Leidest du an Depressionen, weil du arbeitslos bist?

28 April, 2021
Arbeitslosigkeit ist ein sehr belastender Zustand, der bei Menschen jeden Alters zu Depressionen führen kann. Viele der Betroffenen sind sich dessen jedoch nicht einmal bewusst. Lies weiter, um zu erfahren, an welchen Symptomen du erkennen kannst, dass du an einer Depression leidest, weil du arbeitslos bist.

Depressionen aufgrund von Arbeitslosigkeit werden in unserer heutigen Gesellschaft immer häufiger. Trotz der langsamen, aber stetig zunehmenden Inzidenz werden sie weiterhin zu selten diagnostiziert. Infolgedessen wird diese Art der Depressionen häufig gar nicht behandelt. Die Gesellschaft ist sich noch nicht bewusst, welche Auswirkungen die Chronifizierung dieser Zustände auf alle Ebenen der körperlichen und geistigen Gesundheit eines Menschen hat. Daher werden wir in unserem heutigen Artikel darüber sprechen, an welchen Symptomen man erkennen kann, ob ein Mensch an einer Depression leidet, weil er arbeitslos ist.

Die meisten Menschen, die arbeitslos sind, sind mit dieser Situation vertraut. Sie wissen, was es bedeutet, jeden Tag aufzustehen, ohne eine Perspektive zu haben. Viele arbeitslose Menschen haben keine Gewissheit, wie ihre Zukunft verlaufen wird. Darüber hinaus ist die Suche nach einer neuen Anstellung selbst oft ebenfalls sehr anstrengend.

Dies liegt daran, dass dieser Prozess häufig von einer Mischung aus Verzweiflung und Unsicherheit geprägt ist. Die Betroffenen Menschen müssen ihren Einfallsreichtum und viele Kontakte nutzen. Wenn du arbeitslos bist, musst du dich immer wieder motivieren und darfst nicht den Glauben daran verlieren, dass sich dir eine neue Option bieten wird.

Leider vergeht häufig ein Tag nach dem anderen und irgendwann hast du es satt, immer wieder zu hören “Wir melden uns bei Ihnen”, wenn du genau weißt, dass dies vermutlich gar nicht passieren wird. Mit Ausnahme deines Spam-Ordners ist dein E-Mail-Postfach leer und du erhältst ausschließlich Anrufe von Telemarketern.

Auch viele junge Menschen suchen Arbeit und immer mehr von ihnen sehnen sich nach neuen Möglichkeiten. Das Problem der Arbeitslosigkeit ist riesig, vielfältig und bietet einen reichhaltigen Nährboden für psychische Gesundheitsprobleme.

“Arbeitslosigkeit macht Menschen kleiner. Freizeit und Muße vergrößert sie.”

-Mason Cooley-

arbeitslos - Mann

Symptome und Möglichkeiten, mit derartigen Depressionen umzugehen

Die Arbeit, der du jeden Tag nachgehst und für die du bezahlt wirst, ermöglicht es dir nicht nur, dich zu ernähren, ein Dach über dem Kopf zu haben und deine Rechnungen bezahlen zu können. Darüber hinaus kannst du dadurch auch dein Selbstwertgefühl steigern und dich kompetent, nützlich und zufrieden fühlen. Arbeitslosigkeit verursacht also das Gegenteil.

Als du noch ein Kind warst und gefragt wurdest, was du später einmal werden wolltest, hast du vermutlich nie daran gedacht, “arbeitslos zu werden”. Dieser Zustand führt dazu, dass du dich erst einmal von deinen Träumen verabschieden musst; von den Bemühungen, die du unternommen hast, um dir eine Bildung anzueignen, in der du in dieser kapitalistischen Welt bestehen kannst. Du wolltest für andere nützlich sein und deinen Beitrag zum Allgemeinwohl leisten.

Daher werden dich die Erkenntnisse und Warnungen bestimmter Studien nicht überraschen. Beispielsweise jener, die an der Universität Leipzig durchgeführt wurde. Die Forscher stellten fest, dass Arbeitslosigkeit die psychische Gesundheit beeinträchtigt. In der Tat ist das Risiko, an einer Depression zu erkranken, wenn du arbeitslos bist, ziemlich hoch.

Darüber hinaus erklärte Erik Erikson, ein Spezialist für Entwicklungspsychologie, dass ein Mensch nur dann eine gesunde Persönlichkeit und einen ausgeglichenen emotionalen Zustand aufbauen kann, wenn es ihm oder ihr möglich ist, sich einen würdigen Lebensunterhalt zu verdienen. Forscher haben Depressionen, die im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit auftreten, bereits seit der Weltwirtschaftskrise untersucht (Eisenberg und Lazarsfield 1938).

Leidest du an Depressionen, weil du arbeitslos bist?

Ein Mensch, bei dem Symptome einer Depression aufgrund von Arbeitslosigkeit auftreten, sucht sich nicht immer professionelle Hilfe. Möglicherweise sucht er oder sie aufgrund von Schlafstörungen, Müdigkeit oder Schmerzen einen Arzt auf. Viele Betroffene nehmen vermutlich einfach an, dass derartige Emotionen in einer solchen Situation normal sind. Warum sollte sich jemand auch gut fühlen, wenn er arbeitslos ist? Aber du solltest wissen, dass es hierfür bestimmte Grenzen gibt, die nicht überschritten werden sollten.

Nachfolgend findest du die Hauptmerkmale einer Depression, die durch Arbeitslosigkeit hervorgerufen wird:

  • Ein permanentes Gefühl von Angst, Frustration und große Besorgnis.
  • Der Hauptunterschied zwischen einem depressiven Menschen und einem Menschen, der nicht an dieser Krankheit leidet, ist das Gefühl der Hoffnung und eines Sinns im Leben. Wenn du an einer Depression leidest, hast du keine Zuversicht mehr, dass sich deine Situation verbessern wird. Tatsächlich bist du davon überzeugt, dass alles nur noch schlimmer wird.
    Eine Depression verstärkt Gefühle der Sinnlosigkeit und der Betroffene fühlt sich nutzlos. Dies hat auch große Auswirkungen auf familiärer Ebene.
  • Darüber hinaus existiert ein Gefühl von Wut und Ungerechtigkeit. Aber dennoch darfst du nicht davon ausgehen, dass ein Mensch mit einer Depression aufgrund seiner Arbeitslosigkeit deswegen automatisch traurig oder deprimiert wirkt. Wesentlich häufiger sind diese Menschen schlecht gelaunt, ungeduldig und leicht reizbar.
  • Außerdem kann es zu Schlaf- und Essstörungen kommen. Der Betroffene schläft entweder übermäßig viel oder findet kaum erholsame Nachtruhe. Des Weiteren kann es zu Appetitverlust oder zwanghaftem Essen kommen.
  • Häufig führen derartige Depressionen auch zu Suchtverhalten wie Rauchen, Trinken und Drogenkonsum.
  • Leider sind auch Selbstmordgedanken eine häufige Folge dieser Erkrankung.
arbeitslos - beim Arzt

Wie kannst du mit Depressionen aufgrund von Arbeitslosigkeit umgehen?

Eine Tatsache ist sehr klar und offensichtlich. Wenn jemand an einer Stimmungsstörung leidet, wird es für den Betroffenen noch schwieriger werden, eine neue Anstellung zu finden.

Wenn Depressionen nicht behandelt werden, verstärken sie sich nur noch weiter und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nehmen ebenfalls zu. Die Selbstmordrate bei Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ist sehr hoch. Was kannst du also unternehmen?

  • Die Priorität besteht darin, dass du dir professionelle Hilfe und soziale Unterstützung suchst. Sprich mit deiner Familie und deinen Freunden über deine Probleme.
  • Manchmal kann es hilfreich sein, Erfahrungen mit jemandem zu teilen, der sich in derselben Situation befindet oder der diese Situation ebenfalls durchlebt hat. Das Wesentliche ist, dass du das Gefühl der Nutzlosigkeit und des Versagens aus deinem Kopf bekommst.
  • Illusionen und Absichten sind zwei Dimensionen, die den Geist beständig anregen und aktivieren. Daher ist es wichtig, weiterhin Ziele zu haben, denn diese geben dir die Kraft, jeden Tag aufzustehen.
  • Wenn du eine Routine befolgst und dich an einen Zeitplan hältst, hast du mehr Kontrolle über deine Zeit, da du deinem Tag eine Struktur gibst.
  • Darüber hinaus ist es ebenso wichtig, dass du Momente der Freizeit, Ruhe und körperlichen Aktivität hast und diese auch genießt.

Die Kontrolle über deine Gedanken, das Management deiner Emotionen und vor allem die richtige Unterstützung sind der beste Weg, um Situationen zu meistern, in denen sich jeder Mensch mehr als einmal im Leben befinden kann.

  • Eisenberg, P., & Lazarsfeld, P. F. (1938). The psychological effects of unemployment. Psychological Bulletin35, 358-390.
  • Feather, N. T. 1982. Unemployment and its psychological correlates: A study of depressive symptoms, self-esteem, Protestant ethic values, attributional style and apathy. Australian Journal of Psychology,34(3), 309-323.
  • Zuelke, A. E., Luck, T., Schroeter, M. L., Witte, A. V., Hinz, A., Engel, C., … Riedel-Heller, S. G. (2018). The association between unemployment and depression–Results from the population-based LIFE-adult-study. Journal of Affective Disorders235, 399–406. https://doi.org/10.1016/j.jad.2018.04.073