5 Anzeichen dafür, dass du deine Kinder zu Narzissten erziehst

· 8. Mai 2017

Selbstbewusstsein zu vermitteln ist ein Teil der Erziehung, den kein Elternteil ignorieren kann, da es für eine angemessene emotionale Entwicklung notwendig ist. Manche Eltern sind allerdings derart besessen mit dem Selbstbewusstsein ihrer Kinder, dass sie zu weit gehen und sie in Narzissten verwandeln.

In einer aktuellen Studie zeigte sich, dass Eltern, die ihre Kinder für besser halten als andere, deren Selbstbewusstsein nicht optimal fördern. Das Gegenteil ist der Fall: Sie schaden ihnen sogar, indem sie ihr Risiko erhöhen, eine narzisstische Persönlichkeit zu entwickeln. Man kam zu dem Ergebnis, dass es zur Steigerung des Selbstbewusstseins wichtig ist, dem Nachwuchs das Gefühl zu geben, geliebt zu werden, aber nicht, besser zu sein als andere. Den Wissenschaftlern zufolge verinnerlichen Kinder die Vorstellung, dass sie anderen überlegen sind, wenn die Eltern sie als besonders und wichtiger als andere betrachten, was die Grundlage für Narzissmus schafft. Aber wenn die Eltern ihnen Zuneigung und Wertschätzung vermitteln, verinnerlichen sie die Idee, dass sie wertvolle Individuen sind, was die Basis für ein gesundes Selbstbewusstsein darstellt.

Allerdings ist eine Überschätzung seitens der Eltern nicht das Einzige, was Narzissmus fördert. Den Wissenschaftlern zufolge hat Narzissmus, wie auch andere Eigenschaften der Persönlichkeit, eine genetische Komponente. Aufgrund dieses Risikos sind einige Kinder stärker gefährdet, sich zu Narzissten zu entwickeln, als andere.

Wie du feststellen kannst, ob du narzisstische Kinder aufziehst

Die folgenden Punkte sind klare Anzeichen dafür, dass dein Erziehungsstil narzisstische Züge in deinen Kindern begünstigt. Vergiss nicht, dass es sich aus psychologischer Sicht bei Narzissmus um eine Persönlichkeitsstörung handelt, die für das Leben der Betroffenen negative Auswirkungen hat. Es wird ihre emotionale und psychologische Entwicklung verbessern und verhindern, dass sie sich zu Narzissten entwickeln, wenn du diese Aspekte überdenkst und entsprechend anpasst.

1. Sie glauben lassen, dass sie unfehlbar sind

Manchen Kindern fällt es schwer, Selbstvertrauen zu entwickeln. Sogar wenn sie die notwendigen Fähigkeiten haben, etwas gut zu machen, sind sie wie gelähmt vor Angst, zu versagen. Um ihr Selbstbewusstsein zu verbessern, musst du ihnen Vertrauen vermitteln, sie ermuntern und loben, damit sie sich bewusst werden, dass sie es schaffen können.

Es ist dabei eine Sache, sie zu loben, ihre Erfolge und Triumphe anzuerkennen und ihnen dabei zu helfen, an ihre eigene Fähigkeit, Probleme zu lösen und in verschiedenen Bereichen des Lebens erfolgreich zu sein, zu glauben. Es ist aber etwas anderes, sie glauben zu lassen, dass sie niemals Fehler machen: Kinder müssen lernen, mit Fehlern zu leben. Das ist die beste Medizin für narzisstische Kinder. Und sie müssen auch verstehen, dass dies ein integraler Bestandteil von Spiel und Lernen ist. Sie müssen lernen, ihre Fehler einzusehen, zu stürzen und wieder aufzustehen, genauso wie sie das getan haben, als sie das Laufen gelernt haben. Jemand, der Fehler macht, ist jemand, der probiert, was bedeutet, dass es eine Möglichkeit für Erfolg gibt.

2. Sie permanent mit anderen Kindern vergleichen, um zu zeigen, dass sie überlegen sind

Mit 7 oder 8 Jahren beginnen Kinder, sich mit anderen zu vergleichen. Manchmal setzt das Interesse, sich mit anderen zu vergleichen, schon früher ein, wenn es von den Eltern unterstützt wird und diese demonstrieren wollen, wie toll ihre Kinder sind oder welche Talente sie haben. Aber diese Vergleiche setzen Kinder enorm unter Druck, da sie nicht schlechter als Gleichaltrige sein wollen. Wenn ein Kind etwas Außerordentliches leistet, sollten seine Erfolge und seine Talente anerkannt werden, aber ohne sie mit anderen zu vergleichen.

Etwas gut oder sogar besser als andere zu können, bedeutet nicht, dass man ihnen überlegen ist, aber Kinder sehen das nicht so, weil ihre Welt noch ganz grob gezeichnet ist und sich erst mit den Jahren Grautöne differenzieren. Es ist also unsere Aufgabe, sie dabei zu unterstützen, die Nuancen des Lebens zu entdecken.

3. Ein Vorbild sein, das keine Kritik verträgt

Sich der Kritik anderer zu stellen ist für die meisten Erwachsenen ziemlich unangenehm. Man kann sich also vorstellen, dass es für narzisstische Kinder extrem schwierig ist. Aber du musst verstehen, wie man konstruktiv mit Kritik umgeht und deinen Kindern darin ein Vorbild sein, damit sie es dir nachtun. Du musst nicht nicken und zu allem ja sagen, aber selbstkritisch sein, das Problem diskutieren und versprechen, zu ändern, was du verbessern kannst.

Wenn Kinder beobachten, dass ihre Eltern keine Kritik vertragen, sich verschließen, wenn jemand eine Veränderung vorschlägt, die von Vorteil wäre, oder so tun, als hätten sie immer Recht, und niemandem anderen zuhören, ist klar, dass sie sich genauso verhalten.

Außerdem ertragen es einige Eltern nicht einmal, wenn ihr Kind kritisiert wird und reagieren irrational, damit sie es nicht vom Thron der Perfektion und Überlegenheit nehmen müssen, auf den sie es erhoben haben, was noch schlimmer ist und womit sie ihm noch weniger einen Gefallen tun.

4. Mit ihnen angeben und ihre Fehler entschuldigen

Lasst uns ehrlich sein. Es ist eine Sache, auf seine Kinder stolz zu sein, und etwas anderes, mit ihnen anzugeben und alles, was sie tun, zu verteidigen, um zu beweisen, dass sie die besten sind und keinerlei Fehler und Schwächen haben. Einige Kinder reagieren darauf, indem sie rebellieren, und andere werden nur noch narzisstischer. Keine der beiden Optionen stellt einen einfachen oder gesunden Weg für sie dar.

Es schadet Kindern nicht, ab und zu mal Mist zu bauen. Es gibt keinen Grund zur Sorge und keinen Grund, sich zu schämen. Ihr Verhalten zu entschuldigen, anstatt zu ihnen zu zeigen, dass niemand perfekt ist, beraubt sie einer wichtigen Möglichkeit, etwas zu lernen.

5. Schlecht über Kinder reden, die anders oder „unterlegen“ sind

Kinder, die anders sind oder über weniger Fähigkeiten verfügen, sind nicht unterlegen. Aber manche Eltern machen sich bei jeder Gelegenheit über sie lustig, sei es bezüglich ihres Intellektes, ihres Aussehens oder ihrer Kleidung. Und ihre Kinder denken schließlich, dass sie über allen anderen stehen.

Schlecht über andere zu reden ist für manche Menschen ein Weg, ihre eigenen guten Eigenschaften hervorzuheben. Aber, um ein Beispiel zu nennen, jemand anderen als hässlich zu bezeichnen, macht einen selbst nicht hübscher.

Du musst nicht das Schlechte in anderen suchen, damit deine guten Seiten besser hervortreten. Aber wenn Eltern darauf bestehen, schlecht über andere Kinder zu reden, damit sich ihr eigenes Kind wichtiger fühlt, werden sie nur dafür sorgen, dass das Kind die richtige Perspektive auf sich selbst und seinen eigenen Wert verliert.