In 5 Minuten eine Linderung depressiver Symptome erreichen

· 15. Februar 2018

Die Symptome einer Depression sind in manchen Fällen deutlich ausgeprägt, doch nicht so sehr in anderen. Manchmal wissen weder der Betroffene noch die Menschen aus seinem Umfeld, dass jemand an einer Depression leidet. Dies passiert vor allem bei Depressionen bei Kindern und älteren Menschen. Aber auch das Gegenteil trifft zu: Das Umfeld stempelt einen Menschen als depressiv ab, der vorübergehend traurig oder niedergeschlagen ist. Selbst wenn es sich dabei nicht um eine Depression handelt.

Wenn wir über die Depression sprechen, sprechen wir über einen Geisteszustand, der über die Grenzen der normalen Traurigkeit hinausgeht. Sie ist kein Zustand, der über Nacht entsteht. Tatsächlich dauert es in vielen Fällen Jahre, bis eine Depression klinisch erkennbar wird. Obwohl gefährdende Elemente, Größen, Strukturen oder neurophysiologische Faktoren vorliegen, entsteht aus ihnen nicht immer eine Depression – aber das Risiko für die Entwicklung einer Depression ist in diesen Fällen erhöht.

„Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel der Traurigkeit über deinem Kopf kreisen, aber du kannst verhindern, dass sie in deinem Haar ein Nest bauen.“

Chinesisches Sprichwort

Malerei einer depressiven Frau

Symptome einer Depression

Typische Symptome einer Depression schließen übermäßigen Pessimismus, unüberwindbare Traurigkeit und Reizbarkeit ein. Erschöpfung oder Energiemangel gehören auch dazu, sowie Gefühle der Machtlosigkeit und eine Ablehnung seiner selbst. Ebenso tauchen Gedanken und Gefühle in Verbindung mit der Einsamkeit auf, Betroffene machen Vorwürfe und haben gleichzeitig ein starkes Bedürfnis nach Schutz.

Es gibt darüber hinaus Symptome der Depression, die kaum auffallen. Sie treten vor allem bei Menschen auf, die sich ihrer Situation mehr oder weniger bewusst sind. Das bedeutet, dass sie erkennen, dass es etwas gibt, das nicht funktioniert, wie es soll. Doch sie sind nicht in der Lage, das Problem zu definieren oder ihm die nötige Wichtigkeit zuzuschreiben. Sie entwickeln gewisse Verhaltensweisen, mit deren Hilfe sie ihre Probleme verstecken können:

  • Solche sind beispielsweise abnorme Ess- und Schlafgewohnheiten. Vielleicht ist man bei der Wahl der Mahlzeit überaus wählerisch und vom Essen häufig angewidert. Oder man nimmt seine Mahlzeiten zu unregelmäßigen Zeiten ein und plant oft nicht genug Zeit dafür ein. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die ihre gefühlte Leere durch Unmengen an Essen zu füllen versuchen.
  • Ein anderes Symptom einer Depression könnte es sein, dass sich der Betroffene unwohl dabei fühlt, sich nach außen hin glücklich zu zeigen. Er ist demnach nicht glücklich. Dabei glauben auch andere Menschen nicht daran, dass er es sei.
  • Wenn es um das Sozialverhalten Betroffener geht, könnten wir behaupten, dass sie sich zwar unter die Leute mischen, wahre Intimität aber meiden. Sie verbringen nicht viel Zeit mit anderen und haben immer Ausreden parat, um nicht zu einem Treffen gehen zu müssen.
  • Ein weiteres verstecktes Symptom für eine Depression ist die verstärkten emotionalen Empfindlichkeit zu tun. So werden sie über Dinge wütend, die andere Menschen oder sie selbst unter normalen Bedingungen nicht wahrnehmen würden. Sie weinen in Situationen, die es nicht wert sind, Tränen zu verschwenden.

Die Fünf-Minuten-Technik

2007 führten Forscher der University of Essex (England, Vereinigtes Königreich) ein Experiment durch. In diesem Experiment werteten sie die Auswirkung der Natur auf die Stimmung aus. Das Experiment basierte auf der Idee davon, dass der Aufenthalt in der Natur unsere Grundhaltung verbessere. Doch die Forscher fanden heraus, dass die Auswirkungen viel größer waren, als sie anfänglich vermuteten.

Wir alle wissen, dass es keine gute Idee ist, sich zu Hause einzupferchen, wenn wir uns niedergeschlagen fühlen. Doch nicht jeder weiß, dass der Ort, an dem es Natur und Leben gibt, der perfekte Ort ist, um negative Emotionen zu verarbeiten. Und auch nicht, dass wir dazu nur ein paar Minuten brauchen: Die Experten zogen die Schlussfolgerung, dass der Kontakt mit der Natur bereits nach fünf Minuten zur Linderung depressiver Symptome beitragen könne.

Schmetterling mit Farbklecksen

Hast du schon einmal etwas von der Ökotherapie gehört? Ihre Vertreter verteidigen den Standpunkt, dass der Kontakt zur Natur die Dinge in der Behandlung psychischer Leiden von enormer Bedeutung sei.

Mehrere Studien haben bewiesen, dass der kurzzeitige Aufenthalt in einer reineren Umwelt und das Zurücklassen der Probleme unsere Energiereserven auflädt. Wenn erste Symptome einer Depression auftauchen, lohnt es sich deshalb, die Natur zu einem Teil der formellen Therapie zu machen. Dabei ist es egal, ob die Symptome typisch oder fast unmerklich sind. Du musst einfach nur einen grünen Ort finden und dort für mindestens fünf Minuten verweilen.

Der angenehme Kontakt zu anderen Lebensformen aktiviert ein Gefühl des Wohlbefindens und hilft dabei, unser emotionales Gleichgewicht wiederherzustellen. Es kostet nichts und nimmt kaum Zeit in Anspruch. Versuche es!