Lebe dein Leben in Demut

· 15. Januar 2016

„Wenn wir groß in Demut sind, sind wir der Größe näher.“

Rabindranath Tagore

Heutzutage ist Demut nach wie vor sehr hoch angesehen. Das sehen wir zum Beispiel, wenn die Regierenden eines Landes ihre Arbeit überprüfen und nachbessern, oder an Menschen, mit denen wir im Alltag auf intimste Weise zu tun haben.

Demut ist nicht Einfalt,
sondern Einfachheit in Größe.

Der Erfolg führt dazu, dass sich die Qualitäten eines Menschen verändern und verderben, aufgrund derer dieser überhaupt erst zum Erfolg gekommen ist.

Die Frage ist also: Welche Charaktereigenschaften zeichnen Menschen als demütig aus? Und das nicht nur, wenn sie sich in einer benachteiligten Position befinden, sondern auch wenn sie Erfolg haben und wohlhabend sind?

Was macht demütige Menschen aus?

  • Ihre auffallendste Charaktereigenschaft ist, dass sie eine große Verpflichtung gegenüber einem bestimmten Aspekt ihres Lebens haben.
  • Sie streben nicht nach Erfolg und Berühmtheit, sondern nach Ruhm und Exzellenz in dem, was sie tun; sei es als Bildhauer zu arbeiten, als Haushälterin oder als Mediziner.
  • Sie versuchen, das Leben anderer zu verbessern ohne damit zu prahlen. Ihnen ist der Prozess wichtiger als das Ergebnis, und was Veränderung angeht, sind sie dabei flexibel.
Offene Hände

  • Ihre Anweisungen sind keine Befehle, sondern offen für Kritik und Verbesserung.
  • Sie hören anderen interessiert zu, und schätzen ihre Meinungen nicht gering, egal ob der Gegenüber Künstler oder Politiker ist.
  • Jede Meinung ist interessant, um etwas Bestimmtes zu verstehen und sich ein treffenderes Bild der sie umgebenden Realität zu machen.
  • Gegen die Zurschaustellung von Macht sind sie allergisch, und abgesehen davon, dass sie nicht nach ihr streben, sehen sie ihre Belohnung eher in guter Arbeit als in öffentlicher Anerkennung.
  • Sie grüßen, unterhalten sich und verabschieden sich. Freundlichkeit ist für sie nicht nur eine Höflichkeit, sondern ein Ausdruck guter Bildung und Kommunikation mit Menschen in ihrem Umfeld.
  • Sie treffen keine vorschnellen Urteile und sind empathisch. Geschichten haben für sie manchmal größeren Wert als Regeln.
  • Sie tun jeden Tag kleine Dinge, die das Leben der Menschen in ihrem Umfeld erleichtern, ohne dies öffentlich bekannt zu geben. Ihre Verhaltensweise ist natürlich, einfach und aufrichtig.
  • Ihr Privatleben und die Art, wie sie sich öffentlich ausdrücken und verhalten, sind kongruent. Heuchelei passt nicht in ihren Wertekanon.
  • Ihnen ist es nicht wichtig, eine höhere Stufe zu erreichen, sondern einen Weg zu finden, sich auf einer Stufe zu halten, auch wenn diese niedriger ist, aber dabei einer würdevollen und nützlichen Aktivität nachzugehen.

Wie sind Menschen, denen es an Demut fehlt?

  • Sie sind arrogant, ihnen fehlt es an selbstkritischem Denken und sie tragen eine Einstellung moralischer, intelektueller und ökonomischer Überlegenheit zur Schau. Beziehungen zu solchen Menschen sind schwierig.
  • Sie tauschen keine Meinungen aus, um sich zu bereichern. Sie glauben, dass die einzige Art, ihre Ansichten durchzusetzen, ist, andere Meinungen zu unterdrücken, sie lächerlich zu machen und einzuschüchtern.
  • Sie hören nicht zu. Sie geben Lektionen und Ratschläge, die ihnen, wenn sie befolgt werden, selbst Profit bringen.
  • Sie sind macht- und erfolgsbesessen, und wollen anderen unbedingt gefallen, weshalb ihre Weise, Arbeit anzugehen und kleine Hindernisse zu überwinden, nicht sehr hoch entwickelt ist.
Karnevalsmasken

  • Auf emotionaler Ebene haben sie die Vorstellung, dass eine unerlässliche Voraussetzung für ein gutes Leben ist, ihr Glück wie eine Trophäe zur Schau zu stellen. Dies kann bei der Person selbst und bei Menschen in ihrem Umfeld zu einem Gefühl der Leere und einem Verlust des wahren Sinnes von Beziehungen und ihrer alltäglichen Innigkeit führen.

Sei demütig, hab keine Angst unbedeutend zu sein. Du wirst mehr bewegen als du denkst und in größerer spiritueller Ruhe leben.

„Wenn du denkst, dass eine Mücke zu klein ist, um etwas zu bewegen, versuche, mit ihr in einem Zimmer zu schlafen.“

Anita Rodick