Kopfschmerzen und Stress: enge Komplizen

· 16. Juni 2017

Es gibt viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen, aber die durch Stress ausgelösten sind bei Weitem am häufigsten und währen oft sehr lange. Diese Kopfschmerzen ersticken uns in einem ermüdenden Pochen und schwächen unsere Lebenskraft bis hin zum Tagesende.

Laut Studien, die von der Mayo Clinic (Minnesota, USA) durchgeführt wurden, leiden 78 % der Bevölkerung regelmäßig unter stressbedingten Kopfschmerzen. Sie stehen in Verbindung mit vermehrter Anspannung in Nacken, Schultern und Kiefer, die den Schmerz meist verschlimmern und Betroffene stark einschränken können.

Täglicher Stress zehrt an uns wie der Klang der Saiten einer Violine, die zur Melodie von Schmerz und Qualen gestimmt werden wollen.

Aus psychologischer Sicht ist es interessant, diese Art von Schmerz zu untersuchen. Er ist einer direktesten Symptome von Stress, jener chronischen Belastung, die das chemische Gleichgewicht in Gehirn, Hirnnerven, und Bewegungsapparat verändert und damit neben den Schmerzen eine zusätzliche Anspannung provoziert.

Schauen wir uns den Ursprung dieses altbekannten Feindes und die Mittel zu seiner Bekämpfung einmal genauer an.

Kopfschmerzen und negative Emotionen

Unser Körper empfängt jede unserer Emotionen, ob positiv oder negativ, leitet diese weiter und reagiert auf deren Auswirkungen. Die enge Beziehung von Kopfschmerzen und Stress ist offensichtlich und resultiert aus einem komplexen System, in welchem Neurotransmitter, Metabolismus, Nerven und Herz einen Prozess in Gang setzen, der schwer zu kontrollieren ist.

Wenn du irgendeine Art von Schmerz erfährst, musst du ihn davon abhalten, die Kontrolle über dein Leben zu ergreifen. Am besten ist es, die Auslöser unter Kontrolle zu bringen und sich ihm voller Durchhaltevermögen und Mut zu stellen.

Laut einer Studie der University of Maryland (Maryland, USA) sind Frauen häufiger von Kopfschmerzen durch Stress und Anspannung betroffen als Männer. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – es sich um eine der häufigsten Arten von Schmerz handelt, wird dieser Kopfschmerz beinahe als normal erachtet. Er gilt außerdem als schwierig zu behandeln. Aber wie man in solchen Fällen so schön sagt, muss man seinen Feind kennen, um ihn geeigneten Waffen zu schlagen, mit denjenigen, die zu den individuellen Charakteristika und Bedürfnissen passen. Bei dieser Art von Kopfschmerz helfen Schmerztabletten manchmal nicht weiter, deshalb solltest du mehr über verschiedene Strategien und Präventionstechniken herausfinden.

Es ist noch nicht genau bekannt, in welchem kausalen Zusammenhang Stress, Anspannung und Kopfschmerzen stehen und welche Entwicklung welche Beschwerden bedingt. Jahrelang waren Forscher der Meinung, dass es hauptsächlich die vermehrte Muskelspannung in Nacken, Schultern und Kiefer ist, die bei Stress auftritt, die den Schmerz verursacht. Wir müssen dabei bedenken, dass Stress- und Angstzustände für das Gehirn wie ein Alarm fungieren, der ein Risiko signalisiert, vor dem wir flüchten sollten. Unser Instinkt bereitet uns auf die Flucht vor, aber unser Verstand hält uns auf und verpflichtet uns, stillzuhalten. Dies verursacht eine Menge Anspannung.

Die neueste Erklärung von Experten ist dagegen, dass muskuläre Anspannung zur Freisetzung bestimmter Neurotransmitter wie beispielsweise Serotonin führt, welche die Schmerzpfade im Gehirn aktivieren.

Es ist interessant, dass wir auch am Wochenende unter diesen Kopfschmerzen leiden können, oder wenn wir nach der Arbeit nach Hause kommen. Körper und Gehirn können sich nicht daran erinnern, was Entspannung bedeutet und der Schmerz bleibt bestehen oder verschlimmert sich sogar.

Wie man mit Stress umgeht, um Kopfschmerzen zu vermeiden

Wie bereits erwähnt, muss jeder seinen eigenen Weg finden, mit Stress umzugehen. Mit medizinischer Hilfe und entsprechenden Strategien, den täglichen Stress zu bekämpfen, kannst du mit dieser häufigen Art von Schmerz wesentlich besser fertig werden als mit Analgetika.

Wir stellen dir zwei einfache Techniken vor, die dir helfen können:

  • Aufmerksamkeit. Setze dir Grenzen, die du jeden Tag befolgen möchtest. Es ist ein häufiger Fehler, den Tag mit zu vielen Aufgaben zu füllen und den ganzen Tag lang eine To-Do-Liste nach der anderen abzuarbeiten. Vielleicht ist es an der Zeit, sich Grenzen zu setzen. Nimm dir in etwa vor: „Ich werde mir keine Gedanken über Dinge machen, die nicht wichtig sind“, „das lasse ich nicht an mich heran“, „ich werde mich von dieser Person nicht mehr ärgern lassen“,  und, „um 18:00 Uhr höre ich auf.“ Und halte dich auch daran!
  • Beginne und beende deinen Tag friedlich. Es mag vielleicht blöd erscheinen, aber so einfache Dinge wie eine halbe Stunde früher aufzustehen und eine Weile zu entspannen, zu meditieren und die Stille zu genießen, können eine große Hilfe dabei sein, sich den Tag über ausgeglichener zu fühlen. Das Gleiche sollte am Abend wiederholt werden. Denke zwei Stunden, bevor du zu Bett gehst daran, dir Zeit zum Entspannen zu nehmen.

Es geht darum, wieder eine Verbindung zu dir selbst und zum Leben herzustellen. Erlaube es dir, dich friedlich, ausgeglichen und präsent zu fühlen und setze dich nicht den schonungslosen Stresswogen aus, die dein Herz schneller schlagen lassen und dich von deinen Prioritäten ablenken.

Kopfschmerzen sind erst das erste Anzeichen von Stress und Ängsten. Meide letztere und beuge so ersteren vor.