Lerne, wie man Trost spendet

· 30. März 2016

Wenn jemand in seinem Leben gerade eine schwere Zeit durchmacht, dann ist das Letzte, was er hören möchte, der Ratschlag, dass er seinen Schmerz einfach ignorieren soll, dass er das alles nicht so wichtig nehmen soll oder dass ja auch etwas Schlimmeres hätte passieren können. Das, was diese Person eigentlich braucht, ist Verständnis – jedoch nicht, dass ihr Leid heruntergespielt wird.

Den Schmerz anderer ernst nehmen

Die meisten von uns werden irgendwann einmal einen schweren Verlust erleben, ein schmerzliches Ereignis, wie etwa eine Erkrankung, mit der wir nicht umzugehen wissen oder eine andere Situation, die uns existenziell beeinflusst. Was wir uns in solchen Momenten von anderen wünschen, sind nicht etwa oberflächliche Worte, sondern eine Haltung, die sie in die Lage versetzt, uns zu verstehen und zu unterstützen.

Wenn jemand Schmerz empfindet, dann ist es der falsche Ansatz, wenn wir versuchen, die Situation als nicht so wichtig darzustellen. Manchmal denken wir fälschlicherweise, dass wir so helfen, die Last zu erleichtern. Was wir dabei allerdings eigentlich tun, ist, die legitimen Gefühle anderer zu verleugnen. Das Schlimmste daran, wenn wir dem Schmerz anderer auf diese Weise begegnen, ist, dass wir damit eigentlich nur versuchen, unser eigenes Gefühl von Frieden beizubehalten.

Eine Person, die von einem Schicksalsschlag getroffen wurde, möchte aber einfach nur ein offenes Ohr finden – und das frei von jeglichem Urteil. Einfach zuzuhören ist die beste Art, wie man einer Person, die leidet, Trost spenden kann. Zu wissen, dass eine andere Person dazu bereit ist, sich das Leid anzuhören, ohne es in Frage zu stellen, lindert den Schmerz.

Manche Menschen möchten allerdings auch gar nicht über das reden, was passiert ist und hoffen, dass andere ihr Schweigen einfach akzeptieren. In solchen Fällen ist es eine Art, Verständnis auszudrücken und der anderen Person zur Seite zu stehen, zu versuchen, das Problem nicht anzusprechen.

Sensibel mit anderen umgehen

Es gibt keine exakte Formel, die uns sagt, wie wir einem Menschen, der leidet, Trost spenden können. Jeder Mensch hat eine ihm eigene Art, mit Schmerz umzugehen und Leid zu erleben. Die einzige Voraussetzung, um anderen Menschen Trost zu spenden, ist der generelle Wunsch, dies zu tun.

Trost spenden bedeutet im Grunde, warmherzige und liebevolle Begleitung, Respekt und Unterstützung anzubieten. Wenn wir all das weitergeben, ist es wichtig, mit unseren Gesten und unserer Haltung zu zeigen, dass wir für den anderen da sind, dass dieser Schmerz uns nicht abschreckt und dass wir bereit sind, ihn als solchen zu akzeptieren. Wir müssen unsere Entscheidung, stehenzubleiben und den anderen zu begleiten, während er durch diesen Schmerz geht, demonstrieren.

In solchen Zeiten kann man den anderen auch nicht oft genug fragen, ob man ihm irgendwie helfen kann oder etwas für ihn tun kann. Manchmal haben Menschen Bedürfnisse, die nicht so offensichtlich sind oder vielleicht haben wir bestimmten Hinweisen, die der Person eigentlich als eindeutig erschienen, nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet.

Weiterhin ist es nicht unbedeutsam, ob es ein Erwachsener oder ein Kind ist, dem wir Trost spenden. Es ist möglich, dass dies bei jüngeren Personen leichter fällt.

Am wichtigsten ist in jedem Fall allerdings, dass du dein eigenes Herz den Gefühlen und Bedürfnissen der anderen Person gegenüber öffnest. Es ist ein großer Trost, zu wissen, dass jemand mit den besten Intentionen zuhört und uns versteht. Trost spenden ist wahrlich eine Kunst und für jede Form von Kunst bedarf es Sensibilität und Willensstärke.