Kindern als gutes Beispiel vorangehen – das größte Geschenk, das wir ihnen machen können

29. Mai 2017 en Psychologie 114 Geteilt

Wenn Kinder klein sind, sind sie unschuldige Wesen, die nur selten hinterfragen werden, was ihre Eltern sagen oder tun. Für sie ist das, was ihre Bezugsperson tut, das Beispiel, dem sie folgen sollen, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass sie dazu neigen, sie zu imitieren.

Oftmals tadeln wir Eltern das Verhalten unserer Kleinen auf eine sehr negative Weise, erlauben ihnen nicht, Fehler zu machen, und unsere Urteile über sie können ihr Selbstwertgefühl stark erschüttern.

Das Problem ist, dass wir nicht immer in Übereinstimmung mit dem handeln, was wir ihnen predigen, und Kinder merken das sehr schnell. Es macht keinen Sinn, dass wir unseren Kindern sagen, dass sie ordentlich sein, nicht lügen und nicht die Stimme erheben sollen, wenn wir die ersten sind, die sich so verhalten. 1000 Worte und verbale Erziehungsmaßnahmen nützen rein gar nichts, wenn unser Beispiel ihnen das nicht vorlebt.

Wir Eltern sollten uns darüber im Klaren sein, dass wir der Spiegel sind, in dem sich unsere Kinder betrachten, wir sie leiten und ein Vorbild für sie sind. Wenn es uns emotional gesehen schlecht geht, dann sind unsere Gefühle auch ihre Gefühle, und unser Verhalten wird sich in ihnen widerspiegeln. Deshalb ist es ratsam, dass wir uns als Erwachsene bemühen, uns in Selbstbeherrschung und Selbstdisziplin zu üben, vor allem in Gegenwart unserer Kleinen, auch wenn wir natürlich ebenfalls das Recht haben, Fehler zu machen.

Wenn wir ihnen als Beispiel vorangehen, werden sie verinnerlichen, was wir ihnen vermitteln wollen.

Ein paar gute Beispiele für unsere Kinder

Ihnen beibringen, die Wahrheit zu sagen

Wir denken, dass es schon reichen würde, unsere Kinder zurechtzuweisen, wenn sie lügen, aber dem ist nicht so. Kinder ahmen ihre Eltern nach und wir müssen ehrlich sein. Hin und wieder lügen wir sie an und sie bemerken das, weshalb der Eindruck entsteht, dass lügen normal sei und der Akt eines guten Menschen, da sogar die Eltern das tun. Wie oft haben uns unsere Kinder schon bei der einen oder anderen Lüge erwischt, auch wenn sie gut gemeint war?

Es macht keinen Sinn, zu fordern, dass unser Kind nicht lügt, wenn wir selbst nicht ehrlich mit anderen umgehen.

Ihnen beibringen, zuzuhören

Weißt du, wie oft du dein Kind schon unterbrochen und es so gezwungen hast, stattdessen dir zuzuhören? Aber wie oft hörst du ihm zu? Wie oft hat es schon versucht, dir etwas zu erzählen, was ihm in der Schule passiert ist, oder es wollte dir sein Lieblingslied vorsingen und du hast ihm keine Aufmerksamkeit geschenkt?

Es ist unmöglich, zu verlangen, dass dein Kind dir zuhört, wenn du ihm in gewissen Situationen, in denen du beschäftigt bist, kein Gehör schenkst. Wenn es dir gerade nicht möglich ist, ihm einen Moment lang Beachtung zu schenken, solltest du ihm am besten ganz ehrlich sagen, dass du in diesem Moment nicht kannst, du aber bald sehr gern die Zeit findest, um ihm zuzuhören.

Ihnen beibringen, ruhig zu sprechen

Wie oft haben wir unserem Kind schon gesagt, dass es nicht schreien soll, während wir es zur gleichen Zeit angeschrien haben?! Wenn wir möchten, dass es in einem ruhigen und angemessenen Ton spricht, müssen wir ihm dies auch vorleben. Natürlich kommen wir mit unserer Geduld manchmal an unsere Grenzen, aber als Erwachsene und Eltern müssen wir uns bemühen, rational zu sein und uns nicht von unseren Gefühlen übermannen zu lassen. Wenn wir uns ständig so verhalten, werden das auch unsere Kinder lernen.

Ihnen beibringen, Vorschriften zu respektieren

Fährst du schneller als 130 km/h auf der Autobahn? Parkst du manchmal in zweiter Reihe? Nimmst du Kugelschreiber von der Arbeit mit nach Hause? Wenn dem so ist, bringst du deinen Kindern bei, dass Vorschriften nicht immer respektiert werden müssen, da du sie ja selbst missachtest. So wird es für dich viel schwieriger sein, ihnen die Hausregeln beizubringen, da sie nicht verstehen können, wieso du die Regeln missachten darfst und sie nicht.

Ihnen produktive Hobbys beibringen

Wenn du willst, dass deine Kinder Bücher lesen, musst du selbst lesen. Wenn du nicht möchtest, dass sie ständig vom Fernseher oder am Handy setzen, solltest du ihnen vorschlagen, diese Geräte zu bestimmten Zeiten am Tag auszuschalten. Deine Hobbys werden (mit großer Wahrscheinlichkeit) auch zu ihren Hobbys. Wenn du also gerade wenig gewinnbringenden Hobbys nachgehst, ist es vielleicht an der Zeit, deine Gewohnheiten zu ändern und deinem Kind etwas anderes vorzuleben. Das wird dir und deinen Kindern guttun.

Ihnen beibringen, mit Frust umzugehen

Dieser Punkt ist sehr wichtig. Wenn du zu diesen Eltern gehörst, bei denen das Fass gleich überläuft, wird das bei deinen Kindern ebenfalls so sein. Es ist enorm wichtig, dass du deinen Kindern dabei hilfst, zu lernen, mit den ungemütlichen Situationen des Lebens umzugehen, eigene als auch die Fehler anderer zu tolerieren und letztendlich auch dem Unglück zu trotzen. Es geht nicht darum, deinem Kind das immer wieder vorzusprechen oder streng mit ihm zu sein, sondern es muss deine Ausgeglichenheit spüren und sehen, dass du dazu in der Lage bist, nach Lösungen zu suchen, zu akzeptieren, was man nicht ändern kann, und stets emotional ausgeglichen zu bleiben.

Das sind nur ein paar Beispiele, aber es gibt noch unzählige mehr. Der Schlüssel liegt darin, nie zu vergessen, dass wir der Kinder wichtigstes Vorbild sind, zumindest bis ins Jugendalter hinein. Aus diesem Grund werden sie alles nachahmen, was wir ihnen vorleben. Denke an das, was du an dir nicht magst, und ändere es – sowohl für dein eigenes als auch für das Wohlergehen deiner Kinder.

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