Psychologie der Willenskraft: Man kann, wenn man will

24. März 2018 en Psychologie 442 Geteilt
Psychologie der Willenskraft - Frau schaut einem Wolf in die Augen

Die Psychologie der Willenskraft sagt uns, dass nichts unmöglich sei, wenn nur Entschlossenheit vorhanden wäre. Wenn Charisma da ist und wir unser Gehirn dahingehend trainieren können, bewusst Entscheidungen zu treffen und nicht vor ihnen zu fliehen. Solche Fähigkeiten sind nicht angeboren, sondern entwickeln sich im Laufe der Zeit. Man wird sich ganz allmählich seiner eigenen Grenzen und Fähigkeiten bewusst und kann dadurch seine Willenskraft steigern.

Möglicherweise sind wir erst einmal überrascht, dass es in der Psychologie einen Zweig gibt, der sich ausschließlich der Willenskraft widmet. Er ist Teil des sehr weiten Gebiets, das sich mit der Motivation beschäftigt. Dort, wo es, wie wir bereits wissen, nicht an Therapeuten und Trainern mangelt – in Form von Büchern, Videos, Kursen und vielem mehr. Sie alle sind darauf spezialisiert, uns jene Werkzeuge in die Hand zu legen, mit denen wir unseren Lebenszielen näherkommen können.

„Wir scheuen vor Aufgaben nicht deshalb zurück, weil sie unmöglich zu erfüllen sind, sondern sie sind unmöglich zu erfüllen, weil wir sie meiden.“

Seneca

Wir können jedoch ohne Zweifel sagen, dass dieser Bereich in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Einen Grund dafür zeigte die American Psychological Association (APA, zu Deutsch: Amerikanische Psychologische Gesellschaft), die kürzlich bemerkenswerte Ergebnisse einer Umfrage zum Stressniveau der US-amerikanischen Bevölkerung und deren Auslösern präsentierte. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, sich bewusst zu sein, dass ihr Lebensstil nicht gesund sei. Außerdem wusste die Mehrheit, dass Stress und Angst die schlimmsten Feinde ihres Wohlbefindens waren. Sie meinten zudem, dass sie sich antriebslos fühlten und nicht über genügend Willenskraft oder angemessene Strategien verfügten, um ihre Situation zu verbessern.

Wie kann das passieren? Warum verschieben wir so viel auf später? Warum fehlt uns der Wille, Sport zu treiben oder mit dem Rauchen aufzuhören? Wieso fehlen uns die Kraft und der Mut, um für diesen Traum oder dieses Ziel zu kämpfen, das uns seit so langer Zeit vorschwebt? Die Psychologie der Willenskraft gibt uns Antworten auf unsere Fragen.

Eine Schnecke sitzt auf einem Zweig

Was ist eigentlich Willenskraft?

Manchmal haben wir falsche Vorstellungen von den verschiedenen Aspekten des menschlichen Verhaltens. Darüber hinaus haben wir uns vielleicht selbst schon in Situationen wiedergefunden, in denen uns die Willenskraft fehlte, um weiterzumachen. Als wären wir in einem dunklen Raum gefangen, ohne zu wissen, was wir tun und wie wir reagieren können, wobei wir absolute Hilflosigkeit fühlen. Darüber hinaus mangelt es dann meist nicht an Personen, die uns für unsere scheinbare Schwäche und mangelnde Reaktionsfähigkeit kritisieren.

Die Psychologie der Willenskraft macht uns deutlich, dass diese Art von Situationen nicht ausweglos ist. Die inneren Energiespeicher reagieren sehr sensibel auf die Stimmung einer Person und sind auch abhängig von der Bildung, die sie genossen hat. Wem niemand Strategien beigebracht hat, mit denen er Angst und Unentschlossenheit überwinden und an seine Selbstbeherrschung oder Selbstkontrolle arbeiten könnte, dem fällt das entsprechend schwer.

Und der erste Schritt in diese Richtung ist es, zu definieren, was wir unter Willenskraft verstehen.

„Mut ist Widerstand gegen die Angst, Sieg über die Angst, aber nicht Abwesenheit von Angst.“

Mark Twain
Mann in der Sächsischen Schweiz schaut zum Horizont

Merkmale der Willenskraft

Laut der APA ist Willenskraft die bewusste Fokussierung des Ichs, mit der wir ein Ziel verfolgen, von dem wir glauben, es erreichen zu können. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass sie von der Regulierung negativer oder einschränkender Gedanken abhängt. Wir müssen lernen, diese unerwünschten Impulse, die unseren Horizont begrenzen, zu kontrollieren.

Darüber hinaus ist Willenskraft eng verbunden mit dem Selbstwertgefühl und unserem Selbstkonzept. Sie steht außerdem mit unserer Fähigkeit, eine Belohnung zurückzuweisen, in Zusammenhang. Wir sollten in der Lage sein, kurzfristigen Versuchungen zu widerstehen, um langfristige Ziele zu erreichen.

Abschließend ist noch sagen, dass all diese Punkte trainiert werden können. Das ist sogar etwas, das wir alle tun sollten. Dabei sollte man nie vergessen, wie wichtig es ist, diese Handwerkszeuge auch an die Jüngsten weiterzugeben. Auf diese Weise unterstützt man sie bereits von klein auf dabei, ihre Ziele zu erreichen.

3 Schlüssel zu mehr Willenskraft

Wollen bedeutet Macht. Das stimmt zwar, aber es muss auch erwähnt werden, dass kleine Abstufungen zu berücksichtigen sind. Wir sollten also eher sagen: Wollen bedeutet, zu wissen, welche Mittel ich in die Praxis umsetzen muss, um zu erreichen, wonach ich strebe.

Eines der interessantesten Werke zur Psychologie der Willenskraft ist das Buch Bergauf mit Rückenwind: Willenskraft effizient einsetzen  von der Gesundheitspsychologin Kelly McGonigal. Es beschreibt die nachfolgend genannten drei Strategien, um das Wissen zu erhalten, was wir der obigen Definition zufolge brauchen, um unsere Willenskraft zu steigern.

Frau meditiert bei Sonnenaufgang in den Bergen

„Ich werde es nicht schaffen“

Dies ist zweifellos einer der Gedanken, die am häufigsten auftauchen, wenn wir uns ein Ziel gesetzt haben. In Wirklichkeit ist diese negative Einstellung das Erste, was wir kontrollieren, überwinden und ändern müssen.

Ein Weg, dies zu erreichen, ist, uns Folgendes zu sagen: Wenn ich es nicht schaffen kann, werde ich alles versuchen, dies zu ändern.“ So kann der negative innere Dialog gestoppt werden. Überhaupt sind negative Gedanken grundsätzlich in positive zu verwandeln. So wird aus „Es ist unmöglich, einen besseren Job zu finden, da es auf dem Arbeitsmarkt schlecht aussieht  zum Beispiel „Ich werde einen besseren Arbeitsplatz finden, da ich viel zu bieten habe“.

„Ich werde mich steigern“

Wir alle haben großartige Fähigkeiten, die wir erkennen, schätzen und stärken müssen. Manchmal neigen wir in bestimmten Kontexten oder in der Gesellschaft bestimmter Personen dazu, diese zu vergessen oder zu unterschätzen.

Es ist nun an der Zeit, sich an sie zu erinnern und den behindernden äußeren und inneren Einflüsse aus dem Wege zu gehen, die unser Selbstwertgefühl negativ beeinflussen. Wir sollten uns selbst stärken und wertschätzen.

„Ich wünsche mir Kraft“

Diese letzte Strategie ist einfach und nützlich. Sie basiert darauf, sich im täglichen Leben kleine Ziele zu setzen und Mut zuzusprechen, wie zum Beispiel:

  • Ich möchte es schaffen, mich besser zu fühlen.
  • Ich möchte mich stärker fühlen können.
  • Meine Vergangenheit und all die negativen Gedanken möchte ich beiseitelassen.
  • Heute möchte ich mich dieser Angst, diesem Problem stellen. 
  • Morgen möchte ich dieses Ziel erreichen.

Frau steht in einem Weizenfeld

Wie wir sehen, ist die Psychologie der Willenskraft wichtig, nützlich und entscheidend für unser Leben. Lasst uns lernen, mit ihr zu arbeiten, uns unserer inneren Ressourcen bewusst zu werden. Ohne Zweifel verdienen wir es, uns jeden unserer Träume zu erfüllen.

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