Ich will auf meine Weise glücklich sein

12. Dezember 2016 en Emotionen 75 Geteilt

Wir alle wollen uns gut fühlen und da sind wir uns alle einig. Wenn du jemanden fragst, was er in seinem Leben erreichen möchte, hörst du im Grunde genommen niemanden sagen, dass er unglücklich, traurig sein oder sich als Versager fühlen möchte.

Wir Menschen wollen glücklich sein und wir bemühen uns darum, unsere eigenen Weise zu finden, glücklich zu sein.

Trotz der Tatsache, dass wir alle mit unserem Leben zufrieden sein wollen, wissen viele von uns nicht, wie sie das schaffen können.

Heutzutage das Wort „Glück“ zu definieren, ist schwierig. Wir leben mit dem Widerspruch in sich, dass wir uns von allem unnötigen entfernen sollen, wir aber gleichzeitig das Gefühl haben, nicht genug zu haben, um glücklich zu sein.

Da wir alle eine andere Vorstellung von Glück haben, rennt jeder von uns einem Konzept hinterher, das wir zur idealen Vorstellung von der Glückseligkeit gemacht haben.

In der heutigen Zeit ist das Glück zu einem Mythos geworden, der sich in Objekten widerspiegelt, die wenige auf Kosten der Unzufriedenheit anderer bereichern.

Die unendliche Suche danach, „glücklich zu sein“

Eine einfache Suche im Internet ist ausreichend, um die momentane Besessenheit nach dem Weg hin zum Glück zu verdeutlichen.

Wir stoßen auf Millionen von Artikeln, in denen darüber gesprochen wird, was wir tun müssen und was wir nicht tun dürfen, um glücklich zu sein, was Wissenschaftler über das Glück sagen, welche Schritte wir gehen müssen, um glücklich zu sein oder welche Ratschläge wir befolgen sollten, um dem Glück näher zu kommen.

Wir sind nicht nur davon besessen, es zu finden, sondern wir wollen das in allen Bereichen unseres Lebens erreichen: am Arbeitsplatz, in unserem eigenen Leben, in unserer Beziehung, innerhalb der Familie, jeden Tag unseres Lebens.

Wir suchen überall die kleinen Teile, die unser Puzzle des Glücks vervollständigen.

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Diese Suche gleicht einer unendlichen Aufgabe, da sie, so wie es den Anschein macht, zu einer leeren Idealvorstellung geworden ist, die unmöglich zu beenden ist.

Die jetzige Definition von Glück hat heutzutage mehr mit der romantischen Liebe der Hollywood Blockbuster oder der Suche nach dem heiligen Gral zu tun als mit der eigentlichen Bedeutung von glücklich sein.

Das Geschäft mit dem Glück

Unternehmen und die Werbeindustrie waren noch nie frei von den Bedürfnissen ihrer momentanen und potentiellen Kunden.

Beide sind auf der Suche nach unbefriedigten Bedürfnissen, und wenn es diese nicht gibt, machen sie es sich zur Aufgabe, sie zu erschaffen oder andere neue Bedürfnisse zu erfinden, um ein Produkt oder eine Dienstleistung auf den Markt zu bringen, die dieses Bedürfnis stillt.

Das Glück wird angeboten, verkauft und jeder will glücklich sein.

Die Unternehmen wissen das und suchen mithilfe von geplanten Strategien das Vertrauen und die Zufriedenstellung der Kunden.

Sie spielen mit ihren Gefühlen, um durch den Konsum Glück zu erzeugen.

„Das Glück ist zu einem weiteren Element des Konsums geworden, so als wäre es ein Produkt, das wir in einem Supermarkt gegen Geld kaufen können.“

Ángela Vallvey

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Es ist kein Zufall, dass beispielsweise die Wirtschaftskrise in Spanien mit dem begeisterten Verkauf des Glücks zusammengefallen ist. In Krisenzeiten ist das Geld das Glück.

Die Diktatur des Glücks

Es ist ja nicht nur die Tatsache, dass das Glück zu einem Konsumsgut geworden ist, sondern uns wurde auch auferlegt, dass wir es finden müssen.

Wir wollen nun nicht mehr glücklich sein, nein, wir SOLLEN glücklich sein, und auf dem Weg dorthin haben wir Worte verinnerlicht, die der Nachricht gleichen: „Wer will, der kann“.

Doch diese Aussagen sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite stärken sie den Optimismus und die Motivation dahingehend, dass nichts unmöglich ist oder wir mehr lachen und uns weniger beschweren werden, während wir andererseits das Gefühl haben, glücklich sein zu sollen oder wir etwas wollten und es nicht konnten, folglich müssen wir etwas falsch gemacht haben.

Wenn wir bei unserem Beispiel von Spanien bleiben, ein Land, in dem sich die gesamte Gesellschaft in einer Krise befindet, wo der Verkauf des Glücks eine Verkaufsstrategie vieler Unternehmen ist, ist es stets eine gute Idee, sich daran zu erinnern, dass wir nicht immer etwas erreichen, so sehr wir uns auch bemühen, ohne dabei zu vergessen, dass nicht immer wir dafür verantwortlich sind, wenn wir unsere Träume nicht verwirklichen.

Das Glück hat viele Mitbewohner

Glück ist ein subjektives Gefühl, dem viele andere beiwohnen. Die Gefühlswelt jedes einzelnen Menschen besteht aus Emotionen und Gefühlen, die von Freude und Glück bis hin zu Traurigkeit und Wut reichen.

Jedes Gefühl hat seine Aufgabe und jede einzelne Emotion ist notwendig und besitzt eine eigene Funktion.

Gefühle helfen uns dabei unseren Erlebnissen einen Wert zuzuschreiben, weshalb wir all unsere Emotionen spüren und erleben müssen.

„Es musste erst Disney kommen, um uns zu zeigen, dass Wut und Leid notwendig sind, die aus uns das machen, was wir sind. In dem Film „Alles steht Kopf“ ist das wahre Heroin die Traurigkeit, die Zerstörung der Persönlichkeitsinsel des Mädchens, das sind die besten Metaphern, über die wir nachdenken sollten.“

Quique Peinado

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Und wie sieht es mit dir aus? Was brauchst du, um glücklich zu sein?

Es gibt weder feste Bestimmungen für das Glück, noch gibt es so etwas wie magische Produkte, die dir dein Glück bringen können.

Jeder Mensch hat seine Besonderheiten, einen anderen Geschmack und andere Vorlieben. Was den einen glücklich macht, kann den anderen extrem unglücklich machen.

Das Glück finden wir nicht, indem wir ein T-Shirt kaufen, auf dem eine positive Message steht.

Genauso wenig finden wir es, wenn wir den Plänen anderer folgen oder ein Lächeln vortäuschen, um auf einem Foto gut auszusehen.

Wir finden es viel einfacher: Es geht darum, sich die richtigen Fragen zu stellen und Antworten darauf zu finden, ohne dafür Standardtexte oder Produkte zu benutzen, die nicht das halten, was sie versprechen.

„Ja, heutzutage ist jeder glücklich. Das ist ja genau das, was wir schon Fünfjährigen sagen. Aber fändest du es nicht schön, die Freiheit zu haben, glücklich zu sein… und das auf eine andere, auf deine Weise, und nicht auf die anderer?“

Aldous Huxley – Schöne neue Welt

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