Lektionen aus "Die unendliche Geschichte"

Die Unendliche Geschichte ist ein Kultbuch, das Menschen vieler Generationen lieben. Darin findest du Abenteuer und auch interessante Reflexionen über verschiedene Aspekte des Lebens.
Lektionen aus "Die unendliche Geschichte"

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 09. August 2022

“Die unendliche Geschichte” ist ein Meisterwerk, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Michael Ende schrieb diesen Bestseller 1979. Im Jahr 1984 wurde er durch die Verfilmung zu einem Massenphänomen. Allerdings schuldet uns das Kino eine Adaption, die der Komplexität der Erzählung und den philosophischen Hintergründen gerecht wird.

Michael Ende war mit der Adaption des deutschen Regisseurs Wolfgang Petersen von Anfang an nicht einverstanden. Er beschrieb den Film als kitschiges und kommerzielles Melodrama und verklagte die Produktionsfirma sogar. Allerdings verlor er diesen Prozess.

Die wahre Reise beginnt im Buch, das eine tiefgehende Geschichte erzählt, die nichts mit der visuellen Einfachkeit des Films zu tun hat. Wir erleben bei der Lektüre eine authentische, heroische, philosophische und transformative Reise.

Die unendliche Geschichte
Das monotone und ungläubige Leben der Menschen bedeutet für Michael Ende die Zerstörung der Freiheit, der Vorstellungskraft und des Lebens selbst.

Lektionen aus “Die unendliche Geschichte”

Wir sprechen über die Lehren eines der besten Fantasy-Bücher. Leser identifizieren sich gerne mit der Hauptfigur: Bastian Balthasar Bux. Er ist der klassische Streber, ein introvertierter Junge, schlecht in Sport, übergewichtig und Mobbing-Opfer. Seine Mutter ist gestorben und sein Vater bewältigt die Trauer so gut er kann, indem er sich von seinem eigenen Sohn etwas distanziert. Für Bastian ist die Welt zu chaotisch, bis ihm ein ungewöhnliches Buch in die Hände fällt. Ein Buch, in dem er zum absoluten Protagonisten wird.

Obwohl oft betont wird, dass dieses Buch von Michael Ende für Kinder zu komplex ist, entspricht dies nicht der Wahrheit. Kinder sind geborene Philosophen, nur sie können sich Fragen stellen wie: Kann es in unserer Welt wirklich so etwas wie “Nichts” geben? Ist es nicht dasselbe, Grenzen zu haben oder unendlich zu sein? Nur der Leser, der hinterfragt, was er liest, wird mit den Lehren dieses Buches in Berührung kommen.

1. Die Vorstellungskraft macht uns frei und weise

“Menschen leben von Überzeugungen, und Überzeugungen können manipuliert werden.”

Wir entdecken in “Die unendliche Geschichte”, dass die Welt der Phantasie ohne reale Welt nicht überleben kann und umgekehrt. Wir dürfen nicht vergessen, dass Michael Ende aus dem Erbe von Aufklärern wie Immanuel Kant schöpfte. Vernunft und Phantasie gehen immer Hand in Hand. Phantasievolle Geschichten machen uns frei und weise. Sie ermöglichen es uns, die Realität aus anderen Perspektiven zu betrachten, sie zu relativieren und zu hinterfragen. Wer jedoch an seinen Überzeugungen festhält, ohne sie zu hinterfragen, kann einfach manipuliert und beherrscht werden.

2. Traurigkeit erfordert Handlung

“Wie alle wahren Verwandlungen war auch seine so langsam und sanft wie das Wachstum einer Pflanze.”

Für diejenigen, die den Film gesehen haben, war der Tod von Atréjus Pferd vielleicht traumatisch. Das Tier versank langsam im Sumpf der Traurigkeit, während sein Herr, Atréju, hilflos und verzweifelt sein Ende betrauerte. Dieses Bild ist eine harte Metapher für den Verlust.

Der Hauptdarsteller lässt sich jedoch nicht von seiner Traurigkeit beherrschen. Er schafft es, voranzukommen, denn der Tod ist Teil des Lebens. Es bleibt uns nur eine Möglichkeit: vorwärtszugehen.

3. Träume und Hoffnung bewahren uns vor Verzweiflung.

“Wenn jemand einen Traum träumt, kann er nicht einfach aufhören zu existieren.”

Gmork ist eine Symbolfigur in Form eines Wolfes, der dem Nichts und der Leere dient. Seine Anwesenheit ebnet den Weg für die Zerstörung von Phantásien. Er selbst gibt Atréju eine genaue Beschreibung des Nichts. Es ist die Leere der Verzweiflung, wenn wir alle Hoffnung verlieren und nichts mehr haben, was uns Sinn gibt. Das Nichts ist primär Schmerz und Sinnlosigkeit.

Diese Worte beschreiben das Substrat einer Depression. Aber Atréju, der unermüdliche Held, lässt sich nicht beirren und findet immer wieder Mut. Auch als er sein Ross verliert oder bei der Konfrontation mit Gmork lässt er sich von der Hoffnung leiten, genau wie Bastian, der beginnt, an Träume und an die Phantasie zu glauben.

Tiger repräsentiert die Lehren von "Die unendliche Geschichte"
Jeder Krieger muss mit Mut bewaffnet sein, um gegen das Nichts zu kämpfen.

4. Was uns “Die unendliche Geschichte” über innere Stärke und das Selbstwertgefühl lehrt

“Schicke Rüstungen helfen nicht, die Sphinx kann direkt in dein Herz sehen.”

“Die unendliche Geschichte” lehrt uns auch über das Selbstwertgefühl: Es wird zwar von unserem Umfeld beeinflusst, doch wir müssen es von innen heraus schmieden, mit Zuversicht, Mäßigung, Selbstvertrauen und Selbstliebe. Wir erinnern uns an den Moment, in dem Atréju zwischen den titanischen Sphingen hindurch muss, um zum südlichen Orakel zu gelangen.

Er erfährt von der Krankheit der Kindlichen Kaiserin und kann Phantásien retten. Atréju schreitet gelassen und selbstvertrauen durch das Tor. Das Selbstwertgefühl öffnet auch uns Wege und lässt uns zu den Helden unserer eigenen Geschichte werden.

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