Lächle doch mal und verwirre die Leute

· 24. Januar 2017

Der Schriftsteller Fjodor Dostojewski schrieb in seinem Werk Der Jüngling, dass wir dann auf das Lachen eines Menschen schauen sollten, wenn wir seine wahre Seele kennenlernen wollen. Das Lachen, zusammen mit den Händen und Füßen, sind die primären Ausdrücke einer Person.

Das Lachen kann ansteckend, natürlich, offen oder auch einfach falsch sein. Es gibt Leute, die lachen, ohne zu wissen, warum, ganz einfach weil eine spontane Situation sie lachen lässt, oder, ganz im Gegenteil, weil dieser Ausdruck aus dem Bedürfnis heraus entsteht, auf ein Gefühl eines anderen zu reagieren.

„In einer Sache bin ich mir sicher: Das Lachen ist der authentischste Ausdruck der Seele. Sieh dir nur ein Kind an. Es lacht und ist deshalb unwiderstehlich. Ein Kind, das weint, erscheint mir unangenehm, aber das, was lacht und fröhlich ist, ist wie ein Lichtstrahl aus dem Paradies, eine Offenbarung der hoffnungsvollen Zukunft, in der der Mensch schließlich so rein und naiv wie ein Kind sein wird.“
Fjodor Dostojewski

Wir können nur auf einer niederen Skala – zumindest was die emotionale Aufrichtigkeit angeht – mit dem Lachen eines Kindes mithalten. Nicht so ehrlich, nicht so vielsagend. Nicht so intensiv, nicht so häufig.

Dein Lachen ist das psychologische Logo deiner Kommunikation, die geradewegs aus der Fabrik gekommen ist. Manchmal ist es unglaublich mächtig. Probiere es aus. Lächle doch mal und verwirre damit die Leute. Sie werden vielleicht so dankbar dafür sein, ein Lächeln auf deinem Gesicht zu sehen, dass am Ende des Tages dein Lächeln zu einem so unwiderstehlichen Lachen und Gelächter anschwillt, wie das eines Kindes.

Das Lächeln, die Tochter des Lachens und unsere emotionale Alliierte

Manchmal, auch wenn wir innerlich zerstört sind und uns tagelang zu nichts durchringen können, ist es einfach notwendig, auch mal ein Lächeln aufzusetzen, nicht wegen der absurden Idee, dich glücklich zu stellen, wenn du es nicht bist, sondern um dir die Gelegenheit zu geben, deine Gefühle herauszufordern und den ersten nötigen Schritt zu tun, um wieder hochzukommen.

Zu lächeln, wenn wir traurig, müde oder antriebslos sind, bedeutet, das Diktat des emotionalen, inneren Unwohlseins und auch das gesellschaftliche Diktat herauszufordern, das uns sagt, das wir uns immer gut fühlen müssen, um etwas zu schaffen: Es ist eine Aufmerksamkeit uns selbst gegenüber, ansteckend und Hoffnung stiftend. Es ist das äußere Signal, dass wir trotz innerer Unwetter lieber aufrecht stehen bleiben.
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Es geht nicht darum, dich zu betrügen, sondern dir einen Gefallen zu tun. Brich mit den Formen und den Diktaten, die dir deine Emotionen und Gefühle der Hoffnungslosigkeit aufdrücken. Du sollst dich ihnen gegenüber nicht loyal zeigen, wenn das bedeutet, dass du dich immer schlechter fühlst.

Zeichne ein Lächeln auf dein Gesicht, um dir selbst zu zeigen, dass du stärker als die temporäre Trauer sein kannst. Stell dich für nur einen kurzen Moment der Herausforderung, zu lächeln und dies den anderen zu zeigen, obwohl du schon seit Tagen keine Lust dazu hast. Fordere deine Lust mit deinen Taten heraus.

Es gibt nichts Schöneres als dein Lächeln

Versuche jeden Tag, dich selbst zum Lachen zu bringen,
auch andere an deiner Freude teilhaben zu lassen, jeden Moment… >>>Mehr

Lächle, brich die Formen, die du dir selbst aufgelegt hast

Manchmal glauben wir, dass uns selbst treu zu sein heißt, immer so zu handeln, wie wir uns fühlen. Dies entspricht nicht der Wirklichkeit und ist negativ für unser Leben und für diejenigen, die uns umgeben. Deinen Prinzipien und Werten treu zu bleiben ist etwas anderes, als ein Sklave deiner Launen zu sein, und mit deinen Handlungen können diese länger in deinem Leben bleiben, als du anfangs zu glauben gewagt hast.

Es ist außerdem widersprüchlich, da es uns nicht freier und authentischer macht, sondern wir vielmehr den Befehlen unseres Verstandes folgen: „Da ich mich schlecht fühle, erlaube ich mir den Luxus, auch schlechte Laune zu haben. Ich kann nichts machen. Alle anderen werden das ertragen müssen, denn wenn ich schlecht gelaunt, traurig oder gestresst bin, dann ist das halt so.“

Wenn du diesen Richtlinien folgst, dann bist du in Wirklichkeit nicht freier, du bist ein Sklave dessen, wovon du denkst, dass du es unbedingt so machen musst und so landest du noch dazu in einer Sackgasse. Wie kommt man da heraus? Ganz einfach, lächle und verwirre die Leute. Lächle und schau in den Spiegel, und verwirre auch dich selbst.

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So brichst du mit der Monotonie deines Gesichts und forderst deine Laune heraus. Du zeigt dir, dass du, nur weil du mit dem falschen Fuß aufgestanden bist, nicht den ganzen Tag lang missmutig sein musst. Du zeigst deiner inneren Welt, dass sie manchmal von der Realität herausgefordert werden kann, zu deinem Nutzen und dem aller in deiner Umgebung.

Lächle, verwirre die Leute, die sich daran gewöhnt haben, dich trüb und lustlos zu sehen, Lächle, verwirre dich selbst und lass dich von diesem Widerspruch gefangen nehmen, wie in einem Spiel oder aufregendem Rätsel. Lächle, obwohl dir deine unvollkommenen Zähne, deine traurige Laune und deine Lustlosigkeit peinlich sind.

Lächle, denn niemand kennt die Macht deines Lächelns, bis du es in deinem Alltag anwendest. Tu der Welt einen Gefallen, die so an den Frost gewöhnt ist, aber nun plötzlich Honig auf deinen Lippen wahrnimmt. Lächle, denn ohne dir der Macht bewusst zu sein, die dein Lächeln hat, wirst du dich in einem wahren Wasserfall voller Lachen wiederfinden. Die Freude ist spontan, aber das Lächeln ist der Auslöser, der diese bei dir und den anderen hervorrufen kann.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Mercedes DeBellard