Interessantes und Kurioses über Carl G. Jung

Der Schweizer Psychiater ist ein Synonym für Einzigartigkeit und Mystik. Erfahre heute einige kuriose Details aus seinem Leben.
Interessantes und Kurioses über Carl G. Jung

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 04. Juli 2022

Carl G. Jung zählt zu den interessantesten Figuren in der Geschichte der Psychologie, obwohl er mit seinen kühnen Theorien die Philosophie und Kunst noch tiefgehender als die Psychologie selbst oder die Psychiatrie beeinflusste. Manche Konzepte haben auch die Geisteswissenschaften entscheidend geprägt.

Der Schweizer Psychiater hatte einen eigenen Schreibstil, so als würde er für sich selbst schreiben, ohne die Absicht, von anderen verstanden zu werden. Einige seiner Werke präsentieren keinen zusammenhängenden Diskurs, sondern das Resultat eines neugierigen Geistes, der sich in eine Idee nach der anderen vertieft.

Die großen Talente sind die reizvollsten und oft die gefährlichsten Früchte am Baum der Menschheit. Sie hängen an den dünnsten und an den zerbrechlichsten Ästen.”

Carl G. Jung

Carl G. Jungs Leben hatte viele Höhen und Tiefen: Momente großen Glanzes und auch Zeiten der Dunkelheit. Hervorzuheben ist unter anderem der Bruch mit seinem Mentor Sigmund Freud. Der Schweizer Psychoanalytiker ist auch für seine mystischen Elemente in seiner analytischen Praxis bekannt, doch sein Leben überrascht mit vielen weiteren Kuriositäten.

Wissenswertes über Carl G. Jung

Carl G. Jung hatte einen älteren Bruder, der kurz nach seiner Geburt starb, weshalb seine Eltern ihre Liebe ganz auf ihn konzentrierten. Sowohl sein Großvater als auch sein Urgroßvater waren angesehene deutsche Ärzte gewesen. Sein Vater war Philologe, gab aber seinen Beruf auf, um Geistlicher zu werden. Am Ende seines Lebens, kurz nachdem Jung sein Medizinstudium begonnen hatte, begann er in einer psychiatrischen Klinik zu predigen. Sein Vater brachte ihm Latein bei, als er erst sechs Jahre alt war und faszinierte ihn damit von der antiken Literatur.

Carl G. Jungs Mutter wurde als Frau mit einer dissoziativen Persönlichkeit beschrieben, das bedeutet, dass sie sich nicht immer der Realität bewusst war.

Jung lernte in einem Internat, wo er zum Opfer der Eifersucht seiner Mitschüler wurde. In dieser Zeit litt er an Ohnmachtsanfällen: Immer wenn er starkem sozialem Druck ausgesetzt war, wurde er ohnmächtig. Er war ruhig und zurückhaltend und hatte keine Freunde, aber er langweilte sich nie. Seine intellektuelle Neugier war unersättlich.

Weitere Kuriositäten über Carl G. Jung

Im Haus von Carl G. Jung gab es häufig Séancen. Er wurde selbst Zeuge eines Ereignisses, das ihn sehr interessierte: Ein Tisch aus Nussbaumholz brach plötzlich vor den Augen mehrerer Zeugen in zwei Hälften. Diese und andere Ereignisse motivierten ihn, die sogenannten “okkulten Phänomene” zu untersuchen. Sein ganzes Leben lang stand er mit einem Bein in der Parapsychologie.

Jung heiratete Emma Rauschenbach und blieb bis zu ihrem Tod an ihrer Seite. Sie hatten fünf Kinder. Eine Tochter, Agatha, wurde ein Medium. Carl G. Jung war kein vorbildlicher Ehemann und hinterließ auch als Analytiker gewisse Zweifel. Seine Affäre mit einer seiner Patientinnen, Sabina Spielrein-Scheftel, war mehrere Jahre lang das Gesprächsthema in seinen Kreisen.

Eine der kuriosesten Tatsachen im Leben von Carl G. Jung ereignete sich zum Zeitpunkt seines Todes. Es geschah, als er 85 Jahre alt war, an einem ruhigen Nachmittag im Dorf Küsnacht in der Schweiz. Der Psychiater lag im Sterben, als ein Blitz in den Baum einschlug, unter dem er gerne ruhte. Gleichzeitig träumte sein Freund Lawrence van der Post, der weit weg ein Nickerchen machte, dass Jung auf einer Straße war und sich mit den Worten “bis später” verabschiedete.

Die Nahtoderfahrung

Carl G. Jung hatte 1944 eine Nahtoderfahrung. Das geschah, nachdem er sich beim Schlittschuhlaufen das Wadenbein gebrochen hatte. Während der Operation erlitt er einen Herzstillstand und war nach seinen eigenen Worten “kurz davor, die Schwelle zu überschreiten”.

Wie Jung selbst in seiner Autobiografie schreibt, sah er sich plötzlich über Ceylon (Sri Lanka) schweben. Er konnte alles von oben beobachten und erkannte sogar die Kugelgestalt der Erde. Er nannte es “das Größte und Faszinierendste, was ich je erlebt habe”.

Der Schweizer Psychiater hatte das Gefühl, wieder mit seiner Essenz vereint zu sein und die Gewissheit, dass er eine höhere Ebene des Verständnisses erreichen würde. Plötzlich sah er seinen Körper und einen Arzt, der ihm wie der Gott der Medizin anmutete. Er sagte ihm, dass es nicht seine Zeit sei und er zurückgehen solle.

Jung fühlte mit seiner Rückkehr ins Leben eine tiefe Enttäuschung. Dieses Erlebnis nährte sicherlich die ohnehin schon mystische und komplexe Welt von Carl G. Jung.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Der Archetyp des Magiers nach Carl G. Jung
Gedankenwelt
Lies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
Der Archetyp des Magiers nach Carl G. Jung

Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Nikola Tesla, Elon Musk oder Steve Jobs verkörpern den Archetyp des Magiers. Erfahre mehr darüber.



  • Cruz-Campos, M. I. (2017). Experiencias Cercanas a la Muerte.
  • Grisales, D. E. A. (2020). El presente eterno de Jung. Revista Universidad de Antioquia, (341), 194-195.
  • Jung, C. G. (2013). The essential jung. In The Essential Jung. Princeton University Press.
  • Jung, C. G., & Wilhelm, R. (2020). El secreto de la flor de oro: un libro de la vida chino. AMA.