässt, die auf unserer To-do-Liste stehen und die wir wirklich erledigen sollten. Finde in diesem Artikel heraus, was der Grund dafür ist!

Ich mache das morgen … oder vielleicht nächsten Monat

Stelle dir vor, dass du einen Bericht für einen deiner wichtigsten Kunden schreiben musst. Dein Chef versucht, dich anzutreiben, weil der Abschluss eines großen Geschäfts von eben diesem Kunden abhängt. Meist versuchst du in solchen Fällen, deine Aufgabe so schnell wie möglich zu erledigen. Allerdings bringt dich die Prokrastination in Versuchung, das Schreiben des Berichtes aufzuschieben. Du erledigst stattdessen viele kleinere, weniger dringende Aufgaben und hebst dir den berechtigterweise priorisierten Bericht für das Ende der Woche auf.

Mann schiebt das Schreiben eines Berichtes auf

Ein weiteres Beispiel. Deine Geldbörse wurde gestohlen und darin befanden sich, unter anderem, dein Führerschein und zwei Kreditkarten. Normalerweise würdest du das sofort melden, deine Kreditkarten sperren und dich darum kümmern, Ersatz für deine Dokumente zu erhalten.Das nicht zu tun wäre nicht nur dumm, sondern auch eine Form der Prokrastination.

Die Konsequenzen der Prokrastination

Die Prokrastination löst Angst aus, weil sie verdeutlicht, dass du nicht die Willenskraft hast, um deine Aufgaben zu erledigen. Du fühlst dich dann so hilf- und kraftlos! Denke an solche Beispiele: Du schiebst deine Arbeit auf unbestimmte Zeit hin auf, obwohl du sehr wohl weißt, dass diese dringend ist und ohne Verzögerung erledigt werden sollte. Es dennoch nicht zu tun, hängt dann wie ein Damoklesschwert über dir. Der Aufschub reduziert deine Angst, Wut und Sorgen eben nicht. Vielmehr fühlst du dich dadurch nur noch schlechter. Und diese Gefühle werden mit der Zeit noch an Intensität zunehmen, wenn der Konflikt ungelöst und die Arbeit ungetan bleibt. Du weißt, dass etwas aussteht, das wichtig ist, und dass es dir auf die Füße fallen wird, wenn du dich nicht darum kümmerst.

Trotz allem kann die Prokrastination zu einer Gewohnheit werden, die sich sehr schwer ablegen lässt. Aufschieber leben für oft in einem dauerhaften Zustand der LethargieSie tauchen in unwichtige Aktivitäten ab, während die Dinge, die sie erledigen sollten, aufgeschoben und niemals getan werden.

Gründe, warum du Dinge auf unbestimmte Zeit hin aufschiebst

Wenn du Dinge aufschiebst, tust du das aus einem von zwei Gründen: Entweder hast du eine Alternative gefunden, die mehr Spaß macht, aber weniger wichtig ist, oder du ziehst es schlichtweg vor, nichts zu tun.

Versuchst du, die Situation damit zu rechtfertigen, dass etwas anderes wichtiger sei, dann wirst du zu einem Opfer deiner verzerrten Wahrnehmung. Du tendierst dann dazu, deine täglichen Aufgaben als dringender zu betrachten, als sie tatsächlich sind. Dabei legst du größere Projekte auf Eis. Und was auch immer sich morgen am Horizont abzeichnet, es wird wieder wichtiger sein als jenes Langzeitziel. Du versagst vollkommen darin, Prioritäten zu setzen.

Frau legt die Beine hoch

Wenn du dich dazu entscheidest, nichts zu tun, wirst du zu deinem eigenen Feind.Obwohl es empfehlenswert ist, sich gelegentlich auszuruhen, besteht die Gefahr, dass dich die Faulheit in ihren Klauen gefangen hält. Du hast dann einfach keine Lust und ziehst es vor, die Konsequenzen auszubaden.

In beiden Fällen hält dich die Prokrastination davon ab, dein Potenzial auszuschöpfen.

Strategien, um die Prokrastination zu beenden

Wenn du dir ein paar spezifische Fragen stellst, kannst du herausfinden, woher deine Prokrastination kommt.

  • Wenn ich diese Aufgabe irgendwann erledigen muss, was erreiche ich dann eigentlich damit, sie aufzuschieben?
  • Ist das etwas, das nur mich betrifft oder sind andere Menschen involviert?

Wenn du diese Fragen ehrlich beantwortest, wird sich deine Einstellung ziemlich sicher ändern. Sinnvoll ist es auch, über weitere Strategien zu verfügen:

  • Zwei-Minuten-Regel: Diese einfache Strategie baut auf der Idee auf, dass du damit aufhören solltest, etwas zu planen, und es einfach tun musst, wenn du mehr als zwei Minuten für die Planung benötigst.
  • Den Widerstand überwinden: Hast du einmal den ersten Schritt getan, wird dein Zögern und deine Angst davor, etwas zu tun, verschwinden.
  • Teile dir deine Energie ein: Wenn du müde oder sauer bist, erhöhen sich die Chancen, dass du prokrastinieren wirst.
  • Einteilen und besiegen: Dir die Arbeit in kleine Aufgaben oder konkrete Schritte einzuteilen, wird dir dabei helfen, Zwischenziele und so auch das Gesamtziel zu erreichen.
  • Belohne dich selbst: Wenn du dein Ziel erreicht hast, ist es eine gute Idee, dich zu belohnen. Mache etwas, das du gern tust, oder etwas, das dir dabei hilft, dich zu entspannen.

Positive Prokrastination

Es gibt auch eine positive Prokrastination und sie besteht in den guten Absichten, die Aufschieber haben können. Beispielsweise hat eine Person, die langweilige oder lästige Dinge aufschiebt, die gute Absicht, Langeweile und Schmerz zu vermeiden.

Perfektionisten sind ebenso perfekte Aufschieber. Da sie immer perfekte Ergebnisse anstreben, vermeiden sie es, Aufgaben übereilt zu erledigen und wollen manchmal gar nicht anfangen. Sie legen nicht los, es sei denn, sie haben sich vergewissert, dass sie genug Zeit haben, um die Arbeit perfekt beenden zu können.

Darüber hinaus gibt auch so etwas wie produktive Faulheit. Diese Theorie bezieht sich auf Menschen, die nach Tricks, Lösungen oder Abkürzungen suchen, um etwas, das sie tun müssen, mit so wenig Aufwand wie nur möglich zu erledigen.

Dich vor deinen Verantwortlichkeiten zu drücken oder dich unter unwichtigen Aufgaben zu verstecken, kann dich zu einem chronischen Aufschieber machen. Wir empfehlen dir, nach einer Lösung zu suchen und deine negative Einstellung zu ändern. Mache dir die Mühe, die komplexen Aufgaben, die auf deiner Liste ganz oben stehen, zuerst anzugehen. Es wird nicht lange dauern, bis du dich besser fühlst!

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